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    Mellrichstadt

    Nach Eklat: Rausch und Smolin nicht auf der FDP-Kreistagsliste

    Nach einem Eklat stellte der FDP-Kreisverband eine Liste ihrer Kandidaten für den Kreistag auf. Foto: Eckhard Heise

    Übersichtlich war die Zahl der Freiheitlichen Demokraten, die sich zur Aufstellungsversammlung ihrer Kreistagskandidaten traf. Als Ziel für die Kreistagswahl im März gab Kreisvorsitzender Karl Graf Stauffenberg den Gewinn eines dritten Mandats aus. Bisher waren Thomas Smolin und Hartmut Rausch für die FDP im Kreistag. Doch diesen Erfolg zog Rausch stark in Zweifel. Mit massiven Angriffen gegen den Kreisvorsitzenden sorgte er vielmehr für einen Eklat und verzichtete letztendlich selbst auf eine erneute Kandidatur.

    Kaum dass Stauffenberg die Wahl der Kandidaten eröffnete, ergriff Rausch das Wort und setzte aufgebracht zu einer ausführlichen Klage an, in deren Mittelpunkt der Vorsitzende stand. Besonders bemängelte er fehlende Kommunikation und ein Ausbooten von verdienten Mitgliedern. Vor allem verlangte er, dass der zweite bisherige Kreisrat, Dr. Thomas Smolin, statt Stauffenberg auf Platz eins der Liste gesetzt wird. Anderenfalls stehe er nicht mehr zur Verfügung. Rausch fürchtet in erster Linie einen Stimmenverlust für die FDP, falls Stauffenberg den Spitzenplatz einnimmt. "Ihr Leumund im Landkreis ist einfach zu schlecht", empörte sich Rausch und verließ den Raum.

    Stauffenberg wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, sein Amt zur Verfügung zu stellen, falls die Versammlung einer ähnlichen Meinung ist. Stefan Rath sprang ihm jedoch zur Seite und erinnerte daran, dass Stauffenberg erst vor kurzem einstimmig zum Kreisvorsitzenden gewählt worden ist.

    Stauffenberg wies außerdem darauf hin, dass die Mitglieder die Liste zusammenstellen und nicht er. Er sei schockiert von dem "emotionalen Ausbruch" und beteuerte, dass die Aufstellung der Liste ein demokratischer Akt sei und niemand Anspruch auf einen Platz habe. Stellvertretender Bezirksvorsitzender Hans Müller griff schließlich ein und rief zur Mäßigung auf, so dass er als Wahlleiter das Wahlprocedere einleitete.

    Auf Vorschlag Stauffenbergs wurde über die ersten zehn Plätze einzeln abgestimmt. Für Platz eins kandidierten Thomas Smolin und Stauffenberg, der sich mit sieben gegen zwei Stimmen durchsetzte. Da der abwesende Smolin schriftlich angekündigt hatte, nur für den Spitzenplatz zu kandidieren, wie Stauffenberg mitteilte, wurde er bei der weiteren Nominierung ebenso wenig berücksichtigt wie Rausch.

    Die Kandidatenliste
    Platz 1 Karl Graf Stauffenberg, 2 Marion Marschall (Großbardorf), 3 Dr. Helmut Klum (Bad Neustadt), 4 Manfred Schauer (Saal), 5 Ulrike Meinschäfer (Bischofsheim), 6 Klaus Ginkel (Ostheim), 7 Markus Suchanka (Bad Königshofen), 8 Hartmut Schmutz (Bad Neustadt), 9 Stefan Rath (Bad Neustadt), 10 Dieter Radina (Großbardorf), 11 Jürgen Nimec (Bischofsheim), 12 Matthias Kolb (Heustreu), 13 Miriam Marschall (Großbardorf), 14 Volker Schmidt (Mellrichstadt), 15 Harald Maisch (Bad Neustadt), 16 Wolfgang Heuring (Ostheim), 17 Mario Lauterbach (Saal), 18 Ute Weber und 19 Arthur Janke (beide Bad Neustadt), 20 Svenja Marschall (Großbardorf), 21 Michael Bösinger (Bad Neustadt) und 22 Udo Stockheimer (Ostheim).

        

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