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    Ostheim

    Schul-Sanierung verzögert sich

    Nach Mängeln in der Bauausführung muss schnellstmöglich der Sockelbereich am Ostheimer Schulgebäude neu hergestellt werden. Erst dann kann man den Blitzschutz und die Fluchtwege einrichten – das ist Voraussetzung, um die Abnahme für den Schulbetrieb zu bekommen. Foto: Eva Wienröder

    Kostenmehrung und die erneute Bauverzögerung: Die Generalsanierung der Grundschule hat Ostheims Bürgermeister Ulrich Waldsachs, dem Stadtrat und der Verwaltung schon so manch schlaflose Nacht bereitet. Bei der Stadtratssitzung am Dienstag wurde über den aktuellen Sachstand der Baumaßnahme informiert. Man hofft, dass der Schulbetrieb zum Start des neuen Schuljahres endlich aufgenommen werden kann, aber die Zeit drängt.

    „Aktuell bewegt sich nach außen hin sichtbar nicht viel“, sagte Bürgermeister Waldsachs, der mit Martina Kircher vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim von der aktuellen Entwicklung berichtete. Große Probleme bereitetet das Wärme-Dämm-Verbund-System. Der zwischenzeitlich von der Stadt beauftragte Gutachter hat Mängel in der Ausführung festgestellt und für den Sockel und die Fassade ein Beweissicherungsgutachten erstellt. Ein Anwalt wurde eingeschaltet und dem Auftragnehmer des Gewerkes rechtskräftig gekündigt. Nun muss das Gewerk wieder neu ausgeschrieben werden, wobei aktuell noch geklärt wird, ob eine beschränkte Ausschreibung möglich ist.

    Sockelbereich muss neu hergestellt werden

    Die Fassade könnte man auch noch im laufenden Schulbetrieb bearbeiten, dringlich ist jedoch die Neuherstellung des Sockelbereichs, denn erst dann können der Blitzschutz und die Fluchtwege eingerichtet werden. Und das ist zwingend notwendig, um die Abnahme für den Schulbetrieb zu bekommen. Eine weitere Schwierigkeit dürften die vollen Auftragsbücher der Handwerksunternehmen darstellen. Fraglich ist, ob man überhaupt so schnell eine Firma für die Arbeiten bekommt. Trotzdem ist es immer noch erklärtes Ziel, dass zum Start des neuen Schuljahres die Klassen wieder in der Schule unterrichtet werden.

    Ein Jahr Bauverzögerung und eine Kostensteigerung um gut zwei Millionen Euro. Das ist dem Bürger freilich schwer zu vermitteln. Den Bürgermeister, den Stadtrat und die Verwaltung treffe keine Schuld, wie der dritte Bürgermeister Steffen Malzer noch einmal ausdrücklich betonte. In diesem Zusammenhang wurde aus den Reihen der Ratsmitglieder deutliche Unzufriedenheit bezüglich des Planungsbüros laut. Dieses müsste mehr in die Pflicht genommen werden und die Bauleitung die Arbeiten vor Ort strenger überwachen. Erfreulicheres gab es derweil von der Turnhalle und den Sportanlagen zu berichten. Hier laufen die Arbeiten planmäßig, wie Martina Kircher anmerkte.

    Ostheimer Friedhof soll verschönert werden

    Kurz ging Bürgermeister Ulrich Waldsachs auf Anregungen aus den Bürgerversammlungen ein. So war in Oberwaldbehrungen beispielsweise die Umgestaltung des Friedhofes angesprochen worden. Diese werde Stück für Stück erfolgen, so Waldsachs. Ratsmitglied Peter Wienröder verwies in diesem Zusammenhang auf den Ostheimer Friedhof. Hier hätten sicherlich die Stadtgärtner einige Verschönerungsideen, die auch finanziell ohne großen Aufwand umzusetzen seien. Das gelte ebenso für den Kurpark am Tanzberg.

    Auch im Ostheimer Stadtrat wurde über die Möglichkeit diskutiert, sog. Systemtrenner über die Streutalallianz für die Feuerwehren zu beschaffen. Die Beschaffung wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Feuerwehr Urspringen braucht einen Ersatz für ihre mehr als 30 Jahre alte Tragkraftspritze. Der Stadtrat erkannte die Notwendigkeit an und beschloss, dass im Haushalt 2020 entsprechend Mittel eingeplant werden sollen. Für eine Neubeschaffung ist ein staatlicher Zuschuss zu erwarten, der Förderantrag wird gestellt. Ratsmitglied Julian Lörzel meinte, dass zwischenzeitlich zur Überbrückung eventuell die ausgediente Pumpe der FFW Oberwaldbehrungen von den Urspringer Floriansjüngern genutzt werden könnte.

    Baubindung für stadteigene Grundstücke

    Für zwei gemeindliche Grundstücke in der Sonnenstraße in Urspringen gibt es einen Kaufinteressenten. Dieser beabsichtigt jedoch lediglich einen der beiden Bauplätze zu bebauen, den anderen möchte er als Garten nutzen. Im Gremium war man sich einig, dass stadteigene Baugrundstücke ausschließlich mit Baubindung (zwei Jahre) zu verkaufen sind.

    In Oberwaldbehrungen wurden bereits im Mai 2018 zwei Grundstücke von der Stadt veräußert. Der Käufer konnte nun seine baulichen Vorstellungen aufgrund des im Bebauungsplan „Hinter der Kirche“ festgelegten Gebietscharakters “Mischgebiet Dorf“ nicht verwirklichen. Er hat sich deshalb ausschließlich für die Bebauung des einen Grundstücks mit einem Wohnhaus entschieden und das Vorhaben auch bereits begonnen. Aufgrund der vertraglich vereinbarten Baubindung müsste der Bauherr auch das zweite Grundstück bis Ende 2020 bebaut haben. Der Stadtrat lehnte mehrheitlich den vom Grundstückseigentümer gestellten Antrag auf Aufhebung der Baubindung ab. Stattdessen wird die Baubindung solange ausgesetzt, bis der Platz für einen entsprechenden Bauzweck verwendet werden soll.

    SPD möchte E-Ladestation einrichten

    Zustimmung erhielt das Baugesuch zum geplanten Neubau einer Garage und den Anbau eines Balkons an das bestehende Wohnhaus in der Max-Reger-Straße in Ostheim. Seitens der Stadt steht dem Vorhaben nichts entgegen.

    Bürgermeister Waldsachs teilte mit, dass die Genehmigung der Haushaltssatzung 2019 durch die Rechtsaufsichtsbehörde bei der Stadt eingegangen ist. Waldsachs verlas dazu die Reihe von Auflagen, die sich für die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 1,75 Millionen Euro stellt. Ralf Diepholtz stellte den Antrag der SPD-Fraktion vor, wonach sich der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen mit der Einrichtung einer E-Ladestation beschäftigen soll.

    Bearbeitet von Eva Wienröder

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