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    Bad Neustadt

    Senioren-ÖPNV-Ticket für Rentner und Behinderte?

    Um die mögliche Einführung eine Senioren-Bustickets für Bürgerinnen und Bürger des Landkreises ab dem 65. Lebensjahr ging es in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Foto: Archivfoto Marion Eckert

    Diskussionen rankten sich bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses um den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Sie baten um Überprüfung für eine Einführung eines vergünstigten Senioren- ÖPNV-Tickets. Landrat Thomas Habermann sagte dazu, dass er dem Antrag durchaus positiv gegenüber stehe, allerdings sollte das System dann auch flächendeckend einsetzbar sein. "Der Öffentliche Personennahverkehr muss verdichtet werden, damit jedes Dorf im Stundentakt angefahren werden kann." Ein Seniorenticket sollte dann für Bürgerinnen und Bürger in Rhön-Grabfeld gelten, die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Der Landkreischef nannte den Mainfränkischen Verkehrsverbund. Hier gehe es nach wie vor um ein Ticket, das in diesem Einzugsgebiet zum Beispiel von Fladungen bis Würzburg gültig ist. Ein Thema, mit dem sich die Gremien des Landkreises schon seit einigen Jahren befassen.

    Ronald Ziegler, Verkehrsbeauftragter für ÖPNV am Landratsamt Rhön-Grabfeld, stellte dazu entsprechende Informationen zum Projekt Verkehrsverbund Mainfranken Wabentarifplan vor. Anhand der Statistik war zu erkennen, dass die Erreichbarkeit von Bus und Bahn, bayernweit gesehen, in Rhön-Grabfeld gerade mal bei 32,23 Prozent liegt. Damit liegt der Landkreis bayernweit an drittletzter Stelle vor Dingolfing-Landau und Freyung-Grafenau. In Schweinfurt liegt die Erreichbarkeit bei 99,9 Prozent, in Würzburg bei 99,59 Prozent sowie Kronach 49,31 Prozent. Das zeige, dass hier noch einiges aufzuarbeiten sei , denn erst dann mache auch das Senioren-ÖPNV-Ticket Sinn, warf Habermann ein und bat Ronald Ziegler hier weiter dran zu bleiben.

    Flächendeckende Lösung soll her

    Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit unterstrich dies ebenfalls und meinte: "Nur ein Mehr führt auch zu einer besseren Nutzung." Vor allem im Nahverkehr sei die Auslastung der Buslinien notwendig. Egon Friedel, Fraktionssprecher der SPD, erinnert daran, dass seine Fraktion schon 2015 einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Er plädierte dafür, das Ticket speziell für Rentner und für Hartz-IV-Empfänger anzudenken. Für eine flächendeckende Lösung im ÖPNV sprach sich auch Birgit Erb (Oberelsbach), Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetages im Kreisverband Rhön-Grabfeld, aus. Keinesfalls dürfe das Ticket an den Landkreisgrenzen enden. Ronald Ziegler solle sich konkret damit befassen. Der Ausschuss entschied denn auch die Überprüfung eines Tickets für Rentner, Menschen mit Behinderung und eventuelle andere Personen in Auftrag zu geben.

    Im Kreisausschuss stand dann das Thema Hüttenförderung für das Schweinfurter Haus und die Kissinger Hütte an. Für zunächst drei Jahre wurden 400 000 Euro eingeplant. Für dieses und nächstes Jahr sind es 130 000 Euro und für 2021 noch 140 000 Euro. Am Schweinfurter Haus sind die Erneuerung der Heizungen im Haupthaus und im Alten Forsthaus, Aufpolsterung der Bestuhlung im Gastraum sowie Sanierung der Sanitärbereiche im Haupthaus und im Alten Forsthaus vorgesehen. Hierzu gab es Informationen von Regionalmanagerin Ursula Schneider, die entsprechende Zuschüsse über das Leader-Förderprogramm nannte.

    Sanierung der Kissinger Hütte ein "schwieriges Vorhaben"

    Beim Schweinfurter Haus ist eine Förderung von 35 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu 50 671 Euro vorgesehen. Bei der Sanierung der Kissinger Hütte, im Bereich der Gemeinde Sandberg, sei dies eine kompliziertere Angelegenheit und "schwieriges Vorhaben". Unter anderem ist dort eine Leader-Förderung für einen Sternenpark-Stützpunkt auf der Terrasse angedacht, weiterhin Sanierungsmaßnahmen am Gebäude und in der Innenausstattung der Übernachtungseinheiten mit Sanitäranlagen. Die Gesamtkosten für diese als ersten Bauabschnitt geplanten Maßnahmen belaufen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro brutto. Beim Landkreis sind aus Mitteln der Hüttenförderrichtlinie 100 000 Euro beantragt. Wichtig für einen Leader Antrag wäre die Zustimmung zur Mitfinanzierung durch den Landkreis Rhön-Grabfeld. Erst dann nämlich könne das Leader-Projekt in Angriff genommen werden. "Wir wollen dem Rhönklub ja helfen", sagte der Landrat dazu, womit das Gremium sein positives Votum gab.

    Schließlich ging es um die Skisprungschanze bei Haselbach in der Rhön. Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist Eigentümer der drei Schanzen. Die Stadt Bischofsheim als Eigentümerin der Grundstücke des gesamten Skisprungareals plant zusammen mit dem Landkreis und dem ortsansässigen Betreiberverein RWV Haselbach die Attraktivität und Zukunftssicherung der Schanzenanlage erhöhen. Vorgesehen sind der Einbau einer Skiaufstiegshilfe sowie von Flutlichtmasten. Anstelle über ein Dieselaggregat soll dies durch eine Stromzuführung künftig geschehen. Für diese Maßnahmen hat der Landkreis im Haushalt 2019 bereits 100 000 Euro eingeplant (wir berichteten).

    Kosten werden geteilt

    Nach aktueller Kostenermittlung ist aufgrund der Steillage vor allen bei den Flutlichtmasten mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 20 000 Euro auszugehen. Stadt Bischofsheim und Landkreis Rhön-Grabfeld teilen sich die Kosten je zur Hälfte. Landrat Thomas Habermann sagte, dass bedingt durch die schneearmen Winter die Skisprungschanze vermehrt in den Sommermonaten angenommen wird. Es seien vor allem viele Jugendliche, die sich für diese Sportart interessieren. Das Geld sei hier also gut angelegt. Der Kreisausschuss stimmte denn auch der Finanzierung der Zusatzkosten in Höhe von 10 000 Euro durch den Landkreis zu.

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