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    Maria Ehrenberg

    Maria zu Ehren den Berg hinauf

    Ein schönes Bild, die vielen Gläubigen mit ihren Kerzen zur Verehrung der Gottesmutter. Foto: Marion Eckert

    Kerzenlicht an den Wänden und auf den vier Ständern vor der Gottesmutter, leise Gitarrenklänge und eine Stimme aus einer Bankreihe betet einen Mariengruß - dazwischen ein Schnarchen und das Rascheln von Decken. Nachts um 3.30 Uhr in der Wallfahrtskirche am Maria Ehrenberg. Etwa 40 Personen übernachten in der Kirche, sie schlafen, beten, singen, meditieren.

    Sie alle haben sich vor dem Gnadenbild der Muttergottes versammelt und nutzen diese besondere Nacht zum Hochfest Mariä Himmelfahrt, um in persönliche Zwiesprache mit Maria zu gehen. Sorgen, Nöte, Freude, Dankbarkeit, Ängste, Zweifel - alles kann bei der Mutter des Herren abgelegt werden, wird in den Gebeten und Litaneien immer wieder betont. In der Nacht vor dem Hochfest Mariä Himmelfahrt steht der Maria Ehrenberg allen Besuchern offen. Schon am Nachmittag waren viele Wallfahrten und Einzelpilger aus der gesamten Region zum Gnadenort gekommen, der mitten im Truppenübungsplatz liegt.

    Der jüngste Wallfahrer gibt den Ton an

    Die einzige Fußwallfahrt, die durch das militärische Gebiet geht, ist die Wegfurter, an der 170 Personen beteiligten. Die Wallfahrtsführer Josef Söder und Willi Büttner dankten treuen Wallfahrern mit einer Medaille als Erinnerung. Ihr besonderer Dank ging aber an den elfjährigen Hannes Kirchner aus Burglauer, der  nicht nur der jüngster Wallfahrer war, sondern von Wegfurt bis Maria Ehrenberg die Wallfahrt auf dem Flügelhorn begleitete.

    Mit 84 Jahren geht Martha Roßhirt noch immer voran

    Mit gut 70 Wallfahrern waren die Hohenröther zum Maria Ehrenberg gekommen. Ihre Wallfahrt leitete die 84-jährige Martha Roßhirt, wie sie es schon seit 1968 tut. Die Maria Ehrenberg-Wallfahrt steckt bei ihr wohl in den Familiengenen. "Schon der Großvater meines Mannes war als Musiker mit dabei", erzählte sie. In diesem Jahr lautete das Motto: "So weit die Füße tragen." Allerdings waren die Hohenröther von Oberbach aus mit dem Bus auf den Truppenübungsplatz gekommen.

    Martha Roßhirt, die Wallfahrtsführerin aus Hohenroth. Foto: Marion Eckert

    Martha Roßhirt war aber nicht nur als Wallfahrtsführerin tätig. Sie war Lektorin bei der Vigilfeier und betete in der Nacht mehrere Andachten, jeweils gemeinsam mit Carmen Beranek. Denn wie es die Tradition will, spielt der Musikverein Hohenroth, unter Leitung von Rudi Fischer, nicht nur bei der Vigilfeier, sondern auch nachts um zwei Uhr eine Andacht zu Ehren der Verstorbenen in der Wallfahrtskirche. Gerade das Fest Mariä Himmelfahrt sei für solch eine Andacht geeignet.

    Pfarrer Hans Thrun stand der Liturgie zur den Gottesdiensten und der Vigilfeier vor. Foto: Marion Eckert

    "Wir sehen den Himmel offen", sagte Pfarrer Hans Thurn, der neue Leiter der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Georg – Maria Ehrenberg, Bad Brückenau". Er ist erst kurzem im Amt und stand zum ersten Mal den Gottesdiensten und der Vigilfeier auf dem Maria Ehrenberg vor. "Ich bin überwältigt", sagte er, "der Frieden strahlt von hier aus". Dabei war ihm das große Fest auf dem Maria Ehrenberg nicht neu, mit einer Seniorengruppe hatte er 2004 einen Ausflug hierher unternommen und war auch damals schon ergriffen.

    Die Vigilfeier zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am Maria Ehrenberg besuchten gut 3500 Gläubige. Foto: Marion Eckert

    Aus München auf den Maria Ehrenberg gekommen

    Über 3500 Gläubige waren am Abend zum Maria Ehrenberg gekommen, auf den Bänken vor dem Freialtar hatten sie Platz gefunden, viele hatten aber auch eigene Sitzgelegenheiten, Decken und Isomatten mitgebracht. Die Vigilfeier begann mit einem Rosenkranz, den traditionell Frauen aus Sandberg vorbeten. Für Corinna Kirchner war es das erste Mal, Unterstützung bekam sie von Bettina Wagner, einer ehemalige Sandbergerin, die schon als kleines Mädchen mit ihrer Mutter am Maria Ehrenberg war, heute in München lebt und Jahr für Jahr zu diesem Festtag in ihre alte Heimat kommt.

    Die Muttergottes am Maria Ehrenberg ist der Zielpunkt der Wallfahrten. Foto: Marion Eckert

    "Schon ewig" spielen die Sandberger Musikanten im Anschluss an die Vigilfeier in der Wallfahrtskirche eine Andacht. Vorbeterin war auch in diesem Jahr Christina Leiber. Doch zuvor galt es, die Statue der Mutter Gottes auf dem Tragegestell mit einer Lichterprozession um die Kirchenanlage zu tragen. "Ave, Ave Maria" und "Christen kommt zum Berg der Ehren, der Maria ist geweiht" sangen die Gläubigen und hoben zur Verehrung ihre Kerzen. Ein schönes Bild in der Dunkelheit, während sich der Vollmond über die Baumwipfel schob. In der Predigt zeichnete Pfarrer Thurn ein Bild von Maria als Mutter der Kirche, Mutter der Glaubenden und derer, die durch sie zu Christus finden.

    Auch Regen schreckt die Gläubigen nicht ab

    Nicht vergessen werden durfte zum Abschluss des Fests der Dank an die Feuerwehr für die Verkehresregelung und Absicherung, das Rote Kreuz für den Sanitätsdienst und die viele ehrenamtlichen Helfer, die das Fest vorbereiteten und vielfach nur im Hintergrund wirken, wie auch die Konzelebranten und natürlich die Ministranten aus der Pfarreiengemeinschaft, die zu so später Stunde noch am Maria Ehrenberg ihren Dienst taten.

    Für die richtige Platzierung der Gottesmutter war Küster Bernhard Kretz verantwortlich. Foto: Marion Eckert

    Nachdem die Vigilfeier bei trockener Witterung stattfinden konnte, war der Feiertag von Regen geprägt. Doch die Gläubigen kamen dennoch schon am Morgen in Scharen zur Frühmesse und dem Hochamt.

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