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    OSTHEIM

    Problem: Anbindung an den Nahverkehr

    Die Teilnehmer der ISEK-Planungswerkstatt in Ostheim setzten sich intensiv mit den verschiedenen Themenfeldern auseinander. Foto: Eva Wienröder

    War die Veranstaltung zum Auftakt des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) im April noch eher schwach besucht, war die erste Planungswerkstatt von großem Bürgerinteresse geprägt. Etwa 60 Personen hatten sich im Rathaussaal zusammengefunden.

    Bürgermeister Ulrich Waldsachs nahm dies als Zeichen dafür, dass das ISEK als „wichtiges planerisches Projekt” im Bewusstsein zahlreicher Ostheimer angekommen ist.

    Gemeinsam Zukunft gestalten

    Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam Zukunft gestalten” formulierte Waldsachs die im Fokus stehende Frage: „Wo steht Ostheim heute und wie soll es in den nächsten Jahren weitergehen?”

    Vom mit dem ISEK beauftragten Planungsbüro Wegner war Bertram Wegner mit seinen Kollegen Franziska Klose und Wilfried Weisenberger gekommen. Klose informierte über die Auswertung der im Frühjahr erfolgten Bürgerbefragung. In Ostheim selbst verzeichnete man bei den Fragebögen 427 Rückläufe, das entspricht etwa 33 Prozent, in Oberwaldbehrungen 16 (20 Prozent) und in Urspringen 40 (30 Prozent).

    Abgefragt wurden die Beurteilung des Wohnortes, die Bewertung der vorhandenen Angebote und die Nutzung von Verkehrsmitteln. In allen drei Stadtteilen wurden das Ortsbild und die Nähe zum Arbeitsplatz positiv bewertet. In Ostheim zudem die Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, während in den Ortsteilen Einrichtungen der Nahversorgung vermisst werden.

    Problemfeld Nahverkehr

    In allen drei Orten werden Defizite in der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr gesehen. Interessant ist, dass in Ostheim gut die Hälfte der Befragten angab, dass sie für Einkäufe oder in der Freizeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. In Oberwaldbehrungen und Urspringen ist man deutlich mehr auf das Auto angewiesen, für Einkäufe wird es in Oberwaldbehrungen zu 100 Prozent, in Urspringen zu 85 Prozent genutzt, in der Freizeit jeweils zu 67 Prozent.

    Bei der Frage „Was wird in Ihrem Ort vermisst?” wurden in Ostheim ein Freibad, Angebote für Jugend und Senioren, Fachärzte und Angebote wie eine Drogerie angegeben. In den beiden Ortsteilen wurden Einkaufsmöglichkeiten genannt.

    Im zweiten Teil des Fragebogens ging es um die Mitwirkungsbereitschaft von Eigentümern mit Angaben zur Nutzung von Gebäuden und Veränderungsabsichten. Dabei wurde durchweg der Wille zur Sanierung, Modernisierung oder Umbau bekundet und die Weitergabe des Eigentums innerhalb der Familie.

    Ostheim hat viel Potenzial

    Bertram Wegner fasste die Ergebnisse der Bestandsanalyse zusammen. Er griff zunächst die demografische Situation auf. Von 2007 bis 2016 war ein Rückgang der Einwohner in Ostheim von 3548 auf 3352 zu verzeichnen, das entspricht einem Bevölkerungsverlust von 5,5 Prozent. Im landkreisweiten Vergleich ist der Anteil der Bewohner über 50 Jahre recht hoch und liegt bei 50 Prozent.

    Wegner ging auf die Analyse der Kernstadt ein. Hier stellt sich die Infrastruktur positiv dar, die Einrichtungen im Zentrum sind über kurze Wege gut erreichbar. Ostheim hat viel Potenzial, wie Wegner aufzeigte. Weitere positive Aspekte sind das kulturelle Geschehen, das gut erhaltene Stadtbild, die Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Parkmöglichkeiten entlang der Marktstraße und der Grünraum mit dem Naherholungsbereich an der Streu. Negativpunkte sind vorhandenen und drohende Leerstände, Sanierungsbedarf in der Bausubstanz und Mängel im Hinblick auf Barrierefreiheit.

    Vier Arbeitsgruppen

    In der ersten Planungswerkstatt wollten die Planer nun gemeinsam mit den Bürgern die wesentlichen Handlungsfelder vertiefen und Ideen für die künftige Entwicklung, Nutzung und Gestaltung herausarbeiten. Dazu wurden vier thematische Arbeitsgruppen angeboten: „Ortsbild, Bauen und Wohnen”, „Einzelhandel, Infrastruktur und Soziales”, „Verkehr, Straßen, Plätze, Gewerbe” sowie „Freiraum, Freizeit, Kultur, Tourismus”. Schwerpunktmäßig ging es um den Stadtkern von Ostheim, es wurden aber auch Vorschläge für das gesamte Stadtgebiet gesammelt.

    Eine beachtliche Sammlung an Erkenntnissen und Vorschlägen war zusammengekommen, wobei auch schon einige Ideen recht konkret waren. Zu den Anregungen gehörten ein Neubaugebiet, Wohnraum für junge Familien und Singles in der Innenstadt, eine stationäre Pflegeeinrichtung, mehr Angebote für Jugendliche und Senioren, eine Event-Halle, die Belebung der Plätze „Steinig” und „Schlösschen” durch Veranstaltungen wie Konzerte oder Märkte, Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Innenstadt, die Revitalisierung von Leerständen sowie neue Verkehrs- und Parkraumkonzepte.

    Nächster Termin für den Bürgerdialog ist ein Ortsrundgang am Dienstag, den 23. Oktober. Treffpunkt ist um 17 Uhr vor dem Rathaus.

    ewie

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