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    BISCHOFSHEIM

    Neuartiger Rhönbob als Prototyp für weltweiten Einsatz

    Die Sommerferien haben nun auch in Bayern begonnen. Nicht nur für viele Eltern die Zeit, einen Ausflug in die Rhön und gerade auch zur Wasserkuppe zu unternehmen. Eine Attraktion werden sie dort in den ersten Ferienwochen allerdings nicht antreffen. Wo in den vergangenen 21 Jahren unzählige Besucher mit dem Rhönbob in die Tiefe düsten, befindet sich derzeit eine Baustelle. Die bisherige Strecke wurde entfernt eine neue „attraktivere und spektakulärere“, wie das Wiegand-Sprecherin Alexandra Pach bezeichnet, wird gerade errichtet.

    Die nächste Generation

    Die Firma Wiegand aus der hessischen Rhön entwickelt, baut und vertreibt derartige Bahnen. Und wie der Rhönbob einst Prototyp für zahlreiche derartige Rodelstrecken in der ganzen Welt war, soll auch die neue Bahn mit dem internen Namen „Alpine-Coaster 2.0“ Prototyp für die nächste Generation solcher Anlagen sein.

    „Wir sind richtig gut dabei“, beschreibt Martin Kirchner, Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena auf der Wasserkuppe, den Baufortschritt. Mitte Juni sei damit begonnen worden, die in die Jahre gekommene Bahn abzubauen. Man sei dann sogar noch etwas schneller vorangekommen als geplant. In dieser Woche würden noch die letzten Meter der neuen Strecke bis zum Startpunkt errichtet. Vielleicht schon am Freitag könnte eine erste Probefahrt ins Tal starten.

    Verbessertes Bremssystem

    Die neue Bahn entsteht, so Kirchner, auf dem bisherigen Gelände. Gleise und Stelzen funktionieren nach einem ähnlichen System wie die bisherigen. Die neue Generation der Anlage sei jedoch einfacher aufzubauen, was sich beim Verkauf bemerkbar machen werde. Wichtig sei es gewesen, Design und Technik der Schlitten auf einen neuen Stand zu bringen. Das Bremssystem sei um einiges sicherer und auch wetterunabhängiger geworden. Der Bremsweg sei künftig bei jedem Wetter gleich. Zudem könne man jetzt mit weniger Kraft bremsen, was gerade für Kinder die Sicherheit erhöhe. Und dank eines Tempomaten sowie einer Abstandskontrolle sei ein Aufeinanderfahren künftig nicht mehr möglich.

    Wichtigstes Ziel des neuen Konzepts ist laut Pach und Kirchner, dass das Fahren auf der neuen Bahn nicht nur sicherer, sondern attraktiver und rasanter wird und damit mehr Spaß machen soll. „Schneller als die 40 Stundenkilometer wie bisher dürfen wir nicht“, so Martin Kirchner, aber die neue Strecke ist mit rund 1050 Metern etwas länger als die bisherige und es wurden „andere Kurven, neue Jumps und ein spektakulärer Kreisel am Ende der Bahn“ eingebaut, berichtet Alexandra Pach.

    Sommerrodelbahnen in Betrieb

    Während der Bauzeit müssen die Wasserkuppenbesucher aber nicht aufs Rodeln verzichten. Die beiden Sommerrodelbahnen sind von dem Neubau nicht betroffen. In den parallel laufenden 700 Meter langen Rinnen können sich Besucher sogar Rennen liefern. Entsprechend, so Betriebsleiter Kirchner, gebe es kaum Beschwerden. Die Besucherzahlen seien wie immer in den Ferien. Wartezeiten an den beiden Sommerrodelbahnen gebe es lediglich zu den Spitzenzeiten.

    Die Frage, warum der Rhönbob gerade in der Zeit, in der Hessen und Bayern Ferien haben, ab- und neugebaut wird, muss sich Kirchner dagegen öfter anhören. „Im Winter geht's nicht, da liegt hier zu viel Schnee“, ist seine Antwort. Und im Sommer könne man eben die beiden Sommerrodelbahnen oder die weiteren Angebote auf der Wasserkuppe als Alternativen nutzen. Zudem sei die Bauzeit überschaubar.

    Sicherheit hat Vorrang

    Am kommenden Montag werden die Mitarbeiter des TÜV zu einer ersten Begehung erwartet. Bis zur endgültigen Abnahme der Bahn stünden dann noch zahlreiche Testfahrten und Sicherheitsprüfungen an, so Kirchner. Auch wenn er dank seiner „optimistischen Grundeinstellung“ nicht davon ausgehe, könnten sich dabei immer Veränderungen oder Verzögerungen ergeben, schließlich handle es sich ja um einen Prototyp. Andererseits, und das betont Kirchner, sollten für die neue Technik die höchsten Sicherheitsstandards gelten, um den Besuchern ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten zu können.

    Zwei Wochen später, 17. August, könnten dann zunächst einmal Wiegand-Mitarbeiter beim „Pre-opening“ das neue Fahrgefühl kennenlernen, so seine Kollegin Alexandra Pach. Wann die neue Bahn für die Öffentlichkeit in Betrieb geht, wissen beide nicht. Es sollte aber Ende August sein. Dann könnten die Bayern die neue Rodelbahn immerhin noch in den letzten Ferienwochen testen, sind beide zuversichtlich.

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