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    Bad Königshofen

    „Musik aus dem Fenster“ setzt sich durch

    Getrennt und doch gemeinsam: Von zwei gegenüberliegenden Grundstücken aus spielen die Familien Börger (rechts) und Dietz/Arrighy ein Ständchen am Sonntagabend.
    Getrennt und doch gemeinsam: Von zwei gegenüberliegenden Grundstücken aus spielen die Familien Börger (rechts) und Dietz/Arrighy ein Ständchen am Sonntagabend. Foto: Regina Vossenkaul

    Der Nordbayerische Musikbund (NBMB) hat sich dem Trend angeschlossen und rief zum Mitmachen bei der Aktion "Musik aus dem Fenster" auf. Am Palmsonntag ging das Musizieren im oder am eigenen Zuhause in die dritte Runde. Wie andernorts im Landkreis fanden sich auch in Bad Königshofen Familiengruppen, die am Sonntag um 18 Uhr mehrere Musikstücke spielten, zur Freude der Nachbarn und als Zeichen der Solidarität in der Krise.

    "Kein schöner Land" erklang in der Keßlerstraße

    Am 22. März war der erste Aufruf durch den NBMB erfolgt, vorgeschlagen wurde, Beethovens "Ode an die Freude". Noten zum Downloaden stellte der Musikbund zur Verfügung. In der Keßlerstraße in Bad Königshofen wohnen zwei Familien mit musikalischer Begabung und Erfahrung gegenüber. Sie vereinbarten dem Aufruf gemeinsam zu folgen. Nach dem Auftakt am 22. März folgte sonntags darauf "Von guten Mächten wunderbar geborgen", mit dem bewegenden Mutmach-Text von Dietrich Bonhoeffer, dem aber auf Wunsch der Nachbarn in der Keßlerstraße noch der Frankenlied-Marsch folgte. Am Palmsonntag wurden beide Lieder wiederholt, neu kam dazu "Kein schöner Land".

    Die gewohnten Musikproben fehlen

    Das gemeinsame Musizieren fehlt vielen. Zurzeit liefe gerade die heiße Probenphase für die Osterkonzerte. Sie entfallen, wie viele andere gemeinsame Aktivitäten. Gern hat deshalb die Familie Börger mit dem ehemaligen Bad Königshöfer Christkind Annika (Altsaxophon), Schwester Antonia (Klarinette) und Mutter Kerstin (Querflöte) ihre Instrumente ausgepackt, auf der anderen Straßenseite taten dasselbe Lena Dietz (Klarinette) mit Florian Arrighy (Trompete) und Mutter Helga Dietz (Blockflöte).

    Musik und Gesang in der Kolpingstraße: Mit dabei sind (von links) Klaus Blindenhöfer mit Anke Behr, Ingrid und Clemens Behr, Thomas Weigand und Rosi Polzer.
    Musik und Gesang in der Kolpingstraße: Mit dabei sind (von links) Klaus Blindenhöfer mit Anke Behr, Ingrid und Clemens Behr, Thomas Weigand und Rosi Polzer. Foto: Regina Vossenkaul

    Einige Straße weiter entfernt waren Volkslieder angesagt, dort spielten in einem Hof in der Kolpingstraße Clemens Behr (Gitarre) und mit vorgeschriebenem Abstand Thomas Weigand (Klarinette), die Familienmitglieder sangen mit. Von den umstehenden Häusern schauten die Leute zu und spendeten Applaus. "Wir spielen, bis die Ausgangsbeschränkungen vorbei sind", sagten die beiden Mitglieder der Prominentenband. Sie wollen, wie alle anderen Musiker, damit ihren Respekt und ihre Anerkennung ausdrücken und denjenigen danken, die in der Krise besonders gefordert sind, vom Pflegepersonal bis zu den Supermarkt-Mitarbeitern.

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