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    Ostheim

    Ostheim: Deutscher Orgeltag mit Konzert im Orgelbaumuseum

    Jörg Schindler-Schwabedissen (links) konnte im Orgelbaumuseum zum Deutschen Orgeltag Martin Forciniti begrüßen, der Musik aus Böhmen und Mähren an Harmonium und Orgel präsentierte. Foto: Eva Wienröder

    Den Deutschen Orgeltag nahm Museumsleiter Jörg Schindler-Schwabedissen zum Anlass, im Orgelbaumuseum Ostheim wieder ein ganz besonderes Konzert zu präsentieren. Der Komponist und Kirchenmusiker Martin Forciniti war zu Gast und bot unter dem Titel „Böhmische Dörfer?“ einen ansprechenden Reigen böhmischer und mährischer Musik dar, der beim Publikum großen Gefallen fand.

    "Die Orgel: Über Jahrhunderte zur Königin der Instrumente gereift, zum Weltkulturerbe erhoben und doch so wenig beachtet!?" Der Museumsleiter stimmte zum Ehrentag der Orgel nachdenkliche Töne an. „Mit Füßen getreten, mit den Händen gestreichelt“ – der Orgelliebhaber hatte in seinem Prolog vortrefflich die Symbolhaftigkeit und die gleichsame Doppeldeutigkeit dieses Satzes zum Ausdruck gebracht.

    Leben und Wirken der Komponisten ebenfalls vorgestellt

    Von der Faszination dieses Instruments zeugte im Anschluss das Konzert Martin Forcinitis. Das Herz des Künstlers schlägt ganz besonders für die Musik aus Böhmen und Mähren, wie er sein Publikum wissen ließ. Und diese Begeisterung schwang auch spürbar bei seinen Darbietungen mit.

    Auch die Begeisterung der Konzertbesucher, die sich zahlreich im kleinen Saal im zweiten Obergeschoss des Schloss Hanstein eingefunden hatten, war offenkundig. Für die Musik, wie auch für den Künstler. Der brillierte am Harmonium und an der großen mechanischen Kegelladenorgel und verstand es zudem auf unterhaltsame Weise durch das Programm zu führen, wobei er zwischendurch das Leben und Wirken der Komponisten und deren Werke näher vorstellte.

    Forciniti spielte am Harmonium „La chasse“ von Jan Ladislav Dussek, Bedrich Smetanas „Erinnerung an Pilsen“ und Antonín Dvoráks Menuette op. 28, Nr.2. Dann wechselte Forciniti an die große Orgel. Museumsleiter Schindler-Schwabedissen betätigte dabei die Balganlage und sorgte für den nötigen Wind, um das mächtige Instrument erklingen zu lassen.

    Martin Forciniti spielte am Harmonium Werke von Dussek, Smetana und Dvorák. Foto: Eva Wienröder

    Forciniti trug Textpassagen zu einzelnen Werken selbst vor

    Der Musiker eröffnete den Programmteil mit Auszügen aus den 12 Präludien für Orgel von Rudolf Leberl. Es folgten Auszüge von Moritz Deutschs 12 Präludien nach alten Synagogenintonationen und aus Josef Löws zehn Improvisationen op. 541. Eine besondere Würdigung für sein Wirken wollte der Organist seinem Freund, dem Komponisten Widmar Hader, schenken. So brachte er dessen „Mystische Betrachtungen“ zu Gehör. Die waren nach Sinnsprüchen aus dem „Cherubinischen Wandersmann“ von Angelus Silesius (Johannes Scheffler) entstanden. Forciniti trug dazu auch die Textpassagen vor.

    An der mechanischen Kegelladenorgel ließ Martin Forciniti Kompositionen von Leberl, Deutsch, Löw, Hader und Willscher erklingen. Foto: Eva Wienröder

    Mit einem Augenzwinkern servierte der Künstler dann zum Abschluss noch Auszüge aus Andreas Willschers „Kleines Wein-Brevier“. Wie im Fluge war die Konzertstunde vergangen. Die Zuhörer waren sichtlich beeindruckt und erfreut, was am begeisterten, lang anhaltendem Beifall deutlich abzulesen war.

    Museumsleiter Jörg Schindler-Schwabedissen konnte derweil schon zur nächsten Veranstaltung ins Schloss Hanstein einladen, zur musikalischen Herbstwanderung mit Werken des Komponisten Hans Leo Hassler am 12. Oktober.

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