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    BAD NEUSTADT

    Reiner Türk: Vom grauen Mantel bis zur Bankenfusion

    Reiner Türk Auszeichnung Machon Gros
    Eine hohe Auszeichnung hatte Verbandspräsident Jürgen Gros (rechts) zur Verabschiedung von Reiner Türk mitgebracht. Glückwünsche gab es zudem vom Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Machon (links). Foto: Stefan Kritzer

    Die Fusion der damaligen VR-Bank und der Genobank zur Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld war sein Meisterstück. Nach 16 Jahren im Vorstand des Bankhauses, davon sechs Jahre als Vorstandsvorsitzender, geht Reiner Türk nun in den Ruhestand. In der Stadthalle wurde er feierlich verabschiedet. Redner aus dem Finanzsektor wie aus der Politik würdigten seine Verdienste für die Genossenschaftsbanken.

    „Die 43 Jahre kommen mir sehr kurz vor“, sagte Reiner Türk nach einer Reihe von Rednern. Fast viereinhalb Jahrzehnte war er bei den Genossenschaftsbanken im Landkreis beschäftigt und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das nunmehr fusionierte Bankhaus nach schwierigen Fahrwassern in den vergangenen Jahren wieder gut dasteht.

    Gros: Eine Bilderbuchkarriere

    Der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, Jürgen Gros, bescheinigte Reiner Türk eine Bilderbuchkarriere. Als Türk seine Ausbildung zum Bankkaufmann 1975 bei der damaligen Raiffeisenbank Bastheim und Umgebung begann, hatte die Bank zehn Mitarbeiter. Er selbst lernte noch das Warengeschäft. Das bedeutete, den grauen Arbeitsmantel immer griffbereit zu haben, falls landwirtschaftliche Produkte oder Kohlen zu den Bankkunden gebracht werden wollten. „In heutigen Zeiten unvorstellbar“, wie Gros bemerkte. Heute, als Vorstandsvorsitzender steht Reiner Türk einem Bankhaus mit 253 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 1 Milliarde Euro vor.

    Während seiner gesamten Laufbahn stellte Türk seine Kompetenzen unter Beweis. Er arbeitete mehr als 20 Jahre als Kunden- und Anlageberater und erweiterte sein Wissen mit dem Diplom Bankbetriebswirt ADG. 1999 übernahm er die Leitung der Privatkunden- und Firmenkundenabteilung. Hier sammelte er bereits Erfahrungen in der Führungsebene. Mit 45 Jahren wurde Reiner Türk 2002 in den Vorstand der damaligen VR-Bank Rhön-Grabfeld berufen. 2012 übernahm er den Vorstandsvorsitz. Die geglückte Fusion 2015 zwischen der damaligen VR-Bank Rhön-Grabfeld und der Genobank Rhön-Grabfeld kann als Höhepunkt seiner Laufbahn angesehen werden. Seitdem leitet er die heutige Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld mit großem unternehmerischen Geschick. Der Kunde stand bei ihm stets im Mittelpunkt.

    Höchste Genossenschaftsauszeichnung

    „Reiner Türk ist ein Mann, den man kennt und den man schätzt“, sagte Jürgen Gros. Der Verbandspräsident überreichte Türk die Goldene Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes mit einer Urkunde. Diese Auszeichnung ist die höchste im deutschen Genossenschaftswesen. Bereits 2003 hatte Türk die silberne Ehrennadel erhalten.

    Neben seinen umfangreichen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender engagiert sich Türk bis heute in verschiedensten Ehrenämtern in der Region. Seit 2012 wirkt er aktiv im Stiftungskuratorium Dr.-Paul-König-Stiftung Bad Neustadt, im Stiftungsrat der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld und seit 2017 als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes für den Landkreis Rhön-Grabfeld. Reiner Türk engagierte sich zudem viele Jahre im Vorstand und Beirat des Vereins Stadtmarketing NES. Die Position des Schatzmeisters im Informationskreis der Wirtschaft (IDW) konnte er als Banker mit großem Engagement ausfüllen. Türk war Beiratsmitglied der R+V Versicherung und der DZ Privatbank S.A..

    Vieles trägt Türks Handschrift

    „Reiner Türk war von der Genossenschaftsidee infiziert“, sagte Festredner Peter Klett als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender in seiner Laudatio und bezeichnete den scheidenden Bankchef als „optimalen Mann für die Aufgaben eines Vorstandsvorsitzenden“. Große Anerkennung zollte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Machon Reiner Türk nach dessen sehr aktivem Berufsleben. „Vieles in der Volksbank Raiffeisenbank trägt die Handschrift von Reiner Türk“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Birgit Jahn. Bürgermeister Bruno Altrichter würdigte die „unaufgeregte und zielorientierte Arbeit“ Türks. Und der stellvertretende Landrat Josef Demar attestierte Reiner Türk, die Leistungsfähigkeit der Volksbank in den letzten Jahren entscheidend nach vorne gebracht zu haben.

    Dass dies nicht immer ganz leicht war, unterstrichen seine Vorstandskollegen Markus Merz und Michael Reif. „Auch wenn der Kapitän jetzt von Bord geht, er hinterlässt ein geordnetes Haus“, so Merz. Andreas Hilfenhaus von der DZ-Privatbank nannte Reiner Türk einen Seismographen und kreativen Architekten in Sachen Bankwesen.

    Markus Merz übernimmt

    Die Aufgabe von Reiner Türk als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank wird sein Vorstandskollege Markus Merz übernehmen. Gemeinsam mit Michael Reif, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, und Tobias Herzog will er den erfolgreichen Weg der Bank fortführen.

    Reiner Türk Verabschiedung
    Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Raiffeisenbank Reiner Türk (Vierter von rechts) geht in den Ruhestand. Die besten Wünsche bei der Verabschiedung gab es von (von links) stellvertretendem Landrat Josef Demar, Vorstand Tobias Herzog, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Klett, Andreas Hilfenhaus (DZ-Bank), der Betriebsratsvorsitzenden Birgit Jahn, Bürgermeister Bruno Altrichter, Ehefrau Manuela Türk, dem neuen Vorstandsvorsitzenden Markus Merz, Vorstand Michael Reif, Verbandspräsident Jürgen Gros und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Machon. Foto: Stefan Kritzer

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