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    Oberelsbach

    MAB-Jugendforum: Nachhaltig leben und wirtschaften

    Rund 30 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren, aus deutschen, österreichischen und schweizer UNESCO-Biosphärenreservaten befassten sich in der Umweltbildungsstätte in Oberelsbach mit Zukunftsthemen. Das Bild zeigt die Teilnehmer mit den Juroren und Begleitern.  Foto: Anna-Lena Bieneck/Biosphärenreservat Rhön

    Drei Tage lang haben sich junge Erwachsene im MAB-Jugendforum in der Umweltbildungsstätte in Oberelsbach mit der zukünftigen Entwicklung von Biosphärenreservaten in  ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht beschäftigt. MAB steht für das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (Man and the Biosphere Programm) und sorgt für Weiterentwicklung, evaluiert und vernetzt Biosphärenreservate weltweit und erforscht im globalen Maßstab die wichtigsten Ökosysteme.

    Workshops und Exkursionen

    Rund 30 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren, die in deutschen, österreichischen und schweizer UNESCO-Biosphärenreservaten leben, arbeiten oder sich für diese engagieren, kamen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zusammen, um sich in ganz unterschiedlichen Workshops und Exkursionen durch die Rhön Gedanken über eine nachhaltige Entwicklung "ihres" Biosphärenreservats und des Weltnetzes der Biosphärenreservate zu machen. Im Fokus standen dabei unter anderem die Themen regionale Wertschöpfung, Ökolandbau, Biodiversität in der Kulturlandschaft oder Biosphärenreservate als Modellregionen zur Anpassung an den Klimawandel. Gemäß dem Motto "nachhaltig leben und wirtschaften" wurden ganz unterschiedliche Projektideen entwickelt, die öffentlich präsentiert und von einer Jury prämiert wurden.

    Die Projektideen der Teilnehmer des Jugendforums wurden vorgestellt und diskutiert. Foto: Marion Eckert

    Die Ehrengäste, die die Projekte bewertet und Patenschaften übernommen haben, waren: Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb, Peter Südbeck (EUROPARC Deutschland e.V., Vorstand), Barbara Engels (BfN, Geschäftsführerin MAB-Nationalkomitee, Marc Auer (BMU  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit), Michael Heugel (Vorsitzender MAB-Nationalkomitee) und  Hubert Job (Uni Würzburg). Für die Organisation waren Anne Schierenberg, Christina Hahn und Stephanie Schubert von EUROPARC verantwortlich. Die Moderatoren des Abends waren Eike Schmidt und Laura Martin.

    Gewinner ist die Gruppe "Vernetzung"

    Gewonnen hat das Projekt "Vernetzt fetzt" der Gruppe "Vernetzung". Ihnen stand als Patin Birgit Erb zur Seite. Für die Projektumsetzung haben sie 1.500 Euro  gewonnen. Den Beteiligten geht es um die Implementierung einer Online-Plattform, die sowohl Arbeitsprozesse wie auch Kommunikation vernetzt. Die jungen Teilnehmer möchten sich auch nach dem Treffen über Projekte, Ideen und den Fortgang von Maßnahmen effektiv austauschen und auf diese Weise miteinander in Kontakt bleiben, damit das gemeinsam Erarbeitete fortgeführt werden kann.

    Unter den Teilnehmern des MAB-Jugendforums waren auch drei aus der Region: Adrian Griebel (21) aus Wechterswinkel, Miriam Völkel (25) aus Oberkotzau (Praktikantin in der bayerischen Verwaltungsstelle) und Lorenz Pfeuffer (22) aus Münnerstadt.  Foto: Marion Eckert

    Die Vernetzung bezieht sich aber nicht ausschließlich auf ihre Gruppe, sondern die Vernetzung von allen Arten von Gruppen in Biosphärenreservaten. Sie möchten eine Plattform erstellen, die es allen ermöglicht, Kontakte zu pflegen, Informationen und Ideen auszutauschen und trotz räumlicher Entfernung fortzuführen. Gleichzeitig betonten sie aber, dass sie unbedingt auch persönliche Treffen, wie die drei Tage in Oberelsbach, für wichtig und notwendig erachten. Der persönliche Kontakt sei unverzichtbar, um miteinander Ideen zu entwickeln und Kommunikation aufzubauen. Die Entwicklung der Internetplattform könne nicht auf ehrenamtlicher  Basis erstellt werden, hierzu werde eine hauptamtlichen Fachkraft benötigt, waren sie sich einig.

    Kinder für die Themen interessieren

    Jeweils einen zweiten Platz belegte die Gruppe "Jugend UNESCO" (Pate: Peter Südbeck) und die Gruppe "Nachhaltigkeits-Mobil" (Pate: Marc Auer), sie bekamen jeweils 750 Euro für die Projektumsetzung. Bei Nachhaltigkeitsmobil geht es um die Idee, ein Fahrzeug anzuschaffen, das die Idee der Nachhaltigkeit in Kindergärten und Schulen bringt, die sich nicht unbedingt im direkten Umkreis eines Biosphärenreservates befinden. Dabei sollen nicht nur Themen des  Umweltschutzes, sondern eines nachhaltigen Lebens, Wohnens und Arbeitens aufgegriffen werden. Auch könnten Erwachsene beziehungsweise Eltern über ihre Kinder und Jugendlichen für dieses Thema interessiert und begeistert werden. Vielfältiges Wissen über Nachhaltigkeit, aber auch Artenvielfalt und -schutz könne so weiter gegeben, und zwar Generationen übergreifend aber auch regionsübergreifend, vom Land in die Stadt.  Michael Geier, der Leiter der Bayerischen Biosphärenreservatsverwaltung, schlug vor, an einem großen Automobil- bzw. Lkw-Hersteller heranzutreten, um ein wirklich innovatives Projekt zu entwickeln.

    Das MAB-Jugendforum entwickelte in Workshops zahlreiche Projektideen für eine zukunftsfähige Entwicklung von Biosphärenreservaten. Foto: Marion Eckert

    Weitere Projekte befassten sich mit Jobbörsen innerhalb von Biosphärenreservaten, um gerade jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, in ihrer Heimat Ausbildungs- und Arbeitsstellen zu finden. Hierzu brauche es einen "Kümmerer", der dieses Projekt idealerweise mit den Projektpartnern organisiert. "Ich habe es auf die Agenda genommen", kommentierte Geier.

    Unter den 27 Teilnehmern waren auch drei aus der Region: Lorenz Pfeuffer (22) aus Münnerstadt, studiert Forstwirtschaft; Adrian Griebel (21) aus Wechterswinkel, Azubi zum Elektroniker sowie Miriam Völkel (25) aus Oberkotzau, Praktikantin in der bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. "Es war eine schöne Erfahrung, sich  mit anderen jungen Leuten aus anderen Biosphärenreservaten auszutauschen und Ideen zu entwickeln, wie wir den Herausforderungen des Klimawandels, der demografischen Entwicklung usw. begegnen können", so Pfeuffer.

    Das Projekt "Jugendforum: UNESCO-Biosphärenreservate – Nachhaltig leben und wirtschaften" wird von EUROPARC Deutschland e.V. organisiert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weitere Infos zum Jugendforum, EUROPARC und MAB: http://nationale-naturlandschaften.de/mab-jugendforum/.

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