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    TRAPPSTADT

    Lust am Schrauben und Erhalten

    Ausgerechnet, als Dieter Zimmer zum Treffen der Oldtimerfreunde von Gabolshausen nach Trappstadt unterwegs war, begann es zu regnen. Auf seinem Oldtimer-Traktor ohne Windschutzscheibe und Dach wurde die Anfahrt etwas unangenehm, aber der regelmäßige Teilnehmer an den Treffen der Fans von alten Fahrzeugen nahm es gelassen. „Ich fahre nun einmal Cabrio, da kommt es nur auf die richtigen Klamotten an, außerdem habe ich es nicht weit.“

    Zimmers Lanz, Baujahr 1938, war diesmal nicht das älteste Fahrzeug bei den Traktoren, sondern ein Lanz, Mannheim, Baujahr 1936, mit 25 PS, der dem Vereinsvorsitzenden Werner Pelzl gehört. Wie er berichtete, gab es bei den alten Modellen keine spontane Fahrt. „Vorglühen - frühstücken - losfahren, das war die Reihenfolge.“

    Wie das Vorglühen am Glühkopf mit Hilfe einer Heizlampe funktionierte, das führten die Lanz-Besitzer im Verlauf der Ausstellung am Sonntag vor. Interessant für die Zuschauer waren auch die alten Motoren, wie ein Deutz-Motor mit 5 PS, Baujahr 1923, und ein Junkers- Doppelkolbenmotor, Baujahr 1954, die Ewald Reitelbach aus Sulzfeld mitgebracht hatte. Sie wurden zu diversen Arbeiten eingesetzt, bei denen man ein Band anschließen konnte, beispielsweise zum Schleifen. Mit dabei hatte Reitelbach auch seinen alten Deutz, Baujahr 1956, der mit 11 PS sogar zum Pflügen eingesetzt werden konnte, aber nur mit einer Schar, wie er berichtete. Vorgeführt wurden außerdem eine alte Bandsäge und eine Schrotmühle.

    Mopeds aus den Baujahren 1935 bis 1960 waren ausgestellt und ließen die Herzen der Fans der Zweiräder höherschlagen. Dazu kamen weitere Teilnehmer, die ihre Pkw-Oldies mitgebracht hatten und mit Gleichgesinnten schnell in Fachgespräche vertieft waren. Mit dabei ein Hansa 1100, hergestellt in den Goliath Werken, Baujahr 1961, ein Viertakter mit 40 PS, der höchsten 124 km/h fuhr. Ein Hingucker war der Feuerwehrmannschaftswagen aus dem Jahr 1964, der ehemals zu einer Betriebsfeuerwehr in Thüringen gehörte. Peter Knöchel aus Trappstadt hat die Barkas B 1000 gekauft. „Ich habe einfach Freude am Schrauben und daran Altes zu erhalten“, so seine Begründung. Er gehe auch gern zu den Oldtimer-Treffen, wegen der netten Leute und wegen des Erfahrungsaustauschs.

    Zum Kennenlernen und zum Fachsimpeln war am Ausstellungstag reichlich Zeit, zunächst machten es sich Aussteller und Gäste im Musikheim beim Spanferkelessen gemütlich. Am späten Nachmittag leerte sich das ehemalige Sportgelände in Trappstadt wieder, bleibt zu hoffen, dass die „Cabriofahrer“ diesmal trocken blieben.

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