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    Roßrieth

    Roßriether Feuerwehr-Jubliäum: Was die Protokolle verraten

    Diese historische Hand- und Druckspritze wurde von der Feuerwehr Roßrieth um 1920 angeschafft. Sie war bis 1959 im Einsatz. Mittlerweile besteht die Wehr seit 125 Jahren und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Foto: Brigitte Gbureck

    Am vergangenen Wochenende feierte die Freiwillige Feuerwehr Roßrieth ihr 125-jähriges Bestehen. Dazu blätterte die Vereinsführung in den Protokollbüchern und förderte allerhand Interessantes zutage.

    Seit 1894 gibt es ein handgefertigtes Protokollbuch, das die ersten Jahrzehnte in deutscher Handschrift geführt wurde, die heute nur noch von wenigen gelesen werden kann. Ab den 1930er-Jahren wird das Lesen dann einfacher. Während der beiden Weltkriege wurde jeweils über einen Zeitraum von fünf Jahren kein Protokoll geführt. Die Kriegszeiten waren einschneidende Zeiten für die Feuerwehr, der Kommandant war jeweils zum Kriegsdienst eingezogen worden.

    Anfangs Ledereimer mit Namen im Einsatz

    Zu den Anfängen des Löschwesens: Etwa ab den 1880er-Jahren, als es noch keine freiwillige Feuerwehr gab, hat man sich mit Ledereimern, die den Namen der einzelnen Bürger trugen, im Bedarfsfall beholfen. Um 1920 wurde dann eine Hand- und Druckspritze angeschafft (mit der am Jubiläumswochenende der Löschwettbewerb ausgetragen wurde). Diese Hand- und Druckspritze war bis 1959 im Einsatz.

    Ab da war die Wasserleitung Sondheim – Roßrieth fertiggestellt und in Roßrieth wurden acht Hydranten gesetzt. Damit war dann der Feuerschutz gewährleistet. Seit 1966 gibt es einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA), der eine motorisierte Pumpe enthält und der im Bedarfsfall an einen Traktor angehängt wird. Damit kann zum Teich gefahren und Wasser eingesetzt werden.

    1981 wird eine Damenwehr gegründet

    Als einer der Vorreiter im Landkreis wurde 1981 eine Damenfeuerwehr in der Stärke von neun Frauen installiert. Ihre erste Ausbildung haben die Damen durch den Mellrichstädter Feuerwehrmann Heinrich Bach erhalten. 1986 legten je eine Männer- und eine Frauengruppe eine Leistungsprüfung in Roßrieth ab. Gab es damals noch relativ viele aktive Feuerwehrleute, gibt es heute nur noch eine gemischte Gruppe mit acht Aktiven. Personalprobleme gibt es sowohl bei den Aktiven als auch im Verein, wenn es um die Übernahme von Führungspositionen geht.

    Erfreulicherweise hat es all die Jahre keinen Großbrand in Roßrieth gegeben. 2003 gab es auf dem Feld einen Mähdrescherbrand, der sich im Hochsommer zum Flächenbrand ausgeweitet hat. In jüngerer Zeit war die Feuerwehr zweimal bei Brandfällen in Sondheim/Grabfeld im Einsatz. Ansonsten wurde sie nur zu Schadens- oder sonstigen Hilfefällen gerufen, wenn zum Beispiel ein Baum umgestürzt ist oder eine Ölspur abgebunden werden musste.

    Feuerwehr trägt zum Gelingen des Dorflebens bei

    Der Feuerwehrverein ist der einzige Verein im Ort. Kommandant ist seit 2009 Franz Flögel. Mit seinen aktiven Helfern ist er nicht für das Löschen zuständig, der Verein sorgt auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Miteinander. Er trägt dazu bei, dass das Dorfleben funktioniert.

    Es wurden Ausflüge unternommen und seit 1980 wird das jährliche Dorffest veranstaltet, der Maibaum aufgestellt, das Sonnwendfeuer entzündet und alles unternommen, um das Dorf liebens- und lebenswert zu erhalten. Erlöse aus den Veranstaltungen wurden oftmals für die Kirchenrenovierung oder die Kirchenglocken gespendet.

    Jugend ist gefragt

    Die ehemalige Schule wurde 1965 zum Dorfgemeinschaftsraum umfunktioniert und 1992/1993 renoviert und ausgebaut. Der neue Anbau des Feuerwehrhauses erfolgte mit viel Eigenleistung aller Dorfbewohner. 1994 wurde dann das Feuerwehrhaus mit einer Schauübung eingeweiht. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt Mellrichstadt und wieder mit viel Eigenleistung hat die Feuerwehr 2014/2015 das Dachgeschoss des Feuerwehrhauses ausgebaut.

    Seit 2010 ist die Feuerwehr ein eingetragener Verein, heißt „Feuerwehrverein Freiwillige Feuerwehr Roßrieth e.V.“ und ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Dorflebens. Nun ist vor allem die Jugend gefragt, in der Feuerwehr aktiv zu werden und die ältere Generation zu unterstützen, damit die Wehr weiter bestehen kann, getreu dem Motto „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“.

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