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    BAD KÖNIGSHOFEN

    Schwere Lasten auf holprigen Wegen

    Glückliche Waisenkinder in Malawi mit Nina Eggerath (Mitte), Gabi Kramer aus Leipzig (rechts) sowie Gesprächspartnern vor Ort nach der Geschenkübergabe des Hilfsvereins „Kids for Kids in Africa“. Foto: Eggerath

    Nina Eggerath, Vorsitzende des Bad Königshöfer Hilfsvereins „Kids for Kids in Africa“, war im Februar mit ihrer ältesten Tochter Alma (6) und einem der Gründungsmitglieder, Gabi Kramer aus Leipzig, wieder einmal in Malawi. Darüber hat die Initiatorin, die heute mit ihrer Familie in Hofstetten in Oberbayern wohnt, teilweise schon die Öffentlichkeit unterrichtet. Mit einem Erlebnisbericht vermittelt sie nun die Stimmung und die Lage, die in Malawi herrscht. Gleichzeitig gibt sie damit einen Vorgeschmack auf die Mitgliederversammlung des Vereins, die am kommenden Samstag um 14 Uhr im Haus Sankt Michael stattfindet.

    Hartes und ungerechtes Leben

    Doch der Reihe nach: „Vor zehn Jahren war ich das erste Mal während eines Studiums für ein Jahr in Malawi und lernte das Land kennen und lieben. Trotz ihres harten und oft ungerechten Lebens sind die Menschen dort voller Lebensfreude und liebenswert.

    Seit dem Auslandsjahr bin ich immer wieder zurückgekehrt und habe schließlich für die Waisenkinder mit vielen Freunden und Bekannten unseren Verein Kids for Kids in Africa in Bad Königshofen gegründet“, so Eggerath.

    200 Kilo Gepäck

    Mit sechs großen Koffern und Taschen kam Nina Eggerath mit ihren Begleitern am Münchner Flughafen an. Im fast 200 Kilo schweren Gepäck befanden sich 4500 Euro, Spielsachen, Schulmaterial, englische Bücher, Sportbälle, Laptops, Handys, Vitaminpräparate und Medikamente. Adressaten der Spenden: zwei Waisenheime und eine Schule. 15 Geschenkpäckchen für Schüler eines Schulförderprogramms gehörten ebenfalls dazu.

    Nach 17 Stunden Anreise wurden die deutschen Gäste am Flughafen in Lilongwe von Projektmanager Clemens Manjaalera, dem zentralen Ansprechpartner des Vereins, empfangen. Bei ihm durften sie für drei Wochen an der Seite seiner Familie in einem der ärmsten Wohnvierteln von Lilongwe wohnen.

    Ziegen und Hühner auf der Straße

    „Leider gibt es dort nur wenig befestige Straßen. Überall fahren aber Autos, Minibusse, sogenannte Tuk Tuks und Fahrradtaxis“, beschreibt Eggerath das äußere Erscheinungsbild. Auch Ziegen laufen durch die Straßen, Hunde streunen durch die Gassen. Auch Hühner gehören zum Straßenbild. „Wenn wir mit einem Auto unterwegs waren, musste man sich die Vorfahrt oft erkämpfen“, beschreibt Nina Eggerath das zeitweise Chaos.

    Händler boten auf dem Markt lebende Tiere zum Verkauf an, Obst, Gemüse, Elektronikgeräte, Töpfe, aber auch Fisch, Fleisch, Schuhe und selbstgebaute Möbel. Fazit: Es geht ums nackte Überleben der Menschen. Mittendrin im Gewühle sorgen Frauen für einen Farbtupfer in afrikanischen Tüchern. Sie balancieren auf dem Kopf freihändig schwere Lasten auf holprigen Wegen zu ihrem Ziel.

    In einem Stadtteil des Wohnviertels postieren sich viele Geschäftsleute, die in großen Hallen ihre Waren feilbieten. „Dank großzügiger Geldspenden konnten wir für ein Waisenhaus die geplanten Küchenutensilien und zusätzlich 200 Paar Schuhe und 300 Kilo Kinderkleidung kaufen“, freut sich Eggerath über das erfolgreiche Feilschen auf dem Markt.

    „Am 4. März sind wir mit den Sachspenden in das abgelegene Chioko, im ärmsten Bezirk Malawis, nach Mchinji, gefahren. Dieses Dorf ist von der nächsten Fernverkehrsstraße fast eine ganze Autostunde entfernt und liegt tief im afrikanischen Busch. „So mussten wir, ziemlich langsam und infolge Regens auf schlammigen und überschwemmten Wegen fahren.

    Das Angenehme: Von den kleinen Dörfern links und rechts der Straße jubelten uns die Menschen im Vorbeifahren zu.“

    Das sei ein angenehmes Gefühl gewesen. Vor allem auch für ihre sechsjährige Tochter Alma, die den Gruß freudig erwidert habe.

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