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    Bad Neustadt

    Nur ein Kandidat: Nicht immer sind es mehr als 90 Prozent

    Auch wenn sie als einzige Bürgermeister-Kandidaten in ihren Orten antraten, war es für einige kein haushoher Erfolg - aber immer ein klarer.
    In der Wahlkabine bekommen auch Kandidaten ohne Gegner nicht alle Stimmen. Manche erhielten sogar richtig viele Gegenstimmen.
    In der Wahlkabine bekommen auch Kandidaten ohne Gegner nicht alle Stimmen. Manche erhielten sogar richtig viele Gegenstimmen. Foto: Silvia Gralla

    Wenn jemand bei der Bürgermeisterwahl als einziger Kandidat antritt, dann kann man durchaus erwarten, dass die Prozentzahl der Wähler, die auf ihn entfällt, deutlich über 90 Prozent liegt. In der Regel ist das auch so, wie sich in vielen Fällen am Wahlsonntag gezeigt hat.

    So hat in Sondheim/Rhön Thilo Wehner 98,65 Prozent geschafft, als er sich als einziger um seine dritte Amtszeit bewarb. Das war das beste Ergebnis im gesamten Landkreis. Kaum schlechter hat Sonja Reubelt abgeschnitten. Als Kandidatin vom Christlichen Bürgerblock Schmalwasser (CBS) wurde sie mit dem zweitbesten Landkreisergebnis von 97,89 Prozent zur Bürgermeisterin von Sandberg wiedergewählt. Platz drei bei den Prozentzahlen der Bürgermeisterwahl schaffte Burkhard Wachenbrönner von der Abschter Wählergemeinschaft mit 96,84 Prozent.

    Herbstadt

    Anders sieht es in Herbstadt aus. Georg Rath brachte es dort ohne Gegenkandidaten nur auf 66,57 Prozent der Stimmen – bei einer Wahlbeteiligung von 74,17 Prozent. Eine ganze Reihe von Wählern hatte vor allem bei der Briefwahl von ihrem Recht Gebrauch gemacht, andere Personen auf dem Abstimmungszettel zu benennen. 21 Personen seien genannt worden, von denen manche zehn, zwölf Stimmen erhalten hätten, wie Rath sagt. Insgesamt summierten sie sich auf 111. Ob sich da manche einen Spaß machen wollten, oder ob der sehnliche Wunsch nach einem neuen Bürgermeister dahinter steckt, bleibt unklar. Er habe im Vorfeld vergeblich nach einem neuen Kandidaten gesucht, sagt Rath, der eigentlich nach 24 Jahren als Bürgermeister aufhören wollte. Jetzt aber freut er sich doch, noch mal sechs Jahre weiterzumachen, zumal er in wenigen Tagen in die passive Phase der Altersteilzeit eintritt und viel mehr Zeit hat.

    Strahlungen

    In Strahlungen hat es Johannes Hümpfer bei einer Wahlbeteiligung von rund 70 Prozent als einziger Kandidat ebenfalls nur auf 71,80 Prozent gebracht. Für ihn ist es trotzdem ein schöner Wahlerfolg, wie er erklärt. In Strahlungen hatten 141 Wähler einige anderen Namen auf den Stimmzettel geschrieben. Zwei davon erhielten relativ viele Stimmen. Das war zum Einen die bisherige Amtsinhaberin Karola Back mit 48 Stimmen. Offensichtlich waren ihre Wähler mit ihrer Arbeit an der Spitze der Gemeinde zufrieden. 59 Stimmen erhielt Horst Hein. Der hatte im Scherz einmal gesagt, dass er sich das Amt ebenfalls zutrauen würde. Das scheinen einige Wähler ernst genommen zu haben.

    Rödelmaier

    In Rödelmaier musste sich Michael Pöhnlein von der Neuen Liste bei seiner Wiederwahl mit 71,87 Prozent zufrieden geben. Die Wahlbeteiligung lag dort bei 65 Prozent. 136 Wähler machten von ihrem Recht Gebrauch, einen weiteren Kandidaten auf den Bürgermeister-Wahlzettel zu schreiben. In Rödelmaier waren das einige. Von ihnen bekam Thomas Wirsing mit 109 Stimmen deutlich die meisten. Pöhnlein sieht das entspannt: „Das reicht doch“, kommentiert er das Ergebnis und verweist darauf, dass am Tag vor der Wahl Zettel im Ort verteilt wurden mit der Aufforderung Wirsing zu wählen.

    Hausen

    Mit seiner Wahl hat er sich bayernweit einen Namen als Rekordhalter in der Riege der Bürgermeister gemacht: Fridolin Link geht in Hausen/Rhön in seine siebte Amtsperiode. Auch wenn er nur mit 82,9 Prozent wiedergewählt wurde, ist der Rekordhalter überhaupt nicht amtsmüde, weiß er doch die Bevölkerung gemäß dem Ruf „Fridolin mach’s noch einmal“ hinter sich. Während Fridolin Link  325 Stimmen bekam, gingen immerhin 67 Stimmen an andere Personen aus der Gemeinde. Aber die verteilen sich auf mehrere Leute. Deshalb ist Fridolin Link mit seinem Wahlergebnis zufrieden: „Ich freue mich, dass ich von meiner Bevölkerung so gut gewählt worden bin. Ich werde für alle da sein und meinen Auftrag gerne wahrnehmen.“

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