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    Bad Königshofen

    Reise-Albtraum: Gestrandete Passagiere widersprechen Airline

    Zwei Tage freiwillig im Flughafen-Transit in Marrakesch? Corendon Airlines glaubt in Marokko gestrandete Reisende gut betreut zu haben. Die Betroffenen sehen dies anders.
    Susanne Büttner aus Bad Königshofen saß tagelang in Marrakesch am Flughafen fest. Foto: Susanne Büttner

    Am Montagabend, kurz vor 19 Uhr Ortszeit, hatte die Reise-Odyssee von Susanne Büttner ein Ende: Rund 56 Stunden nach dem Start in Nürnberg kam die Urlauberin aus Bad Königshofen (Lkr. Rhön-Grabfeld) mit knapp 90 weiteren Passagiere doch noch auf Gran Canaria an. Wie berichtet war die Gruppe zuvor zwei Tage im Transit-Bereich in Marrakesch gestrandet.

    Fluggesellschaft: Allen Reisenden den Rückflug angeboten

    Am Dienstag nahm nun die verantwortliche Fluggesellschaft Corendon Airlines Stellung zu dem Reise-Albtraum: Nachdem der Flughafen von Las Palmas wegen eines Sandsturms geschlossen worden war, habe man sich am Samstag zur Landung in Marrakesch entschlossen, "weil wir dort ein Flugzeug stationiert haben und dort auch über Personal verfügen", teilte sie mit. Dass die Sperrung bis Montag dauern würde, sei nicht absehbar gewesen: "Wenn Corendon Airlines dies hätte voraussehen können, hätten wir alle Passagiere nach Nürnberg zurückgeflogen."

    Allen Passagieren, die mangels Reisepass nicht in einem Hotel in Marokko untergebracht werden konnten, sei ein Rückflug nach Nürnberg angeboten worden. Davon hätten aber nur 18 Reisende Gebrauch gemacht. "Die anderen blieben auf eigenen Wunsch im Transit-Bereich in Marrakesch", behauptet die Airline. Zudem habe ein Corendon-Angestellter die Gestrandeten während der gesamten Zeit auf dem Flughafen persönlich betreut.

    War der Airline-Mitarbeiter im Bett statt zu helfen?

    "Dieses Statement ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die dort waren", entgegnet Susanne Büttner. "Davon hat sich nichts so zugetragen." Auch mehrere Videos, die die Gestrandeten im Transit-Bereich aufgenommen haben, zeichnen ein anderes Bild: Das Flughafenpersonal habe ihm gesagt, dass ein Corendon-Manager im Hotel direkt neben dem Flughafen sei, berichtete etwa ein Reisender am Samstagabend: "Er liegt aber schon im Bett und will jetzt nicht mehr in den Transit-Bereich kommen."

    "Wir haben keine Decken, nichts", klagte ein genervter Mann nach der ersten Nacht auf einer Holzbank: "Wir sind völlig auf uns allein gestellt." Von Corendon lasse sich "leider gar niemand blicken." Und auch von einem Verbleib im Transit-Bereich auf eigenen Wunsch könne keine Rede sein, beteuerte Susanne Büttner bereits am Montag, denn die Rückflug-Möglichkeit nach Nürnberg "hat uns keiner richtig kommuniziert". 

    Die türkische Corendon Airlines fliegt seit 2015 von Nürnberg und will ab diesem Sommer mit zwei fest stationierten Flugzeugen von dort aus 22 Ferienziele rund ums Mittelmeer und auf den Kanaren anfliegen. Corendon ist damit laut Flughafen die größte Ferien-Airline am Standort Nürnberg. 

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