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    Fladungen

    Liebesgeflüster aus der Telefonzelle

    Zweckverbandsvorsitzender Landrat Thomas Habermann und sein Stellvertreter, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, ließen sich am Getreidefeld im Freilandmuseum kurz als Erntehelfer einspannen. Foto: Hanns Friedrich

    Im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wird ab September eine historische Telefonzelle stehen. Die Besonderheit im Gegensatz zu solchen Exponaten in anderen Freilandmuseen erläuterte Heinrich Hacker, Wissenschaftlicher Leiter des Museums in Fladungen, bei der Zweckverbandsversammlung in Fladungen: Er verriet den Verbandsmitgliedern, dass vier Hörbeispiele abgerufen werden können, darunter ein Kind, das zu Hause anruft, - und "Liebesgeflüster". Die gelbe Telefonzelle stand einst am Markusplatz in Bamberg. Museumsleiterin Ariane Weidlich nannte den 8. September, denn dann wird die historische Telefonzelle vorgestellt. Damit ist das Freilandmuseum Fladungen, das einzige in Bayern, das eine solche Telefonzelle besitzt, die bedienbar ist.

    59.436 Gäste im vergangenen Jahr

    Im vergangenen Jahr haben 59.436 Gäste das Fränkische Freilandmuseum besucht. Damit könne man zufrieden sein, sagte der Rhön-Grabfelder Zweckverbandsvorsitzende Landrat Thomas Habermann bei der Zusammenkunft im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Für Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, erfreulich: Die Versicherung zahlt die Reparatur der in Brand geratenen Museumslok, die sich bei 418.400 Euro einpendelt. Hinzu kommt noch der Ausfall der Lok beim Museumsbetrieb in Höhe von rund 10.000 Euro in diesem Jahr. Nicht eingerechnet sind die Transportkosten der Lok von Fladungen zum Dampflokausbesserungswerk nach Meiningen. Im Oktober soll die Lok wieder fahrtüchtig sein und dann von Meiningen nach Fladungen dampfen.

    In diesen Bereich, zwischen dem Backhäuschen und der Büttnerei, kommt die Schmiede aus Waldberg. Der Platz ist bereits abgesteckt und sei ideal, wie Museumsleiterin Ariane Weidlich bei der Versammlung des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum Fladungen sagte. Foto: Hanns Friedrich

    In ihrem Bericht erwähnte Museumsleiterin Ariane Weidlich die Translozierung der Schmiede Waldberg. Die Schmiede ist mittlerweile ausgeräumt und wird im Museum zwischen der Büttnerei und dem Backhäuschen aufgestellt. Ende Oktober wird die Schmiede von Waldberg nach Fladungen gebracht. Die Eröffnung ist für 2021 geplant. 

    Mit neuen Rollups und dem Ausbau des Online Portals geht man neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit. Es gibt einen neuen Info-Flyer in englischer Sprache mit einer Auflage von 5.000 und eine Website in englischer Sprache. Hinzu kommen neue Anzeigenmotive und gezielte Großraumwerbungen. Neu ist auch die Bezeichnung Freiland-Fest, das den Begriff Museumsfest ablöst. Am Bierbrautag heißt es künftig "Heute schenken wir ein!". Auf Anfrage von  Karin Renner, was denn mit der Holzkegelbahn ist, sagte die Museumsleiterin, dass man noch auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück sei. Die Bahn sei ansonsten restauriert. Fladungens Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panten sagte, dass die Bezeichnung Freiland-Fest nicht so gut bei der Bevölkerung ankomme, da der Bezug zum Museum fehlt. Hier könne man sicher unterschiedlicher Auffassung sein, fügte Landrat Thomas Habermann an. 

    Austausch unter den Freilandmuseen

    Heinrich Hacker, wissenschaftlicher Leiter des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen, erwähnte die gut besuchte Sonderausstellung und die Vorträge. Die Zusammenarbeit mit anderen Freilichtmuseen und der Austausch von Ausstellungen seien ideal. Zur Schmiede in Waldberg berichtete er, dass man für das Sichten und Ausräumen 14 Tage benötigte. Nun gehe es ans Aussortieren, denn nicht alles könne gezeigt werden. Angesprochen hat er das Zentraldepot in Fladungen, das 16 neue Rollregale bekommt, die Kosten liegen bei rund 15.000 Euro. Die Regale seien wichtig, um die vielen Exponate entsprechend lagern zu können. Linda Wolters berichtete von einer gelungenen Veranstaltung mit zehn Musikgruppen. "Der Aufwand hat sich gelohnt, die 1.200 Besucher waren zufrieden." 

    Gut angenommen werden die neuen Mitmachstationen, bei denen man in der Reßmühle Getreide mahlen kann, die Mühlentechnik erläutert bekommt oder auch eine Rundbogenbrücke nachbauen kann. Für Kinder gibt es Malvorlagen, die auch im Set im Museumsshop erworben und mit nach Hause genommen werden können.

    W-LAN soll eingerichtet werden

    Zweckverbandesvorsitzender Landrat Thomas Habermann lobte das "tolle Programm" und die Sonderausstellungen, die Gäste nach Fladungen locken. Helmut Kleinschroth vom Finanzreferat des Bezirks Unterfranken berichtete noch von der Bahnbrücke in Stockheim. Diese kann, nach Informationen des Staatlichen Straßenbauamtes, im kommenden Jahr noch durchgehend genutzt werden. René van Eckert sprach die WLAN Verbindung in der Museumsscheune an. "Da sind wir bereits dran, WLAN wird eingerichtet," entgegnete Museumsleiterin Ariane Weidlich. 

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