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    Wargolshausen

    "Monstermäßiger" Spaß beim Wargolshäuser Fasching

    Als liebenswerte Monster verzauberte die Purzelgarde das Publikum. Foto: Eckhard Heise

    Kunterbunt war die Bühne im Gästehaus von Wargolshausen. Kein Wunder, feierte die WaKaGe gemäß ihres Mottos doch "monstermäßig Fasching". Das tat sie mit einem monströsen Programm über bald fünf Stunden, in denen souverän und gewandt Sitzungspräsident Jochen Gans den Takt angab.

    Hinter dem Moderator hatte als Gastverein der Elferrat aus Üchtelhausen Platz genommen.  Die "Gässbockelf" war nicht allein gekommen, sondern hatte eine Garde mitgebracht, die mit zwei Auftritten das Programm mitgestaltete. Den Auftakt machte auch ein Gast, diesmal aus der Verwandtschaft von Oti Schmelzer, der durch seine Auftritte bei der Fastnacht in Franken bestens bekannt ist. Nach Wargolshausen entsandte er seinen Neffen, der mit seinem Kompagnon als "Lubber & Babbo" auf Zeitreise ging.

    Zahlreiche heimische Narren

    So gut wie den gesamten Rest bestritten die Eigengewächse der heimischen Narren. Da der Nachwuchs zahlreich ist, waren sogar zwei Purzelgarden auf dem Parkett: Einmal zum Thema "Milch und Schokolade" und einmal als putzige Monster. In ihren bezaubernden Kostümen verbreiteten sie alles andere als Schrecken.

    Nicole Seufert (links) und Jutta Scherl treten erfolgreich in die Fußstapfen der legendären Helga und Margot, die im Vorjahr ihren Abschied von der Narrenbühne bekanntgegeben haben. Foto: Eckhard Heise

    Die tänzerischen Einlagen vervollständigten die Juniorengarde und die blauen Dragoner mit schnittigen Gardetänzen. Auch Christoph Büttner gehört zum festen närrischen Inventar von Wargolshausen. Diesmal berichtete er, dass er im Grunde keine Angst vorm Fliegen, sondern vor dem Abstürzen hat. Spaß bereitete noch ein Gastbeitrag aus Essfeld, in dem versucht wurde, auf unkonventionelle Weise ein E-Bike selbst zu bauen.

    Phobien-Selbsthilfegruppe versucht sich an Eigentherapie

    Nach der Pause machte die Phobien-Selbsthilfegruppe rund um Herwig Kirchner unangenehme Erfahrungen in der Eigentherapie, und der Zuschauer konnte sich amüsieren, wenn sich Menschen mit höchst obskuren Ängsten outen. Doch dann legten die Akteure der WaKaGe erst richtig los.

    Erst setzte die Juniorengarde ihren "Traum vom Fliegen" in einem fulminanten Showtanz um, ehe Nicole Seufert und Jutta Scherl sich mit den Tücken und Vorteilen des Handys auseinandersetzten. Ihre temperamentvolle Bütt war aus einem Guss und ein Knaller, sodass sich das Publikum vor Lachen bog. Als die Zwei verunstaltete Fotos von Elferräten zeigten, war kein Halten mehr. Die beiden haben ohne Weiteres das Zeug dazu, in die Fußstapfen der legendären Margot Büttner und Helga Gans zu treten, die zum ersten Mal als Zuschauer das Geschehen auf der Bühne verfolgten.

    Das anschließende Männerballett präsentierte tatsächlich gekonnte Ansätze vom Tanzen, wenn auch meist - zum Spaß des Publikums - recht ungestüm auf der Bühne agiert wurde.

    "Golbichler" sind mit ihren Dialektliedern Kult

    Die "Golbichler" haben inzwischen längst Kultstatus erreicht, obgleich – oder gerade weil - ihr Auftritt mit drei Liedern stets nach dem gleichen Schema abläuft. Der Zuhörer sollte allerdings dialektfest sein, denn so mancher Vers hatte mit Hochdeutsch – von dem sich vor allem Lothar Büttner verächtlich distanziert – rein gar nichts zu tun. Vor allem als er sich mit seinem Partner Georg Gans über Lebensweisheiten aus Volkes Mund ausließ, war ein Beherrschen der Wargolshäuser Mundart von Vorteil.  

    Kaum wiederzuerkennen: Vereinspräsident Marco Wicht (links) und Sitzungspräsident Jochen Gans. Foto: Eckhard Heise

    Nach dem Showtanz der Gästegarde sorgten das bewährte Duo Eustach und Gotthold alias Fredi Breunig und Martin Wagenbrönner noch einmal für Tränen in den Augen. Im alkoholisierten Zustand hatte sich Gotthold zum Vorsitzenden des Burschenvereins wählen lassen, was er nun zuhause der Gattin zu beichten hat.

    Wie im Flug war die Zeit vergangen und der Präsident kündigte auch schon das Finale an. Wie stets zeichnete die Große Garde für den Abschluss verantwortlich, und wie stets wurden die Mädchen mit einem grandiosen Showtanz den Erwartungen gerecht.

           

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