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    Heufurt

    Sind die Heufurter "Bürger zweiter Klasse?"

    Wann wird das Kommunale Denkmalkonzept in Heufurt umgesetzt? Der Unmut über den derzeitigen Stillstand in Heufurt wurde in der Bürgerversammlung deutlich zum Ausdruck gebracht.
    Wann wird das Kommunale Denkmalkonzept in Heufurt umgesetzt? Der Unmut über den derzeitigen Stillstand in Heufurt wurde in der Bürgerversammlung deutlich zum Ausdruck gebracht. Foto: Marion Eckert

    Voll besetzt war das Sportheim in Heufurt anlässlich der Bürgerversammlung. Doch krankheitsbedingt konnte Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panten nicht teilnehmen und hatte es der stellvertretenden Bürgermeisterin Eva Kalla übertragen, den Bürgern die Zahlen und Projekte vorzustellen.

    Unter anderem wurde an Kalla die Frage heran getragen, ob die Heufurter "Bürger zweiter Klasse" seien, denn in Fladungens Bürgerversammlung gab es kostenlose Getränke, in Heufurt mussten die Bürger zahlen, wenn sie ein Getränk wollten.

    Bürger fragen, warum in Heufurt nicht investiert werde

    Mehrfach nachgefragt wurde, warum in Heufurt nicht investiert werde. Kalla erläuterte, dass das Kommunale Denkmalkonzept, das für Heufurt erstellt wurde, erst angepackt werden könne, wenn das Gemeindeentwicklungskonzept für Fladungen und die weiteren Stadtteile abgearbeitet sei. Wann das allerdings der Fall sein werde, konnte Kalla nicht sagen. "Das kann ja noch Jahre dauern", befand eine Bürgerin resigniert: "Wir behindern uns gegenseitig mit Konzepten."

    Grundsätzlich wurde kritisiert, Bürgeranfragen würden entweder gar nicht oder mit teilweise jahrelanger Verzögerung umgesetzt. Eva Kalla verwies auf die hohe Auslastung des Bauhofs und den Kostenfaktor, wenn Firmen eingesetzt werden. In allen Ortsteilen sei bereits sehr viel dank ehrenamtlichen Engagements umgesetzt worden, darauf könne die Gemeinde stolz sein.

    Tür am Wirtshauskeller ist defekt

    Moniert wurde, dass Anfragen aus Bürgerversammlungen unbeantwortet blieben. "Der Bürger bringt ein Anliegen vor, es wird aufgenommen und was dann? Der Bürger hört dann nichts mehr von seiner Anfrage." In jedem Verein sei es üblich, dass das Protokoll der letztjährigen Versammlung vorgetragen werde. Warum sei das bei einer Bürgerversammlung nicht auch üblich?

    Kalla hatte das Protokoll dabei und konnte mitteilen, dass die beiden Anfragen erledigt wurden. Doch die Bürger waren der Ansicht, dass mehr als zwei Anfragen vorgebracht wurden. Unter anderem das Thema Wirtshauskeller, dessen Türe defekt sei. Darauf werde seit Jahren hingewiesen, ohne dass von seiten der Stadt etwas unternommen werde. Kalla war sich nicht sicher, ob die Stadt hierfür zuständig sei. Sie nahm aber die dringende Bitte auf, das Thema nicht länger zu ignorieren.

    Ein Bauzwang für private Bauplätze?

    In Heufurt gibt es derzeit keine Bauplätze, die die Stadt Fladungen jungen Familien anbieten könnte. Die vorhandenen Bauplätze seien in privater Hand und an diese sei nicht heran zu kommen. Es wurde Unverständnis geäußert, warum in Heufurt, immerhin dem größten Stadtteil nach Fladungen, kein Neubaugebiet ausgewiesen werde und der einzige Bauplatz, den es in kommunaler Hand noch gab, nun mit einem landwirtschaftlichen Gebäude und keinem Wohnhaus bebaut werde.

    "Warum wird vom Stadtrat da zugestimmt?", wurde gefragt. Gefordert wurde in diesem Zusammenhang auch ein Bauzwang auf privaten Bauplätzen. Eva Kalla sah die Frage, ob ein neues Baugebiet ausgewiesen werden soll als Thema für den neuen Stadtrat. Sie verwies aber auch auf das Ziel der Innenentwicklung, nach der eine Belebung der Ortskerne und ein Vermeiden von Leerständen Ziel sei.

    Kernweg entlang der Bahnlinie wurde genehmigt

    In der alten Schule gibt es ein Problem mit Nässe. Der Zustand verschlechtere sich zusehends. Als Grund wurde angegeben, dass zwar neue Fenster eingebaut, diese aber nicht eingeputzt worden. Auch müsse der Strom- und Heizkostenzähler überprüft werden. Eva Kalla sicherte zu, dass sie die Problematik weitergeben werde.

    Im Rahmen des Kernwegenetzkonzeptes der Streutalallianz sei ein ergänzender Kernweg entlang der Bahnline bei Heufurt genehmigt worden. Auf Nachfrage wurde ergänzt, dass ein Graben entlang des Weges vorgesehen sei, um das Wasser aus der Siedlung heraus zu halten.

    Zukunft von Schule und Kindergarten ist gesichert

    Nach der Zukunft von Schule und Kindergarten angesichts des demografischen Wandels wurde die stellvertretende Bürgermeisterin befragt, die sich zuversichtlich angesichts der Zahlen für die kommenden sechs Jahre zeigte. "Es kommen wieder stärkere Jahrgänge nach. Die Zahlen schauen gut aus. Kindergarten und Schule haben Bestand."

    Angeregt wurde eine öffentliche Toilette für Fladungen, die auch für Rollstuhlfahrer frei zugänglich ist. Zwar gebe es eine solche Toilette, aber nur wenn das Tourismusbüro geöffnet habe. Doch die Eingangstüre sei nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. Eva Kalla nahm die Anregung auf. Wenn das Rhönmuseum im Frühjahr 2021 wieder geöffnet habe, dann seien längere Öffnungszeiten vorgesehen als sie derzeit das Tourismusbüro habe.

    Lob gab es von Seiten der Kirchenverwaltung für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Bauhof. Abschließend dankte der dritte Bürgermeister Pius Müller der stellvertretenden Bürgermeisterin für die Übernahme der Versammlung und der Bürgermeisterin für ihre geleistete Arbeit und den Bürgern für die angeregte Diskussion. "Es muss Rückmeldung geben", bestätigte er den Wunsch nach Feedback aus dem Rathaus zu Bürgeranfragen.

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