• aktualisiert:

    Schmalwasser

    Ohne Stufen in die Schmalwasserer Kirche

    Wie kann der Zugang zur Kirche Schmalwasser barrierefrei gestaltet werden? Bürgermeisterin Sonja Reubelt (von links), Kirchenpfleger Wolfgang Friedel, Pfarrer Hubert Grütz und Roman Fuchs von der Kirchenverwaltung besprechen die Situation. Foto: Marion Eckert

    In Schmalwasser sind einige Veränderungen im Umfeld der Kirche angegangen worden beziehungsweise geplant. Um sich einen Einblick darüber zu verschaffen und noch offene Fragen zu klären, traf sich jetzt Bürgermeisterin Sonja Reubelt mit Pfarrer Hubert Grütz und Vertretern der Kirchenverwaltung. 

    Eine Station dabei war der Friedhof. Um dem wachsenden Bedarf nach Urnenplätzen gerecht zu werden, wurde hier schon vor Jahren eine Urnenwand aufgestellt. Doch nicht nur Bestattungen in der Urnenwand, sondern auch in Erdurnengräbern sind nun möglich. Fünf Erdurnengräber wurden im vorigen Jahr im oberen Friedhofsbereich angelegt und diesem Jahr wurde die Anlage um fünf weitere Gräber erweitert. "Der Nachfrage ist da, es gut, dass die Gemeinde reagiert", dankte Pfarrer Hubert Grütz Bürgermeisterin Sonja Reubelt. Die Feuerbestattung sei nicht nur ein kurzer Trend, sondern werde mehr und mehr nachgefragt, erklärte der Pfarrer.

    Einer der Hauptgründe seien die veränderten Familiensituationen, wenn die junge Generation nicht mehr im Ort lebe und so auch keine Möglichkeit zur regelmäßigen Grabpflege habe. Auch sei eine aufwendige Grabpflege von großen Gräbern nicht mehr zeitgemäß, so nutzen Hinterbliebene gern die vergleichsweise kleinen Pflanzflächen der Erdurnengräber.

    Acht neue Erdurnengräber

    Geplant seien außerdem noch acht Erdurnengräber unter sogenannten Kissensteinen, die keinen Pflegebedarf seitens der Angehörigen benötigen. Nach den Plänen der Bürgermeisterin sollen sie in diesem Jahr noch zur Verfügung stehen. Damit auch im Bereich der Urnengräber Trauernde und Angehörige sich aufhalten können, wurde eine Ruhebank aufgestellt. Die VR-Bank Rhön-Grabfeld spendete der Gemeinde Sandberg im vorigen Jahr 3000 Euro. Die Bürgermeisterin stellte jedem Ortsteil 600 Euro zur Verfügung.

    In Schmalwasser wurden für den Friedhof zwei Ruhebänke angeschafft. Eine steht im bereits erwähnten Bereich der Erdurnengräber, die andere direkt neben dem Friedhofseingang an der Kirchenmauer. Pfarrer Grütz sprach sich für diesen Platz aus, denn dieser Standort biete Kirchenbesuchern, die eventuell einmal den Gottesdienst verlassen müssen,  die Möglichkeit direkt neben der Kirche zu sitzen. Auch ältere Menschen, die den Anstieg zum Friedhof auf sich genommen haben, könnten hier erst  mal in Ruhe zu Atmen kommen.

    Ihren Dank richtete die Bürgermeisterin an  Roman Fuchs und Wolfgang Friedel von der Kirchenverwaltung für das ehrenamtliche Engagement im Schmalwasserer Friedhof. So wurde die Friedhofskapelle renoviert und die Probleme mit dem Dach behoben. Das ehemalige Leichenhaus wird heute als Kapelle genutzt, gerne entzünden die Friedhofsbewohner vor der Pieta eine Kerze.

    Barrierefreier Kirchenzugang

    Auch im Eingangsbereich zum Friedhof und dem Zugang zur Kirche war die Kirchenverwaltung tätig. Die Sandsteinplatten wurden ausgebessert, die Kanten neu verfugt und ein Pfosten in der Zufahrt eingebaut, damit keine Fahrzeuge mehr bis vor das Kirchenportal fahren können. Dies sei nämlich in der Vergangenheit vorgekommen und recht ungünstig, da zwei Stufen zum Kirchenportal hinab führen, die von Verkehrsteilnehmern übersehen wurden. Das führte nicht nur zu Schäden an den Fahrzeugen, sondern auch an den Stufen.

    Neue Erdurnengräber wurden auf Schmalwassers Friedhof angelegt. Pfarrer Hubert Grütz (rechts) und Bürgermeisterin Sonja Reubelt (zweite von links) waren mit Roman Fuchs und Wolfgang Friedel von der Kirchenverwaltung vor Ort. Außerdem wurde eine neue Ruhebank aufgestellt. Foto: Marion Eckert

    Gedanken machen sich die Mitglieder der Kirchenverwaltung mit Pfarrer Grütz und der Bürgermeisterin über die Möglichkeit die Kirche barrierefrei zu erreichen. Durch die vielen versetzen Stufen, sei dies nicht so einfach. Zwei Stufen führen auf den kleinen Kirchenvorplatz hinunter, zwei Stufen auf das Kirchenportal hinauf und eine weitere Stufe in die Kirche hinein. Nun könnten die zwei erst genannten Stufen mit einer Rampe überwunden werden, doch der Platz um auch die Stufen zum Kirchenportal  auf diese Weise zu erreichen sei nicht gegeben. Den kompletten Vorplatz anheben und auf das Niveau des Kirchenportal bringen, möchten die Verantwortlichen nicht, da dies das Kirchenportal doch deutlich verändern würde.

    Seniorengerechte Gemeinde

    Als Alternative wird nun der Seiteneingang neben der Sakristei als barrierefreier Zugang ins Auge gefasst. Doch dazu müsse auch eine Rampe im vorderen Bereich erstellt werden. Das hält Kirchenpfleger Wolfgang Friedel für praktikabel. "Der Weg und der Eingangsbereich zur Sakristei müssen ohnehin erneuert werden. Beim Seiteneingang ist genügend Platz in der Kirche, dass auch Rollstuhlfahrer dort stehen können. Und auch für Rollatoren ist genügend Fläche vorhanden."

    Für Bürgermeisterin Sonja Reubelt ist es wichtig, dass die Gotteshäuser und Friedhöfe möglichst barrierefrei zu erreichen sind. Gerade ältere Menschen aber auch Frauen mit Kinderwagen komme dies entgegen. Zudem gehört für die Bürgermeisterin diese Vorsorge in das Konzept einer Seniorengerechten Gemeinde und passe zum Schwerpunkt der Walddörfer, auch für ältere Menschen ein attraktives Umfeld zu gestalten.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!