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    Oberelsbach

    Rhön ist positives Beispiel für Biosphärenreservate

    Die Rhön war Gastgeber für das MAB-Nationalkomitee der UNESCO-Biosphärenreservate. Getagt wurde in der Umweltbildungsstätte in Oberelsbach. Das Bild zeigt von links den Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle Michael Geier, Marc Auer (BMU), Barbara Engels (BfN, Geschäftsführerin MAB-Nationalkomitee), den Vorsitzenden Michael Heugel, Landrat Thomas Habermann, Karl-Friedrich Abe (Leiter der Verwaltungsstelle in Thüringen) und Thorsten Raab (Leiter der Verwaltungsstelle in Hessen). Foto: Marion Eckert

    Die UNESCO-Biosphärenreservate in Deutschland, Europa und weltweit sind eng miteinander vernetzt. Jedes Land, das sich am sogenannten MAB-Programm ("Der Mensch und die Biosphäre") beteiligt, verfügt über ein nationales Gremium, das als Bindeglied zwischen internationaler und nationaler Ebene fungiert.

    Das Deutsche MAB-Nationalkomitee setzt sich aus 17 Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Die ausgewählten Experten haben einschlägige Erfahrungen in den verschiedenen Themenfeldern des MAB-Programms, eines der Mitglieder ist Landrat Thomas Habermann. Der Vorsitz des Gremiums liegt beim Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz (BMU), die Geschäftsführung beim Bundesamt für Naturschutz. Die diesjährige zweitägige Tagung des MAB-Nationalkomitees fand in der Umweltbildungsstätte in Oberelsbach statt. Für den Vorsitzenden Michael Heugel war es die erste Tagung in diesem Rahmen, steht er dem Nationalkomitee doch erst seit April diesen Jahres vor. In einem Pressegespräch am Rande der Sitzung beantwortete er einige Frage zur aktuellen Tagung im allgemeinen und speziell das Biosphärenreservat Rhön betreffend.

    Was waren die wichtigsten Themen der Sitzung?

    "Es ging um unser Kerngeschäft, die Stellungnahme zur Evaluierung von Biosphärenreservaten in Deutschland. In diesem Jahr sind das Biosphärenreservat Bliesgau im Saarland und die Schwäbische Alb in Baden-Württemberg an der Reihe." Bei der Evaluierung handele es sich um einen umfangreichen Prozess, dessen Endbericht dem Gremium zur Beratung vorlag. Der Vorsitzende konnte schon verraten, dass das Nationalkomitee der UNESCO die erfolgreiche Evaluierung empfehlen wird.

    Ein weiteres zentrales Tagungsthema sei die Jugend und das am Wochenende vor der Tagung des Nationalkomitees stattfindende Jugendforum gewesen. Die beiden Rhöner Teilnehmer Adrian Griebel (21) aus Wechterswinkel und Lorenz Pfeuffer (22) aus Münnerstadt gaben dem Komitee eine Zusammenfassung der Workshops und Projektideen. "Uns gefallen die Ideen der jungen Leute sehr gut", sagte Heugel.  

    Für Heugel war es der erste Besuch im Biosphärenreservat Rhön, doch bekannt war ihm das Land der offenen Fernen vorher schon. Vor allem vom Rhönschaf hatte er schon viel gehört. "Die Rhön ist bekannt, nicht nur in Fachkreisen. Sie hat einen guten Ruf. Bei Anfragen aus dem In- und  Ausland nach positiven Beispielen, Kontakten und Austausch ist die Rhön die erste Adresse."

    Heugel lobt Aufgabenteilung zwischen den Ländern

    Dabei sieht Heugel deutlich die große Herausforderung, die das Biosphärenreservat Rhön als länderübergreifendes Biosphärenreservat zu leisten habe. "Es ist nicht ganz einfach über drei Länder hinweg zu arbeiten. Doch in der Rhön gibt es gute Beispiele wie es funktionieren kann." Besonders gefällt Heugel die Arbeits- und Aufgabenteilung in der Verwaltung. "Es muss nicht jeder alles machen."

    Natürlich stand auch eine Exkursion auf der Tagesordnung: So ging es am Dienstag zunächst zum Hohen Polster in die Lange Rhön, dann weiter zu Noahs Segel in Thüringen und schließlich ins Nüsttal in Hessen, um Neues zum Sternenpark Rhön zu erfahren.

    Für den Vorsitzenden des MAB-Nationalkomitees Michael Heugel war es der erste Besuch in der Rhön. Foto: Marion Eckert

    Turnusgemäß steht 2022 die erneute Evaluierung des Biosphärenreservats Rhön an. Seit 2013 gibt es ein erweitertes Verfahren, es sind gut 50 Prozent mehr Fragen zu beantworten, erklärte Marc Auer (BMU). In erster Linie handele es sich um Fragen zur Zonierung, denn ein Biosphärenreservat weise Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen auf. Die Rhön habe im Rahmen der Erweiterung im Jahr 2014 die notwendigen Hausaufgaben schon erledigt. "Ich sehe da gar kein Problem", so Auer.

    Welche Bedeutung wird das Biodiversitätszentrum haben?

    Trotzdem gebe es immer weiteren Entwicklungsbedarf, so liege der Fokus für die nächste Evaluierung auf der Entwicklungszone, der Zone in der Menschen leben und Wirtschaften. Bisher seien vor allem die Kernzone und die Entwicklung der Natur ein Schwerpunktthema gewesen. Bei der nächsten Evaluierung rücke das nachhaltige wirtschaften verstärkt in den Fokus. So könne eine Frage lauten: "Wie hoch ist der Anteil der Betriebe im Bereich des Biosphärenreservates, die nachhaltig wirtschaften?" Dazu müsse geklärt werden, wie nachhaltige Wirtschaft definiert und gemessen werden kann.

    Derzeit entsteht im bayerischen Teil parallel zum und im Biosphärenreservat Rhön ein Biodiversitätszentrum Rhön. Die Frage nach einer Bewertung dieser Entwicklung konnten weder Heugel noch Auer abschließend beantworten, denn es sei noch überhaupt nicht bekannt, welches Konzept dieses Zentrum verfolge, welche Aufgaben dort angesiedelt seien. "Im besten Fall werden wir Synergien schaffen."

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