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    Bad Neustadt

    Leserforum: Mit der Seilbahn die Innenstadt beleben

    Zum Thema „Seilbahn in Bad Neustadt" erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

    Bereits die Planungen zum Neubau des Campus hatten ja schon die innovative Idee des Rhön-Klinikums beinhaltet, den Klinikberg und die Innenstadt mit einer Seilbahn zu verbinden. Dass die Stadt diese Idee nun aufgreift, ist erfreulich. Erfreulich deswegen, weil damit das Dilemma des in den vergangenen Jahren arg gebeutelten Stadtteils Herschfeld auf einen Schlag gelöst werden könnte, wenn man die Planungen zu diesem  Großprojekt der elektrischen Mobilität ernsthaft betreibt.

    Denn: Seilbahnen sind inzwischen weltweit effektive und umweltschonende Varianten des öffentlichen Personennahverkehrs, beispielsweise das Seilbahnnetz im bolivianischen LaPaz oder in Berlin die Seilbahn „Gärten der Welt“. Warum sollte nicht auch in Bad Neustadt die Nessi in die Luft gehen?

    Hier könnte man vor allem die Bediensteten des Campus auf einen zentralen Pendlerparkplatz lotsen, von wo aus sie dann per Seilbahn ins Klinikum kommen. Dies hätte einen Rückgang des Verkehrs in Herschfeld zur Folge. Stellt man dann noch an der Guttenberg-Straße eine Schranke auf, würden auswärtige Patienten und Besucher dann sowieso über die Nes20 umgeleitet werden. Doch wohin mit diesem Pendlerparkplatz? Er wäre sicherlich bei der Falaiser Brücke/Festplatz möglich. Allerdings würde dies bedeuten, dass der gesamte Verkehr am Zentralen Omnibus Bahnhof gebündelt werden würde.

    Nachteil hier: Vor allem für diejenigen, die aus dem Bereich Mellrichstadt/Grabfeld/Südthüringen nach Neustadt einpendeln, wäre dies eine zusätzliche Wegstrecke und für die Innenstadt eine Mehrbelastung. Alternative? Sicherlich wäre ein Pendlerparkplatz oder vielleicht auch ein Pendlerparkhaus auf der Rückseite des Bahnhofes möglich. Diesen könnte man über die Affenbergkreuzung, über den Kreisel und über die Herschfelder Kastanienallee unterhalb des E-Centers beziehungsweise des ehemaligen Bauhofs anfahren.

    Durch diesen Standort würden sich zudem noch neue Möglichkeiten bei der Einbindung des Bahnhofs und des Zugverkehrs ergeben. Um von diesem Areal dann per Seilbahn in die Innenstadt zu gelangen, wäre eine Weiterführung der Linie entlang der Saalewiesen in Richtung Zollberg beziehungsweise Falaiser Brücke nötig - beide „Endstationen“ wären möglich. Oder aber man leistet sich gleich zwei Linien vom Klinik-Berg herab - die eine zum Pendlerparkplatz hinter dem Bahnhof, die andere zur Falaiser-Brücke oder zum Zollberg in Richtung Innenstadt.

    Von der Streckenlänge her ist die Bad Neustädter Seilbahn durchaus vergleichbar mit der Berliner Seilbahn - diese wurde zur Internationalen Gartenausstellung 2017 errichtet und kostete nach Auskunft des Betreiberpersonals rund 15 Millionen Euro, wobei sie der Stadt Berlin von der österreichischen Herstellerfirma Leitner aus sentimentalen Gründen geschenkt worden war.

    Aus der Idee der Seilbahn ergeben sich noch weitere, interessante Nebeneffekte: Der Neubau der Wohnsiedlung in der Guttenbergstraße wäre unnötig, da sich der Weg auf den Klinikberg wesentlich verkürzt. Damit wäre der Neu- beziehungsweise Umbau ähnlicher Wohnquartiere im Bereich der Innenstadt und der westlichen Außenstadt aus den verschiedensten Gründen für die Stadtentwicklung interessanter.

    Dies würde nicht nur Herschfeld entlasten (Abwasser, Schule, Kindergarten…), sondern könnte auch wieder zu der lang ersehnten Belebung der Innenstadt/Kernstadt führen. Die Seilbahn - so viel ist klar - könnte also zu einem riesigen Impuls für die Zukunft Bad Neustadts werden, der viele andere nachhaltige Projekte anstoßen könnte. Schade nur, dass dann wohl leider der Ausbau des alten Gefängnisses erst einmal hintenangestellt werden müsste, denn zwei derartige Großprojekte wird die Stadt - bei allen möglichen Förderungen staatlicherseits - wohl nicht gleichzeitig stemmen können.

    Johannes Benkert

    97616 Bad Neustadt

    Bearbeitet von Kristina Kunzmann

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