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    RÖDELMAIER

    Rödelmaiers Dorfsee ist derzeit trocken

    Nur noch eine Pfütze befindet sich am Grund des Dorfsees von Rödelmaier, der umfassend umgestaltet wird Foto: Eckhard Heise

    Zum Schlussspurt der Dorferneuerung von Rödelmaier drückt die Gemeinde noch einmal auf die Tube. Gleich zwei Vorhaben werden gleichzeitig umgesetzt: die Umgestaltungen des Schlosshofes und des Dorfsees mit seinem Umfeld. Die aktuelle Witterung kommt der Baufirma an dem kleinen Gewässer entgegen, denn die Bagger können im Trockenen arbeiten und versinken nicht im Grund.

    Ein großer Waller

    Vor etwa vier Wochen ist der See vom Angelverein, der das Gewässer von der Gemeinde gepachtet hat, abgefischt worden. Außer einem zwei Meter großen Waller wies der Besatz aber keine besonderen Fische auf, berichtet Bürgermeister Michael Pöhnlein. Auch nachdem das Wasser abgepumpt worden ist, traten keine spektakulären Funde zu Tage. Ein paar Blechdosen und Metallschrott sowie ein paar Eishockeypucks waren die gesamte Ausbeute. Rund 300 Kubikmeter Schlamm wurden entfernt und auf einer Nachbarwiese gelagert, damit er noch chemisch analysiert werden kann. Vor 23 Jahren war der See zum letzten Mal ausgebaggert worden.

    Natursteinquader

    Inzwischen hat die Baufirma schon begonnen, die Uferbefestigung zu erneuern. Eine künstliche Abdichtung ist nicht notwendig, aber an den Ufern werden mehrere Reihen Natursteinquader aufeinander gesetzt. Ferner wird noch eine Entnahmestelle für die Feuerwehr gebaut. Darüber hinaus wird unter der Regie von Landschaftsarchitektin Carola Kroczek die Umgebung etwas umgestaltet, ein Weg angelegt, Bänke angestellt sowie ein paar Meter abseits eine Wiese als Festplatz hergerichtet. Auch das Gelände des direkt angrenzenden Angelvereins wird etwas verändert.

    Neufassung der Quelle

    Gespeist wird der See in erster Linie aus der Rodungsquelle, die bei der Gelegenheit neu gefasst wird, und die gemeinsam mit einigen weiteren kleineren Wasserzuläufen das leere Becken wieder füllen soll. Früher, als sich der Bereich noch im Besitz des Klosters befunden hat, existierte wohl ein kleiner Weiher, in dem ab und an die Kinder gebadet haben sollen.

    Einst wichtig für die Besiedlung

    Das Gewässer war aber sehr wohl von großer Bedeutung für die Gemeinde, hebt die Landschaftsarchitektin hervor. Wahrscheinlich, so die Vermutung von Carola Kroczek, war seine Existenz Voraussetzung für die Besiedlung des Raums. Für die Besitzer des Schlosses, in dem dann vor knapp 100 Jahren der Orden einzog, dürfte der See als Fischgewässer gedient haben. Der See in seiner jetzigen Form dürfte um die 50 Jahre alt sein, schätzt Pöhnlein. Die Bedeutung, die das Gewässer einst für die Gemeinde besessen hat, soll durch die Sanierung und die Gestaltung hervorgehoben werden.

    Die Arbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden, damit der See bald wieder gefüllt werden kann. Die Kosten liegen bei knapp über 110 000 Euro, wobei Rödelmaier einen Anteil von 50 000 Euro zu tragen hat.

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