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    FLADUNGEN

    Orgelfeuerwerk mit vier Händen und vier Füßen

    Iris und Carsten Lenz brillierten an der Orgel in der katholischen Kirche St. Kilian in Fladungen. Foto: Franziska Sauer

    Was für ein Auftakt: Klanggewaltig und fulminant war die Musik, die Iris und Carsten Lenz aus der Klais-Orgel in der Fladunger Kirche St. Kilian herauskitzelten, und die beeindruckend durch das gewaltige Kirchenschiff drang.

    Das renommierte Orgel-Duo eröffnete am Samstagabend mit einem „Orgel-Feuerwerk mit vier Händen und vier Füßen“, so der Titel, die Jubiläumsfeierlichkeiten zu 800 Jahre Marktrecht in Fladungen, in denen sich ein Hörgenuss an den nächsten reihte. Dabei huschten die Hände und Finger der beiden Musiker über die Tasten, lagen teils sogar übereinander.

    Doch bevor die Königin der Instrumente erklang, hieß Pastoralreferentin Iris Will-Reusch erst einmal alle im Namen der katholischen Kirchengemeinde St. Kilian willkommen und stelle das Ehepaar Lenz kurz vor. Carsten Lenz gab anschließend einen besonderen Einblick in das Innenleben und Pfeifenwerk der Orgel. Zu sehen gab es die zahlreichen kleinen und großen Pfeifen aus Holz und Metall sowie die Mechanik. Per Beamer wurde das Innenleben des Instruments auf eine große Leinwand, die vor dem Altar aufgebaut worden war, geworfen. Auf diese Weise konnten die Zuschauer auch das Spiel des Duos oben auf der Empore verfolgen. Selbst auf die Füße der Musiker war eine Kamera gerichtet.

    Sichtlich Spaß machte dem perfekt harmonierenden Duo auch das anschließende Spiel auf der Orgel. Mit bekannten Melodien wie Händels „Halleluja“ aus dem „Messias“, Bachs „Air“, Mozarts „Türkischer Marsch“ oder der „Donau-Walzer“ von Strauss glänzten sie genauso wie mit dem moderneren Stück vom „King of Ragtime“ Scott Joplin „The Entertainer“.

    Bei „Bruder Jakob“ von Chevalier Laurent de Printemps du Pédalier demonstrierten Iris und Carsten Lenz, dass man eine Orgel nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen spielen kann. Auf der Leinwand konnte das Publikum verfolgen, wie ihre Füße über die 30 Tasten tanzten. Da soll noch einer behaupten, dass Füße nicht musikalisch sind.

    Der Applaus der Zuhörer fand bei „Freude, schöner Götterfunken“ aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie seinen Höhepunkt. Die bekannte Melodie des zuletzt tauben Musikers erklang in verschiedenen Gewändern, mal als Dudelsackversion, mal mit spanischem Touch, als Walzer oder als Trauermarsch bis hin zum dramatischen Schluss. Dafür gab es vom Publikum zurecht Standing Ovations.

    fs

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