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    Ostheim

    Ostheim: Grundlegende Weichenstellung für die Stadtentwicklung

    Attraktiver gestaltet und mehr genutzt und damit belebt werden könnte der Platz am „Steinig“ inmitten der Altstadt von Ostheim. Foto: Eva Wienröder

    Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) der Stadt Ostheim nimmt Gestalt an. Der Stadtrat beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr mit der Fülle von möglichen Einzelmaßnahmen, um eine Prioritätenliste erstellen zu können. Damit erfolgt eine grundlegende Weichenstellung für die Stadtentwicklung in den kommenden Jahren.

    Eine Verschönerung der städtischen Grünanlagen ist ebenfalls im Maßnahmenkatalog des ISEK berücksichtigt. Foto: Eva Wienröder

    Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte Bürgermeister Ulrich Waldsachs Bertram Wegner und Franziska Klose vom Planungsbüro Stadtplanung aus Veitshöchheim. Wegner stellte den umfangreichen Katalog an Projekten vor, geordnet nach verschiedenen Handlungsfeldern.

    Was ist bisher geschehen?

    Einleitend fasste Waldsachs zunächst die bisherigen Unternehmungen zusammen. Seit Juni 2018 arbeitet die Stadt an einem ISEK. In Zusammenarbeit mit dem Büro Wegner wurden seither umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, ein Potenzialflächenkataster erstellt, Bedarfsberechnungen angestellt und Handlungsschwerpunkte für die gesamte Stadtentwicklung ausgearbeitet. Die Ausarbeitung erfolgte in mehreren Planungswerkstätten und Ortsrundgängen mit der Bürgerschaft, mehreren Sitzungen der Lenkungsgruppe, einem Fachgespräch sowie in Klausursitzungen des Stadtrates. Aufgesattelt wurde als Fachbeitrag auch die Erstellung eines kommunalen Denkmalkonzeptes (KDK) und eines Einzelhandelsentwicklungskonzeptes.

    Ein Katalog mit 50 Einzelmaßnahmen

    Das Planungsbüro hat inzwischen aus den umfangreichen Untersuchungen für die Stadtentwicklung notwendige Maßnahmen herausgearbeitet. Um die 50 Einzelmaßnahmen umfasst der Katalog, in den viele Anregungen aus der Bevölkerung mit aufgenommen wurden, ganz im Sinne der von der Stadtführung unterstützten Bürgerbeteiligung. Ideen gibt es sehr viele. Die Stadträte sind nun aufgefordert festzulegen, welche Maßnahmen kurzfristig, mittelfristig und langfristig angegangen werden sollen.

    Bauen, Wohnen, Denkmalschutz

    „Bauen, Wohnen, Denkmalschutz“ – war das erste Handlungsfeld, das Bertram Wegner vorstellte. Hierbei geht es insbesondere darum, denkmalgeschützte, mitunter ortsbildprägende Gebäude zu sanieren und gegebenenfalls einer neuen Nutzung zuzuführen, um so auch die Altstadt zu beleben. In diesem Zuge könnten attraktive, zeitgemäße Wohnmöglichkeiten in zentraler Lage entstehen und auch Laden-Leerstände beseitigt werden. Das Gros der Gebäude befindet sich in Privathand. Bei einigen Immobilien würde sich nach Ansicht Wegners das "Schweinfurter Modell" anbieten. Das heißt: die Stadt erwirbt Leerstände, ordnet die Grundstücke, sichert die Substanz, erstellt eine Planung und klärt Kosten, Genehmigungen und Zuschüsse und verkauft die Gebäude dann bevorzugt an Eigennutzer. Hauseigentümer können vom Kommunalen Förderprogramm und den Beratungsmöglichkeiten profitieren. 

    Siedlungsentwicklung

    Die Siedlungsentwicklung ist ein weiterer Handlungsschwerpunkt. Ergänzend zu Innenentwicklungsmaßnahmen im Stadtkern ist die Schaffung eines kleinen Neubaugebietes im Norden der Stadt angedacht. Bereits in Bearbeitung ist ein Neuordnungs- und Entwicklungskonzept für den Süden der Stadt.

    Infrastruktur, Einzelhandel, Tourismus

    Die Umgestaltung und Modernisierung der Markthalle soll bessere Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. In diesem Zuge könnte auch das „Schlösschen“ aufgewertet werden. Foto: Eva Wienröder

    Im Rahmen des Handlungsfeldes „Infrastruktur, Einzelhandel, Tourismus“ geht es u.a. darum, Plätze und Orte wie den „Steinig“ oder den „Tanzberg“ attraktiver zu gestalten und den Freizeitwert zu erhöhen. Auch die Schaffung eines Regionalladens an prominenter Stelle in der Stadtmitte und neuer Übernachtungsmöglichkeiten stehen auf der langen Liste an möglichen Maßnahmen, auf der die Umgestaltung und Modernisierung der Markthalle als Veranstaltungsort und die gleichzeitige Aufwertung des Schlösschens sicherlich einen hohen Stellenwert einnehmen dürften. Im Zuge des Umbaues der Markthalle könnte obendrein aus dem Handlungsfeld „Kultur und Soziales“ die Idee eines Bürgerhauses als Treffpunkt verwirklicht werden. Wichtiger Punkt ist die Umsetzung des Einzelhandelskonzeptes, um Ostheim als Einkaufsstadt zu stärken und attraktiver zu machen.

    Grün und Ökologie

    In die Kategorie „Grün, Ökologie“ fallen Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Grünflächen, etwa an der Kirchenburg und entlang der Stadtmauer. Auch der „Majorsgarten“ mit der historischen Trockensteinmauer ist als mögliches Projekt aufgenommen. Hier, wo einst die „Ostheimer Weichsel“ kultiviert wurde, könnte beispielsweise ein Lehrpfad zu heimischen Obstarten und ihrer Verwendung entstehen.

    Verkehr und öffentlicher Raum

    Beim Handlungsfeld „Verkehr und Öffentlicher Raum“ stehen u.a. eine Verbesserung der Barrierefreiheit in der Innenstadt sowie eine Neuordnung des Parkens in der Paulinenstraße und Konzepte für Anwohnerparken im Altstadtbereich auf der Agenda. Auch die Aufwertung der Gartenstraße südlich der Innenstadt ist angedacht. Hier könnte alter Baumbestand erhalten und die Parkmöglichkeiten neu geordnet werden.

    Der sog. „Majorsgarten“ mit seiner historischen Trockensteinmauer könnte auch in Wert gesetzt werden, zum Beispiel als Lehrgarten für heimische Obstsorten. Foto: Eva Wienröder

    Wie Wegner erklärte, gibt es gute Aussichten, für ausgewählte Maßnahmen eine hohe staatliche Förderung zu bekommen. Jeder Stadtrat erhielt eine Liste, auf der er die Einzelmaßnahmen nach seiner Meinung als kurz-, mittel- oder langfristig einstufen konnte. Einige Ratsleute konnten am Dienstagabend nicht anwesend sein. Ihre Meinung soll noch im Nachgang berücksichtigt werden, denn Bürgermeister Ulrich Waldsachs war es wichtig, dass zu diesen herausragenden Themen jeder Bürgervertreter sein Votum abgibt. Die Maßnahmenliste als Grundlage für das weitere Vorgehen in Sachen Stadtentwicklung wird dann in einer der nächsten Sitzungen beschlossen.

    Aufgenommen in die Liste möglicher Maßnahmen im Zuge des ISEK ist auch eine Neugestaltung der Gartenstraße. Foto: Eva Wienröder

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