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    Oberstreu

    Oberstreu: Nostalgie pur beim Brauhausfest

    Die Dreschmaschine lief trotz ihres hohen Alters recht stabil. Foto: Brigitte Gbureck

    Die Sonne lockte am Sonntagnachmittag Scharen von Besuchern zum Brauhausfest nach Oberstreu. Auf dem Plan stand der Einsatz der historischen Dreschmaschine. Lothar Werner, der die nostalgischen Vorführungen organisiert hat, erzählte, dass vor 33 Jahren die Dreschgemeinschaft Bahra aufgelöst worden sei. Die Dreschmaschine sollte nicht "außer Landes" verkauft werden und kam hierher. Einen Tag vor dem Fest wurde die Maschine aufgebaut und ein Probelauf gemacht. Norbert und Josef Bieber waren im Einsatz und haben verschiedene Teile erneuert.

    Von der Dreschgemeinschaft Bahra stammen der Kraftwagen und die komplette Dreschmaschine. Foto: Brigitte Gbureck

    Veranstalter des Dreschens war die Waldkörperschaft. Sandra Schubert begrüßte die Besucher und dankte Lothar Werner und Norbert Bieber für die gute Organisation. Die Vorbereitung hätte bereits im Juni begonnen, das Feld wurde im Beisein des Bayerischen Rundfunks mit der Sense abgeerntet. Die Dreschmaschine sei eine fortschrittliche Errungenschaft gewesen, die in kurzer Zeit manche Tonne Getreide oder Futter für das Vieh zurecht machen konnte.

    Dreschen wie anno dazumal

    Zwei Mädchen kletterten auf die strombetriebene Dreschmaschine und nahmen Anton Werner die Garben ab, die er vom Leiterwagen mit der Gabel hochreichte. Und los ging es mit dem Geratter. Am hinteren Ende rieselte das Korn in die angehängten Säcke. Die zur Verfügung stehende Strommenge war damals so eingestellt, dass man während der Kochzeiten in den Haushalten nur bestimmte Mengen Strom bekam. An der hinteren Seite der Maschine kam das gedroschene Stroh heraus, das dann in einer Strohpresse zu handlichen Ballen gepresst wurde. Dazu war aber ein relativ neuer Traktor mit im Einsatz. Dreschen war früher für alle ein Fest, so Lothar Werner. Die Kinder bekamen Brote, mit Butter und Marmelade bestrichen, die sie dann auf der Straße verteilten.

    Los geht es mit dem Dreschen: Anton Werner reicht den Mädchen das Getreide nach oben. Foto: Brigitte Gbureck

    Mit dem Dreschflegel zeigten drei Männer, wie mühsam das Dreschen per Hand damals gewesen ist. Das grobe Stroh wurde entfernt, dann kam der Rest in die Putzmühle und heraus kamen kleine Getreidekörner. Am Ende der schweißtreibenden Arbeit winkte die Brotzeit. Dabei gab es Fleischwurst wie anno dazumal, dazu ein paar Maß Bier. Die hatten sich alle redlich verdient. Lothar Werner führte dann noch vor, wie aus Roggenstroh Strohhalme hergestellt wurden.

    Hinten kommt das gedroschene Stroh raus. Dann kommt es in die Strohpresse. Foto: Brigitte Gbureck

    Das große Festzelt und die Bierbänke im Freien waren derweil voll besetzt. Bei flotter Musik genossen die Besucher den Nachmittag. In einer Zeltecke hatten Kinder einen Flohmarkt aufgebaut, der auch wieder zahlreiche Besucher anzog. Sandra Schubert zog bereits zu diesem Zeitpunkt ein positives Resümee. Sie war zufrieden mit dem Zuspruch, den das Brauhausfest wieder erfahren hat und sah alle ihre Erwartungen erfüllt. Und ganz wichtig: alles verlief friedlich und harmonisch.

    Rein mit dem gedroschenen Stroh in die Putzmaschine. Foto: Brigitte Gbureck

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