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    Bad Neustadt

    Seilbahn in Bad Neustadt: Von "Super Sache" bis "Braucht man nicht"

    Die Seilbahn in den Berliner "Gärten der Welt", die 2017 errichtet wurde. Nach Aussage von Johannes Benkert ist diese von der Streckenlänge her mit einer möglichen Bad Neustädter Seilbahn vergleichbar. Foto: Johannes Benkert

    Mit der Seilbahn von der Falaiser Brücke zum Campus schweben. Eine sinnvolle Möglichkeit, um Herschfeld verkehrstechnisch zu entlasten und um Rhön-Klinikum und Innenstadt besser miteinander zu verbinden? Oder doch eher ein Projekt, das viel Geld kostet und letztlich wenig Nutzen bringt? In seiner jüngsten Sitzung hat der Bad Neustädter Stadtrat angekündigt, mithilfe einer Befragung ermitteln zu wollen, ob es in der Saalestadt tatsächlich eines solchen öffentlichen Personennahverkehrsmittels bedarf. Seither wird das Thema "Seilbahn für Bad Neustadt" wieder rege diskutiert. Nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im Internet und in den sozialen Netzwerken hat es viele Reaktionen ausgelöst.

    "Unsere Umfrage, die seit 13. September läuft, in der Presse zu veröffentlichen, war der erste Schritt. Weiterhin wollen wir noch im Stadtmagazin und in unseren Schaukästen auf die Befragung hinweisen. Außerdem ist geplant, die Mitarbeiter am Campus selbst zu befragen. In welcher Form dies konkret erfolgen soll, muss noch erarbeitet werden", sagt Nadine Menz, die das Projekt von Seiten der Stadt Bad Neustadt betreut. Bis zum Vormittag des Donnerstag, 19. September, hätten bereits 585 Personen an der Umfrage teilgenommen, so Menz. Bei den Rückmeldungen, die sie selbst bisher auf die Seilbahn-Planungen erhalten hat, seien zwar beide Lager vertreten, tendenziell sei der Tenor aber eher positiv.  Nadine Menz fügt hinzu: "In jedem Fall höre ich immer wieder - egal ob man der Seilbahn nun positiv oder negativ gegenüber steht - dass das Thema auf großes Interesse stößt".

    Geteilte Meinungen auf Facebook

    In der Facebook-Gruppe "Wir sind Rhön-Grabfeld und wir leben gerne hier" gibt es unterschiedliche Meinungen zum Seilbahn-Projekt. Zum einen finden sich zustimmende Kommentare wie "Super Sache", "Alleinstellungsmerkmal für Bad Neustadt", "Würde Herschfeld entlasten". Zum anderen werden aber auch negative Stimmen laut. So moniert etwa ein Nutzer, man solle statt der Seilbahn lieber mehr Angebote für die Jugend machen oder auch durch eine bessere Taktung die Nessi mehr auslasten. Auch stellt eine Nutzerin die Frage, ob eine Seilbahn denn tatsächlich genutzt würde. Bei einer Umfrage auf der Facebook-Seite Rhöner Leben sahen 53 Prozent der Teilnehmer die Seilbahn als "Klasse Idee" an, während 47 Prozent "Braucht man nicht" wählten. Die zugehörigen Kommentare ergeben ebenfalls ein geteiltes Meinungsbild: "Find ich super" liest sich dort ebenso wie "Nur wenn dadurch die Innenstadt wieder belebter wird. Sonst sinnlos", aber auch "ohne Worte" und "es wäre sinnvoller, Geld ins Personal zu investieren".

    Eva Schorer aus Herschfeld hält die Seilbahn für  "ein Zuschussprojekt, das unsere Stadtkasse für viele Jahre belasten wird". Dies macht sie in einem Leserbrief an diese Redaktion deutlich. Statt der Seilbahn schlägt sie vor, den Takt der Nessi vom Zentralen Omnibusbahnhof zum Campus zu erhöhen und kleinere Elektrobusse hierfür einzusetzen, um den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern. Um Herschfeld zu entlasten sollte man die Durchgangsstraßen durch den Ort beschränken, um eine konsequente Nutzung der NES 20 zu erreichen. Von einer "Luftnummer", mit der Steuergelder verschwendet würden, schreibt die Herschfelderin Ute Weber in ihrem Leserbrief. Sie glaubt nicht, dass eine Seilbahn den Verkehr durch Herschfeld wesentlich reduzieren würde.

    Auswertung läuft parallel mit der Umfrage

    Ein Befürworter der Seilbahn-Idee ist Johannes Benkert. Dies geht aus seiner Leserzuschrift hervor. Seilbahnen würden weltweit bereits im öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden. So führt er unter anderem das Beispiel der Seilbahn in den Berliner "Gärten der Welt" an. Die dortige Streckenlänge sei vergleichbar mit jener in Bad Neustadt, laut dem Betreiber werde die Seilbahn gut angenommen, so Benkert. Eine Einzelfahrt dort sei zwar teuer, jedoch gebe es günstige Monatskarten, welche auch für die eventuelle Bad Neustädter Seilbahn sinnvoll wären. Johannes Benkerts Meinung nach wäre es sinnvoll, die Campus-Mitarbeiter auf einen zentralen Pendlerparkplatz zu lotsen. Von dort aus könnten sie dann mit der Seilbahn ins Klinikum kommen. Nach Benkerts Meinung könnte die Innenstadt belebt werden, weil etwa Patienten des Campus und deren Angehörige einfach nur in die Seilbahn-Gondel steigen müssten, um schnell in die Innenstadt zu gelangen.

    Die Auswertung laufe parallel mit der Umfrage selbst, erläutert Projektmanagerin Nadine Menz. Eine Gesamtbilanz wolle man ziehen, wenn genügend Personen aus allen anvisierten Zielgruppen an der Umfrage teilgenommen haben. Außerdem werde neben dieser Potential-Analyse eine Ist-Analyse durchgeführt, in welche etwa die Fahrgastzahlen der Nessi und andere Faktoren einbezogen würden. In jedem Fall darf man gespannt sein, wie sich das Thema "Seilbahn in Bad Neustadt" weiter entwickelt und ob es bald tatsächlich möglich sein wird, in einer Seilbahn-Gondel hoch über der Stadt mit Herz zum Campus zu schweben.

    Die Online-Befragung ist erreichbar unter www.bad-neustadt-seilbahn.de.

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