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    Eußenhausen

    Schanz: Freiheitsstatue und Petition

    Einmal mehr hat Aktionskünstler Herbert „Jimmy“ Fell einen Stein ins Rollen gebracht. Diesmal mit seiner Initiative für eine Petition zur Auslobung des Friedensnobelpreises für die Montagsdemos. Das Bild zeigt Jimmy Fell (Mitte) mit Landrat Thomas Habermann (links daneben) und den ehemaligen Landrat Ralf Luther (rechts daneben) als erste Unterzeichner der Petition umrahmt von weiteren Unterschriftengebern. Foto: Marc Huter

    Der Skulpturenpark auf der Schanz am einstigen Grenzübergang Eußenhausen-Henneberg trägt die Handschrift von Jimmy Fell, der Aktionskünstler aus Niederlauer, der für seinen kreativen Kopf und unkonventionellen Ideen weithin bekannt ist und schon mit vielen aufsehenerregenden Kunstaktionen auf sich aufmerksam machte.

    Anlässlich der Festveranstaltung zum 30. Jubiläum des Mauerfalls am 9. September realisierte er erneut eine besondere Aktion. Er startete eine Petition zur Auslobung eines Friedensnobelpreises für die Montagsdemos (#friedensnobelpreisfuermontagsdemos) – mit Unterstützung des Rhön-Grabfelder Landrats Thomas Habermann und des ehemaligen Thüringer Landrats Ralf Luther. Die Menschen hätten 1989 durch ihre friedlichen Demonstrationen und Gebete es geschafft, ohne Gewalt die Mauer, die Deutschland einst trennte, zu Fall und das SED-Regime zum Einsturz zu bringen. Das sei einen Friedensnobelpreis wert.

    Ein Kunstprojekt des Rhön-Gymnasiums auf Initiative von Jimmy Fell: Die „große Freiheitsstatue“ und die „kleinen Freiheitsstatuen“ im „Liberty Forest“ auf der Schanz am ehemaligen Grenzübergang Eußenhausen/Henneberg. Das Bild zeigt (links) Jimmy Fell, einige Schüler der 8. Klassen mit ihren Kunstwerken, die große Freiheitsstatue (Projekt der Q12) sowie Kunstlehrer Matthias Eichele (rechts). Foto: Marc Huter

    „So ein Ding gemacht zu haben, darauf können die Ostdeutschen wirklich stolz sein“, sagte Jimmy Fell. „Die Montagsdemonstranten von damals stehen damit auf einer Ebene von Mahatma Ghandi und Martin Luther King.“ Viel zu wenig beachtet werde dieser einmalige, geschichtsträchtige Einsatz der Bürger, die sich in ihrem Drang nach Freiheit friedlich gegen ein totalitäres Regime gewehrt hätten.

    Kerzen und Gebete

    Unterstützung bekam Jimmy Fell von Landrat Thomas Habermann. „Die Kerzen und Gebete dieser Menschen hätten den entscheidenden Schub dafür gegeben, dass das Regime aufgeben musste“, so Habermann. Dies sollte in der Tat mehr gewürdigt werden. Es bildete sich eine lange Warteschlange vor den Unterschriftenlisten (Fell: „Anscheinend habe ich hier einen Punkt getroffen.“).

    Kultur sei laut Landrat Thomas Habermann „das Fundament der gesellschaftlichen Entwicklung“, wozu die Vorstellung der neuesten Werke im Skulpturenpark der deutschen Einheit im Anschluss passte. Die Kunstprojekte der insgesamt 250 Schüler des Rhön-Gymnasiums in Bad Neustadt sind auf Initiative von Jimmy Fell in Zusammenarbeit mit Kunstlehrer Matthias Eichele entstanden. Besonders imposant ist die fünf Meter hohe Freiheitsstatue, bestehend aus 28 Einzelgemälden der Schüler der Q12. Völlig begeistert zeigte sich Jimmy Fell, dass das gesamte Gemälde, obwohl jeweils von Einzelschülern hergestellt, im Ergebnis ein so einheitliches Bild ergeben hat. Der Begriff „Freiheit“ wird dabei in 150 verschiedenen Sprachen skizziert.

    "Liberty Forest"

    Um die große Freiheitsstatue herum werden nun ganz viele Freiheitsstatuen im „Liberty Forest“ in den Zweigen der Bäume hängen, gemalt von Schülern der 8. Klassen des Rhön-Gymnasiums. Ein Teil dieser jungen Künstler war zur Übergabe des Kunstprojekts auf die Schanz gekommen und stand auch dem Bayerischen Rundfunk für ein entsprechendes Interview zur Verfügung.

    Eine thematische Erweiterung des Skulpturenparks der deutschen Einheit in Richtung europäische Einheit erfährt der Skulpturenpark zudem mit der neuen Skulptur „Burning Heart of Europe“ von Jimmy Fell. Über der Skulptur werden künftig Fahnen zur europäischen Einheit hängen, die die Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen des Rhön-Gymansiums hergestellt haben. Im Laufe dieser Woche werden alle Fahnen an den Leinen um die Skulptur herum ihren Platz finden. Außerdem stellte Jimmy Fell die neue Skulptur „Sitzmauer“ der Öffentlichkeit vor, die vor der „Goldenen Brücke“ ihren Platz gefunden hat.

    Das Thema der deutschen Einheit wird mit der neuen Skulptur „Burning Heart of Europe“ und den von Schülern der 9. und 10. Klassen des Rhön-Gymnasiums gezeichneten Fahnen erweitert in Richtung europäische Einheit. Die Fahnen werden ihren Platz an den Leinen über der neuen Skulptur finden. Foto: Marc Huter

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