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    Mann der Tat, der viele Steine ins Rollen brachte

    Die Schulen lagen ihm am Herzen: Karl Grünewald (Mitte mit dunklem Anzug) besichtigte immer wieder dies Einrichtungen un... Foto: Archiv: Friedrich

    Bad Königshofen

    (hf)

    Das Grabfeld und der einstige Landkreis Königshofen im Grabfeld sind heute noch eng mit dem Namen des ehemaligen Landrates Dr. Karl Grünewald verbunden. Er wurde am 29. Dezember 1911 geboren, wäre also heute auf den Tag genau 100 Jahre alt geworden.

    Grünewald war von 1952 bis 1972 Landrat des Landkreises Königshofen. Nach der Gebietsreform war er der erste Landrat des neuen Großlandkreises Rhön-Grabfeld. 1976 starb der Landrat überraschend und er wurde auf dem Friedhof in Bad Königshofen beigesetzt.

    „Ohne Grünewald gäbe es das Schulviertel nicht.... ohne Grünewald wäre der Bayernturm nicht gebaut... ohne Grünewald wäre der Fremdenverkehr nicht ins Rollen gekommen.“ Vor allem die älteren Grabfelder würden diese Aussagen sofort unterschreiben. Auch der Neubau der heutigen Realschule ist ihm zu verdanken, ebenso die Berufsschule und die Bestandserhaltung des damaligen Progymnasiums. Hinzu kam der unproblematische Straßenbau im Grabfeld. Grünewald sorgte dafür, dass es in den Gemeinden mit dem Straßenbau voranging. „Lange bevor es Gesetz wurde, hat Dr. Grünewald hier schon reagiert und umgesetzt,“ erinnert sich Hans Albert aus Sternberg, einst Kreisrat unter Karl Grünewald.

    Grünewald förderte das Schulwesen in Königshofen und setzte sich erfolgreich für die Gründung einer Realschule ein. „Auf eigene Faust richtete Dr. Grünewald diese Schule ein, die somit den Landkreis als Träger hat. Zuvor war sein Antrag auf eine staatliche Realschule 1961 vom Kultusministerium abgelehnt worden. Am 4. September 1961 beschloss der Kreistag des damaligen Landkreises Königshofen die Gründung einer (Kreis-)Realschule. Schon im September des gleichen Jahre wurde der Unterricht mit zwei Klassen aufgenommen. Sie waren in verschiedenen Gebäuden, unter anderem in der ehemaligen Berufsschule, aber auch im heutigen Gymnasium untergebracht. Nach und nach entstanden Festsaal, neues Gymnasium und das Schulsportgelände.

    Grünewald war ein Mann, der schnell handelte, der nicht lange nachfragte und selbst Entscheidungen traf, oft ohne Genehmigung „von oben.“ So entstand auch das „Grabfeldmuseum“, das in der ehemaligen Volksschule untergebracht war und von Oswin Zwierlein geleitet wurde. Als sich später der Museumsleiter zurückzog musste das Museum für den Grabfeldgau aufgelöst werden. Geblieben ist der Verein für Heimatgeschichte, der zunächst als Förderverein für das Grabfeldmuseum gegründet worden war.

    Wenn sie an Landrat Grünewald denken, erinnern sich die älteren Mitbürger bestimmt an die Aktion zur „Rettung eines Zirkus“. Über das Fernsehen hatte Grünewald davon erfahren und sich spontan bereit erklärt, die Tiere auf seinem Gelände bei Sulzfeld unterzubringen. Bären und Löwen kamen so ins Grabfeld und Bär und Löwe waren zunächst auch im damaligen Landratsamt in der Kellereistraße untergebracht, weil das Gehege bei Sulzfeld noch nicht fertig war. Die Heimatzeitung berichtete davon, dass ein Löwe durch Königshofen schlich, aber ungefährlich war und wieder eingefangen wurde. Er war aus seinem provisorischen Käfig im damaligen Landratsamt ausgebrochen.

    100 Jahre wäre Grünewald heute alt geworden. Sein Name ist nicht nur auf seinem Grab verewigt, sondern auch an der Realschule, die seinen Namen trägt. Hinzu kommen viele weitere Einrichtungen, wie der Bau des Krankenhauses und vor allem der Fremdenverkehr. „Ohne den damaligen Landrat Dr. Karl Grünewald gäbe es vieles im Grabfeld heute nicht, vor allem das Ankurbeln des Fremdenverkehrs war sein Steckenpferd,“ erinnert sich Hans Albert aus Sternberg.

    Auch in seiner Zeit als erster Landrat von Rhön-Grabfeld war er auf diesem Gebiet aktiv. Hans Albert: „Er ließ sich damals durch den gesamten Landkreis, vor allem in die Rhönorte fahren, um mehr über Land und Leute zu erfahren und zu sehen, ob und wie zu helfen war.“

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