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    Bad Neustadt

    Nur noch Tempo 30 am Bad Neustädter Busbahnhof

    Tempo 30 herrscht seit einigen Tagen auf dem Areal am Busbahnhof mit seinen Parkplätzen. Anlass dafür waren unter anderem Raser, die den Platz abends und nachts für Autorennen missbrauchen. Foto: Hubert Herbert

    Wer spät abends zu seinem Auto auf dem Parkplatz am Busbahnhof geht, der lebt oftmals gefährlich. Nicht selten sind dort in den Abend- und Nachtstunden meist jugendliche Autofahrer unterwegs, die offensichtlich austesten wollen, wie gut ihre Autos beschleunigen und dort entsprechend schnell unterwegs sind. Das soll jetzt anders werden. In Absprache mit der Polizei hat die Stadt den gesamten Bereich Busbahnhof und die angrenzenden Parkplätze zur Tempo-30-Zone gemacht. Bisher waren dort 50 Stundenkilometer erlaubt. 

    Beschwerden

    Von Anwohnern, aber auch von anderen Verkehrsteilnehmern hatte es Beschwerden wegen der Raser auf dem Parkplatz gegeben, erklärt Fabian Helmerich, der Chef des Bad Neustädter Ordnungsamtes. Entsprechender Gummiabrieb von durchdrehenden Reifen in dem Bereich bestätigen das, ergänzt Polizeihauptkommisar Gerd Jahrsdörfer, der zusammen mit Helmerich die Maßnahme vorstellt.   

    Polizeihauptkommissar Gerd Jahrsdörfer und Bad Neustadts Ordnungsamtschef Fabian Helmerich am neuen Schild, das auf die Veränderungen am Busbahnhof in Bad Neustadt hinweist. Foto: Hubert Herbert

    "Wir wollen dem offensiv begegnen und den Bereich sicherer machen", sagt der Ordnungsamtschef. Lasermessungen der Polizei sollen später die Tempobeschränkung überwachen. Ob man jetzt mit  Tempo 30 das Raser-Problem am Busbahnhof so in den Griff bekommt, dass keine Beschwerden mehr kommen, glauben Helmerich und Jahrsdörfer auf Anhieb nicht. Sie sind sich aber sicher, dass die präventive Wirkung spätestens dann eintritt, wenn der Erste wegen zu schnellen Fahrens am Busbahnhof seinen Führerschein abgeben muss. "Das dürfte manch anderen zum Nachdenken bringen."

    Weniger Schilder

    Die Beschränkung auf Tempo 30 ist aber nicht die einzige Maßnahme, die am Busbahnhof Tempo rausnehmen soll. Denn gleichzeitig wurde die Vorfahrtsregelung im Bereich Busbahnhof geändert. Bisher war die zentrale Straße von der Zufahrt ab dem Triamare bis zur Stadthalle vorfahrtsberechtigt. Jetzt gilt die Vorfahrtsregel rechts vor links auf dem ganzen Areal.

    Das nimmt nicht nur das Tempo heraus, sondern hat außerdem dazu geführt, dass die bisherigen Vorfahrtsschilder alle abgebaut werden konnten. Neu sind dagegen die Schilder, die jetzt an den beiden Zufahrten zum Bereich Busbahnhof stehen. Sie weisen das Areal als Tempo-30-Zone aus und außerdem auf die geänderte Vorfahrtsregelung hin. 

    Videoüberwachung kommt

    Probleme gibt es am Neuschter Busbahnhof außerdem mit dem neuen Toilettengebäude. Seit dessen Inbetriebnahme gab es dort schon mehrere Sachbeschädigungen, wie Helmerich erklärt. Schmiererein an Wänden, zerstörte Kacheln, eingetretene  Türen oder abgerissene Halter. Schäden die offensichtlich mit Absicht angerichtet wurden, wie Jahrsdörfer und Helmerich erklären. Schadenssumme bisher schon deutlich über 10 000 Euro. Besserung erhoffen sie sich wenn - voraussichtlich im vierten Quartal 2020 - Videokameras installiert werden, die den gesamten Parkplatzbereich hinter den Bushaltestellen, also auch die Toiletten, überwachen, den Innenraum des Toilettengebäudes natürlich nicht. Der Busbahnhof selbst ist bereits mit einer Videoüberwachung ausgerüstet.

    Die zusätzliche Installation ist nach Angaben von Hellmerich bereits mit der Polizei und dem Datenschutzbeauftragten des Landratsamtes abgesprochen. Auch die Videoüberwachung soll präventiv wirken, hoffen Helmerich und Jahrsdörfer. Wenn eventuell nachgewiesen werden könnte, dass man das Toilettengebäude besucht hat, dürfte das manchen potenziellen Zerstörer abschrecken.