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    FLADUNGEN

    Rhönmuseum zukunftsfähig machen

    Die neue Leiterin Eva-Maria König erläutert interessierten Besuchern ihre Pläne für das Rhönmuseum Fladungen Foto: Franziska Sauer

    Was passiert eigentlich in einem Museum, das seit neun Jahren geschlossen ist? Diese Frage beantworte am Dienstagabend die neue Leiterin des Fladunger Rhönmuseums, Eva-Maria König. Das Interesse an ihrer Arbeit, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, war dementsprechend groß.

    Erst vor zwei Monaten kam die Darmstädterin nach Fladungen, um dem dortigen Rhönmuseum neues Leben einzuhauchen. Zuvor war man jedoch nicht untätig gewesen und hatte ein erstes Konzept zu Papier gebracht. Aber auch Eva-Maria König sprudelt nur so vor Ideen. Zeitgemäß soll es werden: „Wir müssen die Chance nutzen, um ein zukunftsfähiges Museum zu planen, das jetzt aktuell ist – und auch die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre bleibt“, unterstrich die Kunstwissenschaftlerin.

    Keine leichte Aufgabe, aber auch nicht unmöglich. „Aktuelle sind wir dabei, das Rahmenkonzept in ein Feinkonzept umzuarbeiten“, informierte König weiter. Aber was heißt eigentlich Rhönmuseum und wie kann man dem gerecht werden? Braucht es womöglich einen Slogan, um dem Ganzen mehr Profil zu geben? Fragen über Fragen, die den Gästen einmal vor Augen führten, warum sich die Eröffnung des Rhönmuseums seit Jahren in die Länge zieht.

    Ursprünglich sollte das 1921 gegründete Museum eine Sammlung über die gesamte Rhön sein. „Das wurde in den letzten Jahren vernachlässigt“, konstatierte die Leiterin. Soll nun aber wieder in den Mittelpunkt rücken. Schließlich gibt es neben dem bayerischen Teil noch eine hessische und thüringische Rhön, die nicht minder reizvolle Kulturgeschichten zu bieten hat. Die hier verbreitete Vielfalt möchte man fassen, erklärte Eva-Maria König ihre Intension. Die Rhön aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und auch neben dauerhaften Themen Raum für Spezielles schaffen. Und zwar in sogenannten Wechselausstellungen. „An Themen mangelt es uns nicht“, schmunzelte König.

    Von Vorteil ist sicherlich auch die Synergie mit dem Freilandmuseum. „Es ist sinnvoll zusammen zu arbeiten und die Museen zu verbinden“, so die Leiterin. Dazu gehöre auch ein Museumsweg. Von Vorteil wird in vielerlei Hinsicht auch der gemeinsame Eingangsbereich mit der Tourist-Information sein. Hier möchte man mit verschiedenen Themen die Besucher ansprechen – ihnen einen Museumsbesuch schmackhaft machen.

    An Platz mangelt es dem künftigen Rhönmuseum auch nicht, davon konnten sich die Besucher bei einem Rundgang durch die leeren Räumlichkeiten selbst überzeugen. Aber auch ohne Exponate hatten die riesigen Räume bereits eine beeindruckende Wirkung. Auf dem Boden verteilt lagen überall Karten mit verschiedenen Begriffen darauf, die alle etwas mit dem Rhönmuseum zu tun haben oder bald zu tun haben werden, wie Museumsleiterin Eva-Maria König erklärte.

    Eines stand nicht darauf, interessierte aber definitiv alle Anwesenden und wahrscheinlich auch den Rest der Fladunger Einwohner brennend: Wann wird das Rhönmuseum denn nun eröffnet? „Anfang 2020 ist das Ziel“, hieß es. „Aber bis dahin gibt es noch viel zu tun“, gestand Eva-Maria König.

    fs

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