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    Wargolshausen

    Mitglieder der Wa-Ka-Ge bauen Piratenschiff aus "Käferholz"

    In Massivbauweise wurde von jungen Männern der Wa-Ka-Ge ein Piratenschiff für den Rosenmontagsumzug in Wargolshausen gezimmert Foto: Ansgar Büttner

    Welche vernünftige Verwendung gibt es für "Käferholz"? Verbrennen, verkaufen, oder – und das hat eine Gruppe junger Burschen in Wargolshausen jetzt gemacht – Faschingswagen bauen. In Massivbauweise wurde für den Rosenmontagsumzug ein zehn Meter langes Piratenschiff zusammengezimmert.

    "Es wäre wirklich schade gewesen, wenn wir die schönen Stämme, die vom Borkenkäfer befallen waren, nur als Brennholz hätten verwenden können", so Lukas Reinhart, einer der Faschingswagenkonstrukteure aus Wargolshausen. Und so haben die sieben 25- bis 30-Jährigen aus den Stämmen Bretter schneiden lassen, um damit einen mächtigen Schiffskorpus zu bauen. Ein Projekt, das bei der Umsetzung allerdings ein ganzes Stück anspruchsvoller war, als man sich anfangs vorgestellt hatte. Dabei waren ausschließlich Fachmänner am Werk. Vom Bau- bzw. Maschinenbauingenieur bis hin zum Schreiner und Schuster waren die verschiedensten Praktiker im Einsatz. Es müssen an die 500 Stunden gewesen sein, bis das zehn Meter lange Prachtschiff fertiggestellt war. Denn nicht nur mit dem hölzernen Rumpf gab man sich zufrieden, auch die Brücke mit gedrechselten Geländersprossen und eine Motorwinde für das Aufstellen des Segelmastes wurden vorgesehen.

    Erfahrungen im Wagenbau gesammelt

    Erfahrung haben die sieben jungen Männer - neben Lukas Reinhart sind David Förster, Andreas Kürschner, Maximilian Zink, Christian Beck, Dominik Büttner und Johannes Büttner beteiligt - im Faschingswagenbau schon ausreichend gesammelt. Schließlich handelt es sich um das 14. Gaudifahrzeug der Gruppe. "Mit 13 oder 14 Jahren", so Lukas Reinhart, "haben einige von uns gegen den Willen unserer Eltern mit dem Wagenbau begonnen". Und er räumt ein, dass die Basis für den Umgang mit Hammer und Säge in dieser Zeit gelegt worden sei. Nun, ganz so mächtig waren die Fahrzeuge damals noch nicht. Aber schon in jungen Jahren haben sie Wert auf ordentliches Aussehen gelegt.

    Mit Helga Gans hatte man dazu eine erfahrene Malerin, die die Pappverkleidungen entsprechend gestaltete und zum Blickfang werden ließ. Aber das ist ja heuer nicht erforderlich. Schließlich hat man sich für die Massivbauweise entschieden. Dass allerdings das Schiff anschließend noch Verwendung findet, wie vor ein paar Jahren die Glühweinhütte, ist zweifelhaft.

    Dekorativen Verkaufsstand gebaut

    Damals hatten die Faschingsnarren das Thema "Weihnachtsmarkt" gewählt und in Massivbauweise einen dekorativen Verkaufsstand einschließlich Holzschindeleindeckung und Gaubenattrappen gebaut. Ein Konstrukt, das nach Fasching mit Rädern versehen wurde und nun beim Weinfest oder an den Adventsabenden als Ausschankhütte Verwendung findet.

    Solche "Überlebenschancen" wird das mächtige Schiff wohl nach Fasching nicht haben. Denn erstens ist es nicht wasserdicht und zweitens würde keine Chance bestehen, auf dem Goldbach, dem kleinen Rinnsal durch Wargolshausen, zu schippern. So wird am Aschermittwoch dann doch die Frage gestellt werden: "Was mit dem Käferholz machen?". Aber auch wenn es dann doch noch zu Brennholz verarbeitet werden sollte, eine kurze Reise durch die närrischen Tage sollte den Holzbrettern dann doch noch vergönnt gewesen sein.

    Letzte Hand legen Dominik Büttner, Lukas Reinhart und David Förster bei ihrem Piratenschiff an. Foto: Ansgar Büttner

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