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    Oberstreu

    Oberstreu: Neue Pläne für die Alte Schule

    So soll die Ansicht der Alten Schule in Oberstreu von Norden her mit dem Haupteingang gestaltet werden. Im Westen soll ein Kubus mit einem Café angebracht werden. Foto: Brigitte Gbureck

    Wie wird die Alte Schule in Oberstreu in Zukunft aussehen? Zur jüngsten Gemeinderatssitzung begrüßte Bürgermeister Matthias Liebst neben Vertretern der Dorferneuerung und Bauamtsleiter Christian Roßhirt von der VG Mellrichstadt auch Architekt Matthias Leicht aus Strahlungen. Er gab einen Sachstand zur Alten Schule, die er neu überplant und wo er  mit einem Aufzug auch für Barrierefreiheit sorgen will.

    An der Ostseite hat der Architekt einen modernen Kubus mit Glasfassade angesiedelt, den er in den alten Bestand integriert. Im Erdgeschoss soll ein Dorfladen, eine Verkaufsstelle oder ein Café entstehen. Auch eine Bäckerei mit Lebensmittelverkauf könnte er sich vorstellen. Im Obergeschoss sind ein Vereinsraum und ein Theatersaal mit kleiner Bühne vorgesehen. Überlegt werden müsse, welches Heizungssystem verwendet wird. Die Gasleitung liegt in der Bogenstaße, ein Anschluss wäre möglich.

    Kubus mit integriertem Café

    Der Architekt zeigte die Hausansichten von verschiedenen Seiten, wobei die Architektur der Schule unberührt gelassen wird. Die Ansicht von Westen zeigt den Kubus mit eingebautem Café und einer Glasfront. Die Bushaltestelle und die Sitzgruppe müssten im Zuge der Platzgestaltung überplant werden. Mit Freisitz und Terrasse werde eine deutlich geringere Veränderung am Gebäude angestrebt.

    Bürgermeister Liebst betonte in dem Zusammenhang, dass es bislang nur um eine Vorstellung der Planung im Gemeinderat und der Dorferneuerung geht. Im nächsten Schritt müsse mit den Fachbehörden und dem Denkmalschutz geklärt werden, ob das Vorhaben so machbar ist.

    Eingang von außen gewünscht

    Gemeinderat Thomas Streit gefällt das Café, er wünscht aber einen Eingang von außen. Durch das Haus gehen zu müssen, sei nicht sehr einladend. Architekt Matthias Leicht hingegen habe bewusst einen zentralen Eingang gewählt. Ansonsten würde der Platz, der für einen Eingang gebraucht wird, vom Laden abgehen. Die Fassade sollte schlicht gehalten werden.

    In Richtung energetischer Planung müssten Fachplaner stärker mit ins Boot genommen werden, hieß es vonseiten der Dorferneuerung. Das statische Konzept müsse dahingehend untersucht werden, ob der Anbau des Aufzugs mit dem Gewölbekeller kollidiert, Schadstoffuntersuchung, Brandschutz und Fluchtwege sind weitere Themen. Ein wichtiger Punkt sei auch die Dämmung.

    Aufzug: Nötig oder nicht?

    Thomas Streit sprach an, dass wegen der Bäckerei das Theater in das Obergeschoss verlegt werden soll. Daraus resultierte der Einbau eines Aufzugs. Mittlerweile gebe es Überlegungen, das Theater woanders unterzubringen, eventuell in der ehemaligen Genobank. Dann könnte man das Obergeschoss wie gehabt belassen. Streit plädierte also dafür, dass der Architekt auch eine Lösung ohne Aufzug ausarbeiten sollte.

    Bürgermeister Liebst verwies noch einmal darauf, dass gegenwärtig das Konzept beurteilt werden soll. Dann müsse der Denkmalschutz entscheiden, ob es machbar ist. Momentan gebe es damit Diskussionen beim Plue in Mittelstreu, wo mittlerweile keine Bäume mehr vor der historischen Fassade stehen sollen.

    Im Gremium drehte sich dann die Diskussion darum, ob eine Rampe oder ein Aufzug gebaut werden soll. Das Konzept mit Dorfladen, mit Integration in den Dorfplatz, gefällt den Bürgervertretern, es soll aber versucht werden, Kosten so minimal wie möglich zu gestalten. "Und dazu gehört kein Aufzug", monierte Thomas Streit.

    Wird das Obergeschoss noch saniert?

    Bürgermeister Liebst stellte die Frage, ob das Konzept mit kleinen besprochenen Änderungen – Eingangssituation und ein paar Treppenstufen auf die Terrasse – in dieser Form weiter verfolgt werden soll. Das Gremium war bei einer Gegenstimme dafür. Auch die Stimmungsabfrage bei den Vertretern der Dorferneuerung war positiv, auch wenn noch einmal eine rege Diskussion aufflammte, ob das Obergeschoss saniert werden soll oder nicht.

    Ludwig Geis sprach am Ende noch die Städtebauförderung in Mellrichstadt an. Er habe das Gefühl, dass man im Rahmen der Städtebauförderung schneller, einfacher und besser agieren könne als bei der Dorferneuerung und fragte, ob die Möglichkeit besteht, von der Dorferneuerung zur Städtebauförderung zu wechseln. Christian Roßhirt bestätigte, dass das Vorgehen bei der Dorferneuerung zäher ist, weil viele Gremien beteiligt sind. Ein Wechsel sei aber schwerlich möglich, da die Dorferneuerung bereits angeordnet ist, Anträge eingereicht und Gelder bereitgestellt sind. Bürgermeister Liebst stellte klar, dass die Gemeinde zu dem Zeitpunkt, als die Dorferneuerung beantragt wurde, keine Städtebauförderung bekommen hätte.

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