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    Sondheim

    Sondheimer Wald: Ansehnlichen Gewinn erwirtschaftet

    Die stabilen Laubwald- und Mischwaldbestände sorgten dafür, dass der Gemeindeforst einen ansehnlichen Gewinn erwirtschaften konnte. Foto: Patrick Pleul/dpa

    2019 war ein weiteres Hitze- und Trockenjahr. Das hat vielen Forstbetrieben immens geschadet. Nicht so dem Sondheimer Gemeindeforst, was insbesondere den stabilen Laubwald- und Mischwaldbeständen zu verdanken ist. Die Gemeinde ist gut davon gekommen und konnte sogar einen ansehnlichen Gewinn erwirtschaften.

    Mit Forstdirektor Wilhelm Schmalen und Julian Grundhuber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt sowie Gemeindeförster Karlheinz Bauer konnte Bürgermeister Thilo Wehner bei der jüngsten Sitzung der Gemeindeführung "geballte Forstkompetenz" am Ratstisch begrüßen.

    Schäden durch Trockenheit und Käferbefall

    Schmalen ging zunächst auf den aktuellen Holzmarkt ein. Durch Trockenheit, Hitze, Sturm und Käferbefall sei europaweit ungeheuer viel Schadholz angefallen und habe den Markt überschwemmt. "Der Markt für Fichte ist seit eineinhalb Jahren voll aus den Fugen geraten", so Schmalen. Der Stammholzpreis sei um mehr als die Hälfte gesunken und eine Aufarbeitung rechne sich fast nicht. "Ich hätte nicht gedacht, dass der Markt so zusammenbricht", räumte der Forstexperte ein. Die Entwicklung im Nadelholzsektor habe auch Auswirkungen auf den Laubholzmarkt, die Firmen seien ausgebucht und kaum ein Unternehmen für die Aufarbeitung zu finden. Die Situation sei in jeder Hinsicht sehr angespannt, so Schmalen. Trotzdem sollte man nicht zu pessimistisch sein. Ein normales Wetter-Jahr könne da schon wieder einige Besserung bringen.

    Julian Grundhuber stellte sich in der Sitzung kurz als der neue Ansprechpartner am AELF für Privatwaldbesitzer und Gemeinden vor, wenn es um staatliche Fördermöglichkeiten geht. Er übernimmt diese Aufgabe von Ingo Büttner.

    Wenig Schadholz angefallen

    Förster Karlheinz Bauer gab einen kleinen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. "Wir haben beim Einschlag fast eine Punktlandung gemacht", schickte er seinen Ausführungen voraus. In der Endnutzung wurden rund 800 Festmeter (Fm) und in der Vornutzung 2360 Fm geerntet. Das Holz habe man recht gut vermarkten können. Da der Gemeindewald überwiegend aus Laubbäumen besteht, ist wenig Schadholz angefallen. Laut Bauer konnte der gesamte Einschlag verkauft werden. Mit 43000 Euro blieb ein stattlicher Überschuss für die Gemeindekasse übrig.

    Im Forstbetriebsplan 2020, der vom Gemeinderat in der Sitzung wie vorgelegt genehmigt wurde, ist ein Hiebsatz von 3045 Fm vorgesehen, davon entfallen 670 Fm auf die Endnutzung und 2375 Fm auf die Vornutzung (2.000 Fm Altdurchforstung, 300 Fm Jungdurchforstung, 75 Fm Jugendpflege). Wie Bauer betonte, werden Holzeinschlagsmaßnahmen in der Endnutzung nur durchgeführt, wenn der Verkauf sicher und finanziell vertretbar ist.

    Pflanzungen in der Waldabteilung Korbes

    Vorausgesetzt die Witterung lässt es zu und es ist nicht zu trocken, beabsichtigt der Förster heuer Pflanzungen in der Waldabteilung Korbes mit Bergahorn, Spitzahorn, Tannen, Douglasien und Rotbuchen. Ein Teil der Setzlinge wird zugekauft, ein Teil wird mit Wildlingen aus dem eigenen Betrieb gedeckt. Die Kosten für die Maßnahme sind mit 8500 Euro veranschlagt. Für Waldschutzmaßnahmen – Zaunbau, Borkenkäferbekämpfung und Mäusebekämpfung – hat der Förster 4500 Euro angesetzt, für Wegeunterhalt 15 000 Euro.

    „Sondheim hat viel Wald und einen sehr schönen Wald“, zeigte sich Forstdirektor Schmalen beeindruckt. Aus dem Gremium kam die Frage, ob man angesichts der Herausforderungen des Klimawandels neue Baumarten ausprobieren sollte. Neues sollte man behutsam und mit Augenmaß angehen, meinte Schmalen. Würde man beispielsweise vermehrt Baumarten aus südlichen Gefilden einbringen, könnte dies das natürliche Gleichgewicht im Lebensraum Wald beeinträchtigen. Außerdem müsse man in unseren Breiten auch künftig mit zwischenzeitlichen starken Frosteinbrüchen rechnen, welche mediterrane Baumarten nicht überstehen würden. "Es gibt keinen Wunderbaum", sagte der Behördenvertreter. Er riet dazu, weiter auf die Naturverjüngung zu setzen, um klimatolerantere neue Waldgenerationen zu schaffen, die dann auch durch ihr Erbgut an die bestehenden Verhältnisse angepasst sind.

    Schmalen informierte abschließend noch über mögliche Maßnahmen im Rahmen des vertraglichen Waldnaturschutzes. Förderungen seien z.B. für die Anlage von Feuchtbiotopen, für die Stilllegung kleinerer Flächen und für die Ausweisung von Biotopbäumen möglich.

    Gemeinderat genehmigt Kinderfeuerwehr

    Im weiteren Verlauf der Sitzung bestätigten die Bürgervertreter die Wiederwahl von Michael Weiß als 1. Kommandanten der Sondheimer Feuerwehr und von Jens Breunig als Stellvertreter. Bei den Sondheimer Floriansjüngern gibt es bereits eine Jugendwehr. Jetzt möchten sie noch eine Kindergruppe für Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren ins Leben rufen. Das wurde vom Gemeinderat befürwortet und er gab die notwendige Zustimmung dafür, dass die Kindergruppe ein Teil der gemeindlichen Feuerwehr wird.

    Unklarheiten gab es zunächst bei einem Antrag auf Einhausung eines Balkons an einem bestehenden Wohnhaus. Nach längerer Beratung stimmten die Ratsleute angesichts der geltenden Rechtslage dem Gesuch zu. Am Ende der Sitzung konnte Gemeindechef Wehner noch mitteilen, dass die Küchenteile für das Backhaus in Stetten geliefert wurden und auch schon eingebaut sind.

    Bearbeitet von Eva Wienröder

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