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    Mellrichstadt

    Mellrichstädter Kreisel: Es geht voran auf der Baustelle

    Die Arbeiten liegen im Zeitplan, versichert die Baufirma. Und auch die Autofahrer haben sich mit der neuen Verkehrssituation in Mellrichstadt abgefunden, wie es scheint.
    Reger Verkehr: Zahlreiche Baustellenfahrzeuge sind auf der Kreisel-Baustelle im Norden von Mellrichstadt im Einsatz. Derzeit wird an den Straßenseiten an der Entwässerung gearbeitet. 
    Reger Verkehr: Zahlreiche Baustellenfahrzeuge sind auf der Kreisel-Baustelle im Norden von Mellrichstadt im Einsatz. Derzeit wird an den Straßenseiten an der Entwässerung gearbeitet.  Foto: Simone Stock

    Es herrscht rege Betriebsamkeit auf der Baustelle für den neuen Mellrichstädter Kreisel. In der dritten Bau-Woche hat sich das Bild am nördlichen Stadtausgang total verändert, und es herrscht reger Verkehr im ehemaligen Kreuzungsbereich.

    Nicht, dass Autofahrer das missverstehen: Natürlich dürfen hier nur Baustellenfahrzeuge fahren, dafür sorgt die Vollsperrung. Laster und Bagger verteilen Baumaterial, an den Randbereichen werden Drainageleitungen verlegt. Beim Baustellen-Jour-Fixe am Dienstag informierten sich Bürgermeister Eberhard Streit, sein Stellvertreter Thomas Dietz sowie Waltraud Hess vom städtischen Bauamt über den Baufortschritt. Die gemeinsame Besprechung mit den Mitarbeitern der Firma Strabag (Schwarzach), dem Überlandwerk Rhön, der Bayerischen Rhöngas sowie Sebastian Hobler vom Planungsbüro Zehe ist ein wöchentliches Ritual.

    Drainage wird verlegt

    Die Asphaltschicht im ehemaligen Kreuzungsbereich ist schon lange verschwunden. Nun geht es in die Tiefe. Wie Sebastian Friedel, Bauleiter der Firma Strabag, informierte, sind die Drainageleitungen zur Oberflächenentwässerung auf der Straßenseite unterhalb des Netto-Markts bereits verlegt, auf der Aldi-Seite sind die Arbeiten in vollem Gang. 

    Wie geht es weiter auf der Baustelle? Bürgermeister Eberhard Streit (links) und sein Stellvertreter Thomas Dietz (Zweiter von rechts) im Gespräch mit Sebastian Hobler vom Planungsbüro Zehe (Mitte) sowie Vertretern der Baufirma Strabag, des Überlandwerks und der Bayerischen Rhöngas.
    Wie geht es weiter auf der Baustelle? Bürgermeister Eberhard Streit (links) und sein Stellvertreter Thomas Dietz (Zweiter von rechts) im Gespräch mit Sebastian Hobler vom Planungsbüro Zehe (Mitte) sowie Vertretern der Baufirma Strabag, des Überlandwerks und der Bayerischen Rhöngas. Foto: Simone Stock

    Die nächsten Schritte sind Gas und Strom, hieß es vor Ort. Wo soll künftig die Straßenbeleuchtung stehen? Die Standorte für die Lampen müssen festgelegt und dazu mehr Kabel im Untergrund verlegt werden, so die Mitarbeiter des Überlandwerks. Und auch eine Gasleitung muss im Kreuzungsbereich verlängert werden. Dann ist wieder die Firma Strabag am Zug.

    Ende August wird gepflastert

    "In knapp drei Wochen wollen wir mit den Pflasterarbeiten anfangen", so Sebastian Friedel. Das Pflastern der Randbereiche, das Setzen der Bordsteine und der Bau von vier Verkehrsinseln wird etwa vier Wochen dauern, schätzt der Bauleiter. Jeder Straßenast, der in den Kreisel führt, bekommt einen Fußgängerüberweg mit Verkehrsinsel, zur Sicherheit der Fußgänger. 

    Sind alle Leitungen verlegt, alle Pflastersteine gesetzt, geht es ans Aufschottern und schließlich ans Asphaltieren, so Friedel. Bislang liegt die Baufirma bei den Arbeiten voll im Plan, bis Mitte November könnte der Kreiselbau fertig sein. "Gerne auch früher", spitzte Thomas Dietz die Vertreter der Baufirma verschmitzt an. 

    Gräben in der Meininger Landstraße: Die Drainageleitungen zur Oberflächenentwässerung werden derzeit auf der Straßenseite unterhalb des Aldi-Markts verlegt.
    Gräben in der Meininger Landstraße: Die Drainageleitungen zur Oberflächenentwässerung werden derzeit auf der Straßenseite unterhalb des Aldi-Markts verlegt. Foto: Simone Stock

    Der Verkehr läuft mittlerweile

    Derweil hat sich die Verkehrssituation in und um Mellrichstadt eingependelt. "Es läuft mittlerweile", sagt Klaus-Dieter Sopp, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Mellrichstadt, auf Anfrage dieser Redaktion. Viele Autofahrer hätten zu Beginn der Umleitung einfach noch einmal ausprobieren wollen, ob sie ihre eingefahrenen Wege doch noch fahren können, oder hätten schlicht für sie geltende Verbots- oder Hinweisschilder übersehen. 

    Doch es gibt auch die Uneinsichtigen, so Sopp, die ganz bewusst in falscher Richtung durch die Einbahnstraße fahren. Das Argument gegenüber den kontrollierenden Polizisten: "Das geht schneller." Da können auch die Beamten nur den Kopf schütteln.

    Kontrollen an Schleichwegen

    Die Polizei zeigt auf den Umleitungsstrecken Präsenz. In der Thüringer Siedlung wurde etwa jüngst die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer kontrolliert – hier gilt Tempo 30. Und auch am noch befahrbaren Stück der Staatsstraße 2445 Richtung Mellrichstadt mit verbreiterter Liefereinfahrt für Lastwagen im Bereich des Küchenstudios Mahr wurden bereits zahlreiche Autofahrer gestoppt, die hier abkürzen und über die Thüringer Siedlung die Sperrung umfahren wollten. 

    Die Polizeiinspektion Mellrichstadt zeigt auf den Umleitungsstrecken Präsenz und kontrolliert, ob Autofahrer sich an die Hinweis- und Verbotsschilder halten. 
    Die Polizeiinspektion Mellrichstadt zeigt auf den Umleitungsstrecken Präsenz und kontrolliert, ob Autofahrer sich an die Hinweis- und Verbotsschilder halten.  Foto: Simone Stock

    Ein Autofahrer, der dort gestoppt wurde, zahlte 20 Euro Bußgeld und wollte seine Abkürzung dann bedenkenlos weiterfahren. "Der Mann hat es nicht verstanden, dass er zurückfahren und die Umleitungsstrecke nehmen muss", sagt Klaus-Dieter Sopp. Sein Argument: "Ich hab doch bezahlt, da darf ich jetzt auch weiterfahren." Dass die Polizisten in Mellrichstadt Humor haben, zeigt die Antwort: "Das hier ist keine Mautstraße, sondern eine gesperrte Stecke!", ließen die Beamten den Mann wissen.

    Keine Probleme an der Kreuzung

    "Es gibt immer findige Köpfe, die meinen, sie müssen die Umleitung umgehen", so Sopp. Werden sie erwischt, müssen sie zahlen. Keine Probleme gibt es im Bereich der Kreuzung Sondheimer Straße/Stockheimer Straße. Die Ampelanlage ist außer Betrieb, die Autofahrer müssen hier also die Verkehrszeichen beachten. Die Meininger Landstraße, die in die Hauptstraße mündet, ist Vorfahrtsstraße.

    Am Montag hat sich an dieser Kreuzung ein Unfall ereignet, der allerdings laut Polizei glimpflich ausging. Ein Autofahrer hat beim Queren der Kreuzung einen Radfahrer übersehen, der Radler wurde leicht verletzt. Ansonsten hat es im gesamten Umleitungsbereich bislang keine gravierenden Zwischenfälle gegeben, "lediglich Kleinunfälle", sagt der Polizeihauptkommissar.

    Mit dem Kreisel gewinnen alle

    Einen Hinweis, dass es für Fußgänger im Zuge der abgestellten Ampeln schwieriger sei, die Straßen an der Kreuzung zu überqueren, hat die Polizei überprüft, sieht aber keine Probleme. "Zu Stoßzeiten müssen Fußgänger vielleicht einmal kurz warten", hat Klaus-Dieter Sopp festgestellt. Hier besteht kein Handlungsbedarf.

    Alles in allem ist die Umleitung laut Klaus-Dieter Sopp durchdacht, die Einschränkungen beziehen sich auf einen begrenzten Zeitraum. Ist der Kreisel fertiggestellt, profitieren alle von der neuen Verkehrsführung. "Eigentlich gibt es dann nur Gewinner."

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