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    Haselbach

    Missio-Camp: In den Sand gemalt

    "Wo ist mein Sohn?" mit aktuellem Bezug malte Conny Klement Geschichten aus der Bibel in Sand. Foto: Marion Eckert

    Mit geschickten und flinken Bewegungen schob sie hauchdünnen Sand auf einer beleuchten Glasplatte so hin und her, dass immer wieder neue Bilder entstanden. Per Video wurde ihr Tun auf die großen Leinwände im Zelt des Missio-Camp übertragen. Die Besucher waren von ersten Augenblick an fasziniert, lauschten den Erzählungen, die ihr Mann Johannes Klement (Pastor im Ruhestand) erzählte.

    Ihre Hand bewegte sich zu Beginn über die Platte und in Windeseile entstand eine zunächst einsame Landschaft. Während ihr Mann erzählte, wie Gott die Welt erschuf, entstanden neue Bilder von Palmen, Blumen und Schmetterlingen. Aus dem Paradies wurden plötzlich Steine und eine Mauer. Adam und Eva waren des Paradieses vertrieben. Aus kleinen Zeigefingerbewegungen entstanden traurige Augen und herabgezogene Mundwinkel. Nur ein winziger Daumendruck veränderte die Gesichtsausdrücke. Mit dem Handballen zauberte sie Gesichtskonturen, durch zarte Berührungen mit den Fingerkuppen flossen Tränen.

    Reise durch die Geschichten der Bibel

    So nahm das Ehepaar Klement die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichten der Bibel, die sie unter das große Thema "Heimat" stellten. Adam und Eva verloren ihre Heimat im Paradies, es folgen die großen Gestalten der Bibel Abraham und Mose, die ebenfalls ihre Heimat verloren. Eindrucksvoll war die Geschichte vom Bau des Tempels in Jerusalem und die Vertreibung des Volkes Israel zur Zeit des babylonischen Königs Nebukadnezar bis zum Propheten Hesekiel. Die Geschichte von Krieg, Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit und Leid spannten sie anhand der Frage einer Mutter "Wo ist mein Sohn?" in die heutige Zeit. Das sorgenvolle Gesicht einer älteren Frau blickte auf eine unruhige See mit einem Boot, das voller hilfesuchender Menschen ist.

    Sandmalerin Conny Klement zeigte im Missio-Camp ihr Kunst. Foto: Marion Eckert

    "Menschen suchen nach Heimat und Geborgenheit, seit sie jenseits von Eden leben müssen",  hieß es in dem Text. Die Sandmalerin ging der Frage nach, wo die Seele Heimat findet kann und malte die Antwort in den Sand. Mithilfe weniger Handbewegungen zauberte die Künstlerin die Krippe mit Maria, tief über Jesus gebeugt. Von Bethlehem zur Kreuzigung, ein Bild entstand aus dem anderen. Tief beeindruckt spendete das Publikum am Ende der Geschichte Applaus.

    Als Missionarin in São Paulo

    Conny Klement hat mehrere Jahre als Missionarin gemeinsam mit ihrem Mann in São Paulo gelebt und Kindern von Jesus erzählt. Da sie kein kindgerechtes Material zur Verfügung hatte, war sie auf der Suche nach einer kreativen Alternative und wurde auf  Sandpainting aufmerksam. Diese Kunst brachte sie sich schließlich selbst bei.

    "Eigentlich schiebe ich nur Sand", erklärt sie ihre Arbeit. "Durch schieben verändere ich den Sand. Dazu benutze ich die Finger und Hände, die Fingerkuppen, Fingernägel, Handballen aber auch Hilfsmittel wie Zahnstocher und einen Salzstreuer, der mit Sand gefüllt ist.

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