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    Schönau

    Schönau: Grenzbegehung der Jagdgenossen und des CSU-Ortsverbandes

    Beim Grenzgang der Schönauer Jagdgenossen und des CSU-Ortsverbandes gab es Informationen zum Waldbau und zur Jagd von Revierförster Michael Heinrich und Jagdpächter Willi Holzheimer. Foto: Manfred Zirkelbach

    Das Wetter war nicht gerade einladend, Nieselregen begleitete die Teilnehmer des traditionellen Grenzganges um einen Teil der Schönauer Gemarkung. Das war wohl auch der Grund dafür, dass sich in diesem Jahr nur eine relativ kleine Gruppe einfand, um mit Bürgermeister Rudi Zehe, dem Revierförster Michael Heinrich und den beiden Jagdpächtern Willi Holzheimer und Günter Fischer zu der interessanten Informationsexkursion zu starten. Ziel war die westliche Flur- und Waldabteilung am Buch und Breitenfeld und weiter im Gemeindewald hinauf zum Nermlingsberg.

    Die Fachleute für den Wald, den Waldumbau und die jagdlichen Belange standen im Interesse der Teilnehmer. Die Wälder leiden an der Trockenheit der letzten zwei Jahre. Vor allem die Nadelhölzer werden von Schädlingen und Krankheiten heimgesucht. Im Waldbau sei man derzeit dabei, die notwendigen Schäden zu beheben, der geplante Holzeinschlag sei deshalb zunächst in den Hintergrund getreten. Dazu komme, dass die Preise allseits stark rückläufig seien, Schadholz immer mehr an Wert verliere. Dabei machte Michael Heinrich aber auch deutlich, dass der Rohstoff Holz in Zukunft für die Energiegewinnung eine herausragende Rolle spielen werde.

    Bestehende Monokulturen sollen abgelöst werden

    Heinrich zeigte an verschiedenen markierten Stellen, wie der zukünftige Waldaufbau erfolgen könnte. Es ging um Zäune, damit der Wildverbiss zurückgedrängt werden kann, aber auch um verbissene Eichen- und Buchenpflanzen, außerhalb der Zäunungen. Heinrich wies auf die natürliche Verjüngung hin und auf die Folgen der Klimaveränderung, welche jetzt bereits augenfällig sichtbar sei. Deshalb werde es unabdingbar sein, die noch in großer Anzahl bestehenden Monokulturen durch eine gesunde Mischung aus Nadel- und Laubwald abzulösen. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse seien dann für die Auswahl der Baumarten entscheidend.

    Den Jägern werde in der Öffentlichkeit mehr und mehr der schwarze Peter zugeschoben, wenn es um die Wälder gehe, machten die anwesenden Jäger deutlich. Es müsse ein gesunder Ausgleich erfolgen, die Jägerschaft stünde positiv zum Waldaufwuchs. Allerdings werde ihnen auch das Ausüben ihrer Tätigkeit zusehends schwer gemacht: "Die Pilzsammler schleichen in aller Herrgottsfrüh bis spät am Abend quer durchs Gebüsch, Spaziergänger sind auch noch am späten Abend mit Stirnlampen unterwegs", für Willi Holzheimer ein nicht immer nachvollziehbarer Zustand. Durch solche und ähnliche Störungen ziehe sich das Wild zurück und stille dort seinen Hunger, "wo es noch störungsfrei unterwegs sein kann."

    Jäger setzen alles daran, die Abschusspläne zu erfüllen

    Die Jäger versicherten, dass sie alles daran setzen werden, die Abschusspläne zu erfüllen und wiesen darauf hin, dass sich trotz der Erhöhung der Abschussquoten nicht viel an den Wildschäden geändert habe. Auch auf die jagdlichen Veränderungen durch den Nachweis des Wolfes wurde hingewiesen. Erst kürzlich sei der Nachweis erbracht worden, dass in der Schönauer Gemarkung im Schweinberg ein Hirschkalb von Wolf gerissen worden sei. Übereinstimmend stellten Förster und Jäger fest: "Es geht nur miteinander, nie gegeneinander".

    Die Diskussion ging auch bei der anschließenden gemütlichen Runde im Gasthof Linde in Burgwallbach munter weiter, zu der Willi Holzheimer eingeladen hatte.

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