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    Leinach

    Leinach feiert großes Fest zum 800-jährigen Bestehen

    Letzte Vorbereitungen überall: Auch die Anwohner ziehen mit, hier streicht Horst von Hörsten das Hoftor. Foto: Regina Vossenkaul

    Ganz Leinach ist auf den Beinen, wenn am kommenden Wochenende, 8. und 9. Juni, die erste urkundliche Erwähnung vor 800 Jahren mit einem großen Fest gefeiert wird. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. "Wir stellen uns so dar, wie wir sind: Natur, Familie und Gemeinschaft werden bei uns großgeschrieben", sagt Günter Fahl, der für den Veranstalter, die Dorfgemeinschaft, spricht. Das Vorbereitungsteam besteht aus 20 Aktiven und hat sich bereits 18-mal getroffen.

    Auch ein Theaterstück einstudiert

    Herausgeputzt hat sich das Dorf nicht nur durch die abgeschlossene Dorferneuerung, sondern auch durch zusätzliche Verschönerungsarbeiten, die tatkräftige Helfer und Eigentümer der Anwesen auf den Weg brachten. Es wurde gepflastert, gestrichen und Blumenschmuck gepflanzt. Hinweisschilder wurden gepinselt, einheitliche Poloshirts für die Aktiven bestellt, ein Theaterstück einstudiert, Kostüme dafür beim Theater Maßbach ausgeliehen und vieles mehr. Bücher für einen Flohmarkt wurden gesammelt, der Erlös geht als Spende an die Aktion Sternstunden.

    "Für jedes Alter gibt es was zu tun – jede helfende Hand wird gebraucht", heißt es auf dem Rundbrief an alle "Leinicher". Gemeldet haben sich 135 Helfer – und das bei 211 Einwohnern! Zuletzt heißt es Kräuter ernten und Blumen pflücken, die werden für die selbst hergestellte Limo, Sekt, Butter und Frischkäse benötigt sowie als Schmuck im Festzelt und am Festplatz.   

    So sah die Dorfstraße von Leinach im Jahr 1940 aus. Foto: Regina Vossenkaul
    Die Leinacher Dorfstraße 2019: Die Fachwerkhäuser sind erhalten, die Dorferneuerung wurde durchgeführt. Foto: Regina Vossenkaul

    "Wir Leinacher…ein Dorf: aktiv, liebenswert, lebenswert" heißt das Motto des umfangreichen Programms. Es verspricht viele Highlights und besonders am Sonntag "Erlebnisse für alle Sinne". Los geht es mit dem Bieranstich um 17 Uhr am Samstag, ab 18 Uhr gibt es zünftige Böhmische Blasmusik mit den Leinacher Musikanten. Um 20.30 Uhr heißt es "Klassik trifft Dorf", denn die Band der Berufsfachschule für Musik gestaltet unter der Leitung von Udo Schneider ein George Gershwin gewidmetes Konzert mit dem Titel "Rhapsodie in Blue".

    Freiwillige Arbeitsstunden leisteten die Helfer beim Pflastern. Foto: Johanna Preuk

    Am Sonntag lädt die Vereinsgemeinschaft zum Markttreiben ein – es gibt viel zu entdecken, zu kosten und erleben. An 31 Marktständen werden Pflanzen, Blumen, Naturprodukte, Schmuck und Handarbeiten angeboten. "Omas Vorratshaltung" und "altes Gerümpel" von anno dazumal, eine Jagdstation und eine Landmaschinenausstellung "einst und jetzt" laden zum Erkunden ein. Eine Filmvorführung erinnert an das 300-jährige Bestehen der Dorfkirche. Um 14.30 Uhr startet eine Natur- und Vogelstimmenführung, Kräuterführungen gibt es stündlich von 11 bis 17 Uhr. Auf die Kinder warten Tiere, Ponyreiten und ab 11 Uhr acht Mitmachstationen, darunter eine von "Firlefanz", ein Duo, das um 14 Uhr auf der Bühne selbst auftritt und anschließend die Kinder Jonglierkunststücke ausprobieren lässt. Die Familien sind eingeladen zum Wettbewerb "Finde das Hummellinchen" und zur Fotorallye.

    Friedrich Rückert im Dialekt-Gedicht

    Um 13.30 und um 17 Uhr ist die Bühne reserviert für das von der Jugend einstudierte Theaterstück "Der junge Friedrich Rückert und das Leinacher Dorfgericht". Erinnert wird an das missglückte amouröse Abenteuer des Dichters, der seine Jugend in Oberlauringen verbrachte und den Leinacher Mädchen nachstellte. Das gefiel den ortsansässigen Burschen gar nicht, sie jagten ihn zum Dorf hinaus und Rückert rächte sich mit einem Schmähgedicht über die armen Leinacher, bei denen angeblich sogar der Schulze keine Schuhe hat, um zum Betteln zu gehen. Der ehemalige Leinacher Lehrer Max Schweser fasste die Wahrheit über das Ereignis in einem Dialekt-Gedicht zusammen: "Ar is als junger Lecker öfters zu die Leinieher Mädla ganga, dia Burschn, die höm na aufgepaßt und hömm na schüa empfanga. Sei Buckl hoet na racht gejuckt vu unnera Gartastickl. Drümm hoetr sei Gedicht gemocht, dar Überlauringer Gickl."

    Musik kommt beim Fest nicht zu kurz, es treten die Happertshäuser Musikanten, das Blasorchester Großbardorf, Armin Gernert, die Wirtshausmusikanten und die Gruppe Begaxel auf. Für die Verpflegung ist an mehreren Ständen bestens gesorgt, Mittagessen gibt es am Sonntag ab 11.30 Uhr, Kaffee und Kuchen ab 12.30 Uhr. Der Eintritt ist an beiden Tagen zu allen Veranstaltungen frei. Da die Leinacher selbst das Fest nicht genießen können, sondern voll eingespannt sind, feiern sie am 15. Juni noch einmal unter sich. An diesem Nachmittag soll keiner der Helfer arbeiten, hat das Organisationteam geplant.

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