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    BAD KÖNIGSHOFEN

    Robert Ebner wieder Deutschlands bester Sportholzfäller

    Konnte in Deggendorf seinen deutschen Meistertitel verteidigen: Robert Ebner, hier bei der letzten und entscheidenden Di... Foto: Stihl Timbersports

    Er war der klare Favorit – und hat sich am Ende durchgesetzt: Der aus Ottelmannshausen stammende Forstwirt Robert Ebner verteidigte am Samstagabend in den Deggendorfer Stadthallen seinen deutschen Meistertitel, den er im vergangenen Jahr im sächsischen Klingenthal eingefahren hatte.

    Danny Mah immer im Nacken

    Als Robert Ebner nach dem äußerst spannenden Wettkampf mit den zehn besten deutschen Sportholzfällern als Sieger feststand, war er sichtlich gerührt. „Mir kommen fast die Tränen“, sprach er kurz vor der der Siegerehrung ins Mikrofon des Moderators und dankte neben seinen Sponsoren vor allem seinen vielen Fans aus dem Grabfeld, die mit nach Deggendorf gekommen waren, um ihn nach Kräften anzufeuern. „Ich freue mich wirklich sehr über meinen sechsten Titel“, so Ebner weiter, der sich auch für die Unterstützung seiner Freundin bedankte. „Sie hält mir immer den Rücken frei.“

    Unterstützung war auch nötig, denn der aus sechs Disziplinen bestehende Sportholzfäller-Wettkampf entwickelte sich zu einem wahren Krimi, der erst ganz am Schluss zugunsten von Robert Ebner entschieden wurde. Sein größter Gegner war diesmal allerdings nicht der deutsche Rekordmeister Dirk Braun aus Winterberg, der am Ende Dritter wurde, sondern der Sinntaler Danny Mahr.

    Durchwachsene Ergebnisse

    Für den 33-jährigen Ottelmannshäuser, der seit einigen Jahren berufsbedingt im Schwarzwald wohnt, lief zunächst alles nach Plan. Er gewann die wohl spektakulärste Disziplin „Springboard“ und holte sich mit zehn Punkten die maximale Ausbeute. An der „Stock Saw“, einer handelüblichen Motorsäge, reichte es dann aber nur für den vierten Platz und auch die zwei folgenden Disziplinen „Standing Block Chop“ und „Single Buck“ konnte Robert Ebner nicht gewinnen, sodass ihm Danny Mahr im Laufe des über dreistündigen Wettkampfs immer im Nacken saß.

    Drei Punkte Vorsprung vor dem Finale

    Ganz wichtig waren dann die zehn Punkte in der vorletzten Disziplin „Underhand Chop“, sodass Ebner mit drei Punkten Vorsprung ins Finale an der „Hot Saw“ gehen konnte. An der Monstersäge mit einer Spitzenleistung von 80 PS zeigte er diesmal keine Nerven und musste sich nur Dirk Braun geschlagen geben, der in dieser Disziplin den Weltrekord hält. Danny Mahr war geschlagen und landete beim nationalen Saisonhöhepunkt der Stihl Timbersport Series mit vier Punkten Rückstand noch vor Braun auf dem zweiten Rang.

    Die WM in Liverpool im Blick

    Nach der Siegerehrung sprach Robert Ebner von einem durchwachsenen Wettkampf. „Umso glücklicher bin ich, dass es gereicht hat und ich den Titel verteidigen konnte.“ Nun hat er das nächste Großereignis im Blick: Bei den Weltmeisterschaften der Stihl Timbersport Series 19. und 20. Oktober im englischen Liverpool wird er nicht nur im Team, sondern als Deutscher Meister auch im Einzelwettbewerb an den Start gehen. Sein großes Ziel: Nach Möglichkeit wieder auf dem Podest landen, was ihm 2009 und 2010 bereits zwei Mal gelungen ist.

    Auch die Damen griffen zur Axt

    Neben den Herren kämpften in Deggendorf die Damen und Nachwuchssportler in eigenständigen Wettkämpfen um den Meistertitel. Bei den Frauen konnte Svenja Bauer aus Niddatal ihren Titel verteidigen. In einem spannenden Wettkampf setzte sie sich gegen Alrun Uebing aus Moschheim und Nina Pokoyski aus Marburg durch. Bester Nachwuchssportler wurde Dennis Schmitz aus Frechen vor dem Bad Iburger Akascha Vahrenhorst und Jan-Philipp Stumpe aus Strausberg. mit material von Patrick Opierzynski

    Die Erfolge des Sportholzfällers Robert Ebner

    Robert Ebner aus Ottelmannshausen gehört nicht nur in Deutschland zu den herausragenden Sportholzfällern, sondern kann auch auf internationaler Ebner mit den besten Athleten mithalten. Der 33-jährige Forstwirt und Sportholzfäller ist sechsfacher Deutscher Meister (2008, 2009, 2010, 2012, 2017, 2018) und wurde Dritter bei den Weltmeisterschaften 2009. Ein Jahr später wurde er sogar Vize-Weltmeister. Beeindruckend sind auch seine persönlichen Bestzeiten in den einzelnen Disziplinen: Springboard 48,58 Sekunden, Stock Saw 10,52 Sekunden, Standing Block Chop 18,38 Sekunden, Single Buck 11,62 Sekunden, Underhand Chop 19,55 Sekunden und Hot Saw 5,23 Sekunden. Robert Ebner trainiert drei bis sechs Mal in Woche. Das Krafttraining führt er im Fitnessstudio durch, das Training mit Axt und Säge auf dem Stützpunkt in Stockheim oder bei einem Freund auf dem Bauernhof. Nebenbei macht er regelmäßig Ausdauertraining.

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