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    Stockheim

    Sanierung des Pfarrhauses: Wie geht es nun weiter?

    Denkmalschutz: Vom Stockheimer Pfarrhaus am Tanzberg wird man die Gebäudehülle erhalten müssen und die Fassade wieder so herstellen, wie sie ursprünglich war. Foto: Eva Wienröder

    Der Haushalt stand im Mittelpunkt bei der Sitzung des Stockheimer Gemeinderates. Das Gremium gab grünes Licht für die Planung, die heuer wieder eine Reihe von größeren Maßnahmen vorsieht. Unter anderem geht es darum, die Sanierung des ausgebrannten Pfarrhauses auf den Weg zu bringen. Dazu hatten die Ratsleute vor Ort eine Besichtigung vorgenommen.

    Die Schäden im Innern des Pfarrhauses in Stockheim sind enorm. Das Gebäude gleicht einem Rohbau. Foto: Eva Wienröder

    Die Schäden im Gebäude seien noch größer, als sie von außen vermuten lassen. Das mit der Feuersbrunsthätte böse ausgehen können. „Pfarrer Andreas Hutzler hat wahrlich einen Schutzengel gehabt“, wie einige Gemeinderäte beim Blick in die zerstörten Räume bemerkten. Der verheerende Brand und auch das Löschwasser haben die Gebäudesubstanz stark in Mitleidenschaft gezogen, Decken und auch Wände sind eingebrochen.

    Die katholische Pfarrpfründestiftung mit Sitz in Regensburg ist Gebäudeeigentümer, die politische Gemeinde aber Versicherungsnehmer und trägt damit nach den Worten von Bürgermeister Martin Link die Verantwortung für den Wiederaufbau. Sie hatte nach dem Brandunglück auch sogleich Sicherungsmaßnahmen vornehmen lassen. Jetzt geht es darum, wie es mit dem Pfarrhaus weiter geht. Bei der Sanierung des Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäudes kommt auch die Denkmalpflege ins Spiel, wie Link erklärte. Auf jeden Fall muss demnach die Außenfassade wieder so hergestellt werden, wie sie ursprünglich war. Im Innern hofft die Gemeinde auf mehr Handlungsfreiheit. „Es gibt noch viele Fragen zu klären“, so das Gemeindeoberhaupt.

    Haushalt war zentrales Thema

    Bei der Fortsetzung der Sitzung im Amtshaus widmete sich der Gemeinderat dem Haushalt als zentralem Thema. Anette Goldbach, die Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt, gab einen Gesamtüberblick über die Finanzlage und ging dabei näher auf die wichtigsten Haushaltsstellen ein. Die Gemeinde wird heuer wieder kräftig investieren, aber sie kann es sich auch leisten angesichts des niedrigen Schuldenstandes und der stattlichen Rücklagen.

    Das Volumen des Verwaltungshaushaltes bewegt sich bei 2,172 Millionen Euro und damit 96.400 Euro über dem Vorjahr. Der Vermögenshaushalt liegt mit 1,399 Millionen Euro sogar 841.500 Euro über dem Vorjahresansatz.

    Im Verwaltungshaushalt hat man die Grundsteuern A und B mit insgesamt 71.600 Euro veranschlagt, die Gewerbesteuer mit 80.000 Euro, die Einkommensteuerbeteiligung mit 484.600 Euro und die Einkommensteuerersatzleistung mit 35.300 Euro. Im Bereich Schlüsselzuweisungen steigen die Einnahmen im Vergleich zu 2018 um 74.400 Euro auf 634.700 Euro.

    Auf der Ausgabenseite schlägt als größter Brocken die Kreisumlage mit 431.100 Euro zu Buche (Vorjahr: 419.700 Euro). Die Gewerbesteuerumlage wird auf rund 15.000 Euro beziffert.

    Deutlich höher fällt die geplante Zuführung an den Vermögenshaushalt aus, sie beträgt heuer 279.900 Euro und liegt damit um 97.600 Euro über dem Ansatz von 2018. Erfreulich hoch ist die freie Finanzspanne mit 260.400 Euro.

    Breitbanderschließung soll verbessert werden

    Im Vermögenshaushalt hat man 600.900 Euro an Erschließungskosten für die Erweiterung des Baugebietes am Grasberg eingestellt. Für den Erwerb des Pfarrhauses samt Grundstück sind 150.000 Euro angesetzt. Dazu kommen als pauschale Bausumme 300.000 Euro für die Sanierung, die von der Brandversicherung übernommen und in gleicher Höhe wieder vereinnahmt wird. Die Breitbanderschließung wird weiter verbessert, die Maßnahme bildet den dritten großen Posten im Vermögenshaushalt. Mit knapp 169.500 Euro ist die Ausgabe veranschlagt, wovon rund 135.500 Euro von der staatlichen Förderung abgedeckt sind.

    Kreditaufnahmen sind wiederum keine vorgesehen. Der Schuldenstand beträgt nach Ablauf des Jahres voraussichtlich 19.500 Euro, das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 18,61 Euro, womit man ganz weit unter dem Landesdurchschnitt von 599 Euro liegt. Aktuell beläuft sich die Rücklage auf 1,28 Millionen Euro. Auch nach einer größeren Entnahme von 444.000 Euro hat die Gemeinde dann immer noch ein stattliches Finanzpolster zum Jahresende.

    Der Stockheimer Gemeinderat besichtigte das ausgebrannte Pfarrhaus von innen. Foto: Eva Wienröder

    Bürgermeister Martin Link äußerte sich sehr zufrieden mit der finanziellen Lage seiner Gemeinde. Zweifellos steht Stockheim im Vergleich zu vielen anderen Kommunen sehr gut da. Kaum Schulden, beträchtliche Rücklagen und viel Handlungsspielraum für weitere Investitionen, um den Ort zukunftsfähig zu halten. Der Gemeinderat, der die Arbeit von Kämmerin Goldbach und der Verwaltung mit großem Lob bedachte, stand geschlossen zu dem Zahlenwerk und verabschiedete auch den Stellenplan 2019 und die mittelfristige Finanzplanung für die Jahre 2020 bis 2022 einstimmig.

    Ferner segnete das Gremium im weiteren Verlauf der Sitzung den Neubau eines Einfamilienhauses mit Anbau sowie Carport und Geräteraum am Grasberg ab.

    Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 19. März 2019 konnte Martin Link noch bekannt geben, dass der Auftrag für die Errichtung der Straßenbeleuchtung für das Baugebiet am Grasberg II zum Angebotspreis von 10.329 Euro (brutto) an das Überlandwerk Rhön vergeben wurde.

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