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    Mellrichstadt

    Reicht das Mellrichstädter Wasser auch fürs Grabfeld?

    Kann der Wasserzweckverband Mellrichstädter Gruppe die benötigten Mengen Trinkwasser an das Grabfeld liefern? Darüber sind sich die Verbandsräte nicht einig. Foto: Robert Günther

    Zur außerordentlichen Sitzung (normalerweise wird nur einmal im Jahr getagt) am außergewöhnlichen Ort, nämlich im Sitzungssaal der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt, trafen sich die Vertreter des Wasserzweckverbands Mellrichstädter Gruppe. Der Grund: Das Wasserwerk in Mittelstreu wird derzeit saniert, und wichtige Punkte standen zur Beratung an.

    Der Verbandsvorsitzende, Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit, begrüßte neben den Verbandsräten als Gäste Horst Sternheimer und Wolfgang Zirkler von den Mühlfelder Wasserfreunden. Eine Darlehensaufnahme musste gleich zu Beginn in den nichtöffentlichen Teil verlegt werden. Es handelt sich um ein Darlehen in Höhe von 770 000 Euro, bei dem über den Darlehensgeber entschieden werden musste.

    Heustreu ab 2020 voll dabei

    Ganz oben auf der Tagesordnung stand der Beitritt der Gemeinde Heustreu zum Wasserzweckverband (WZV) Mellrichstädter Gruppe. Im vergangenen Juni hatte die Gemeinde Heustreu mitgeteilt, dass sie die Vollmitgliedschaft im WZV ab 2020 anstrebt. Die Gemeinde knüpfe jedoch daran die Bedingung, dass die gemeindeeigenen Brunnen, solange sie noch intakt sind, weiterhin zur Wasserversorgung genutzt werden.

    Verbandsrat Matthias Liebst merkte an, dass es in Heustreu bereits in der Vergangenheit Probleme mit der Technik gegeben habe und die Gemeinde zeitweise bereits komplett mitversorgt wurde, bis die eigene Wasserqualität wieder in Ordnung war. Er sehe kein Problem, Heustreu mitzuversorgen. Größere Reparaturen an den dortigen Brunnen würden nicht mehr getätigt.

    Mellrichstädter Wasser für Mühlfeld

    Die Frage, wie hoch die Wasserlieferung dann sein würde, konnte VG-Geschäftsstellenleiter Peter Hehn ad hoc nicht beantworten. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, dass die Gemeinde Heustreu zum 1. Januar 2020 in den Wasserzweckverband Mellrichstädter Gruppe aufgenommen wird. Ein finanzieller Beitrag muss nicht geleistet werden. Die Verbandssatzung wird in Bezug auf die Verbandsversammlung entsprechend geändert.

    Mit Zustimmung der Bürger von Mühlfeld wurde beschlossen, Mühlfeld an den Wasserzweckverband anzuschließen. Die Wasserversorgung steht, am Tag zuvor war Abnahme, informierte der Verbandsvorsitzende. Mühlfeld erhält seit dem 3. Oktober Wasser aus Mellrichstadt. Technisch sei alles in Ordnung, so Eberhard Streit. Der offizielle Beschluss der Verbandsversammlung, dass die Wasserlieferung an die Stadt Mellrichstadt um den Stadtteil Mühlfeld erweitert wird, erfolgte einstimmig.

    Offene Fragen bei Wasserlieferung an Bad Königshofen

    Thomas Dietz sprach den früheren Beschluss des Wasserzweckverbands an, den Bereich Bad Königshofen mit 300 000 Kubikmeter Wasser zu beliefern, wenn es gewünscht wird. Er zeigte sich überrascht über einen Zeitungsartikel, dass Mellrichstadt nicht liefern könne oder nicht wolle. Bürgermeister Eberhard Streit erinnerte daran, dass man laut Information von Oberstreus Bürgermeister Matthias Liebst bei Nachrechnung festgestellt habe, dass die 300 000 Kubikmeter nicht reichen, um ganz Bad Königshofen zu versorgen. Dabei kam auch zum Ausdruck, dass es eine andere Wasserversorgungseinrichtung gebe, die 300 000 Kubikmeter und darüber hinaus liefern könne. Bei der aktuellen Entwicklung der Wasserstände und der Niedrigstände sei der Verband nicht böse, wenn sich Bad Königshofen für einen anderen Weg entscheidet. Dieses Signal habe Matthias Liebst Bad Königshofens Bürgermeister Thomas Helbling gegeben. Vonseiten der Mellrichstädter Gruppe habe man aber angeboten, soweit man kann, zu helfen.

    Peter Hehn merkte an, dass die Aussage so nicht getroffen worden sei. Er habe erklärt, dass sich die Grabfelder Richtung Bad Neustadt orientieren könnten. Helbling habe dort angefragt, eine Versorgung sei aber nicht möglich. Es sei kein Wort gefallen, dass Mellrichstadt nicht versorgen kann. Florian Liening-Ewert, der als Vertreter von Rappershausen bei der Versammlung in Bad Königshofen zugegen war, meinte, dass ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes deutlich gemacht habe, dass man froh wäre, wenn die Mittelstreuer Quellen nicht weiter belastet würden.

    Die Witterung ist die große Unbekannte

    Dazu meinte Eberhard Streit, dass die Mellrichstädter Gruppe kein Problem habe, besagte Wasserlieferung von 300 000 Kubikmetern mit Reserve nach oben zu erfüllen. Aber man würde schon nach den weiteren Witterungsbedingungen fragen und sorgsam darauf achten, keine Reserven freizugeben, ohne aber zu sagen, wir helfen nicht, wo es nötig ist.

    Bürgermeister Michael Gottwald aus Unsleben meinte, dass der Zeitungsartikel den Eindruck erweckt habe, dass der WZV mehr liefern könnte, wenn er denn wollte. Bürgermeister Streit stellte klar, dass man sehr ausführlich beraten habe, was die Quellen schütten, was der Verband selber braucht und wohin die Entwicklung noch geht. Wie sich das Wetter entwickelt, könne nicht gesagt werden. Die Heiligenquelle am Schwimmbad und die Teufelsquelle würden nichts mehr liefern, der Malbach ist leer. Der WZV wird und kann die Verantwortung für sein Versorgungsgebiet nicht völlig außer Acht lassen, habe aber zugesagt, dass die Lieferung von 300 000 Kubikmeter kein Problem sei.

    Bereit für weitere Verhandlungen

    Florian Liening-Ewert informierte, dass es um 470 000 Kubikmeter für das gesamte Königshöfer Gebiet geht. Entscheidend dafür, ob dies geliefert werden könne, sei immer der Tag der größten Abnahme und der Tag der geringsten Schüttung, meinte Peter Hehn. Eberhard Streit erklärte sich für weitere Verhandlungen für Mengen in der genannten Größe bereit.

    Matthias Liebst erläuterte, dass die Quellen nach einem regenreichen Winter bis zu 700 Liter pro Sekunde schütten. Bei großer Trockenheit würde die Quellschüttung aber deutlich zurückgehen. 115 Liter pro Sekunde betrug der Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Man dürfe aber nie vom Durchschnitt ausgehen, sondern von der geringsten Schüttung am heißesten Tag. Eine Vollversorgung von Bad Königshofen könne daher seiner Meinung nach nicht geleistet werden.  

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