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    Bad Neustadt

    Special-Olympics: Ein Volltreffer in Sachen Inklusion

    Die Richtige Dosis Inklusion gab es bei den Special Olympics am Rhön-Gymnasium. Schüler haben dort einen Wettkampf für 51 Bewohner von Maria Bildhausen organisiert. Die waren mit ganzem Eifer bei der Sache. Foto: Gerhard Fischer

    Die Hitze ist brütend schon am frühen Morgen auf dem Sportgelände des Bad Neustädter Rhön-Gymnasiums. Wem man begegnet, dem rinnen Schweißperlen von der Stirn. Geplagt wirkt aber keiner von den Jungs und Mädels, die sich hier tummeln. Stattdessen wird gelacht. Vor allem aber ist etwas Aufregung in den Gesichtern zu erkennen. 

    Es ist auch ein großer Tag: "Special Olympics" ist der Wettkampf überschrieben, der  ausgetragen wird. Ein normales Sportfest ist dies aber mitnichten. Denn heute wird Inklusion gelebt am Rhön-Gymnasium. Die 51 Sportler, die in sechs Mannschaften antreten, sind allesamt Menschen mit Behinderung aus Maria Bildhausen. 

    "Ja, das ist ein ganz besonderes Erlebnis", sagt Jodie Jackisch aus Burglauer. Sie gehört zum Organisationsteam dieser Special Olympics. Die sind sozusagen der praktische Höhepunkt eines P-Seminars der elften Klasse. Zwölf Schülerinnen und Schüler haben diesen Vormittag vorbereitet, bei dem sich Menschen mit einer Behinderung an verschiedenen Stationen messen konnten. 

    Eine lange Liste von Sportlern

    Auch der Schüler Maximilian Manger aus Herschfeld ist ganz euphorisch bei der Sache: "Es ist toll, und wir erleben so etwas auch nicht alle Tage", sagt der Jugendliche. Immerhin 51 Frauen und Männer aus der Behinderteneinrichtung in Maria Bildhausen waren mit ihren Betreuerinnen nach Bad Neustadt gekommen, um am Wettkampf teilzunehmen. Und das hieß für das Orga-Team, erst einmal eine lange Liste der Sportler abzuarbeiten.  

    Treffsicherheit und Geschicklichkeit waren gefragt bei der Station Cricket. Foto: Gerhard Fischer

    Fünf Stationen haben sich die Gymnasiasten für ihre Gäste ausgedacht. Weitsprung, Torwandschießen, Dosenwerfen, Eierlauf und Cricket wurden als Disziplinen ausgewählt. Hinzu kamen Trainingseinheiten mit Spielern der Brose Baskets und dem Jugendtrainer Sebastian Böhnlein. 

    "Die Schüler sind zuvor nach Maria Bildhausen gefahren, um sich einen Eindruck zu verschaffen von den Mitwirkenden", erklärt Matthias Baumbach, Fachbetreuer Sport am Rhön-Gymnasium. Er begleitet die elfte Klasse bei ihrem inklusiven Sportprojekt. Entsprechend haben die Schüler die Disziplinen ausgesucht, bei denen auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt. Zu jeder Disziplin erklärte ein Schüler die Wettkampfregeln.

    Sportbegeisterte Heimbewohner

    Schon kann es losgehen, zum Beispiel beim Cricketspiel, wo viel Geschick gefragt ist. "Es ist sehr schön hier", schwärmt der 38-jährige Matthias aus Maria Bildhausen von den ganz speziellen Special Olympics am Rhön-Gymnasium. Er bugsiert den Ball  sehr lässig durch die Törchen. "Am meisten freue ich mich auf Basket-Ball", gesteht der Heimbewohner. Da kommt sogleich das zustimmende Kopfnicken von seinem Mitbewohner Alex. "Ich bin sportbegeistert. Viermal die Woche geht es zum Krafttraining nach Münnerstadt", erzählt der junge Mann, der mit Fachbegriffen aus dem Basketball nur so um sich schmeißt. Umso bedauerlicher, dass ausgerechnet er später mit umgeknicktem Fuß am Sportfeldrand verarztet werden muss. Zuständig dafür ist die eigene Sanitätsgruppe des Gymnasiums, die aus Schülern besteht und von Lehrerin Inga Hoffmann geleitet wird.

    Der Jugendtrainer der Bamberger Brose Baskets, Sebastian Böhnlein (links), hatte viele lernbegierige Sportler zu betreuen, die sich von den Basketball-Profis etwas abschauen wollten. Foto: Gerhard Fischer

    Carola Rösler ist eine aus der Betreuergruppe, die die Sportler begleitet: "Das ist doch eine positive Sache, die Gemeinschaft von Behinderten und Nichtbehinderten ist doch ganz wichtig", sagt die Heilerziehungspflegerin, die seit 34 Jahren in Maria Bildhausen tätig ist. Eine aufregende Sache sind die Special Olympics auf jeden Fall für die Heimbewohner. Sie finden übrigens das zweite Mal statt, allerdings mit komplett anderen Wettbewerben als bei der Premiere vor einigen Jahren.  

    Training mit den Brose Baskets

    Gewaltigen Zulauf hat die Trainingsarbeit mit Sportlern der Brose Baskets aus Bamberg. Auch Jugendtrainer Sebastian Böhnlein ist mit von der Partie. "Toll, was die Schüler hier auf die Beine gestellt haben", zeigt sich der Profi angetan.

    Zur Siegerehrung hat sich noch die Percussiongruppe aus Maria Bildhausen angekündigt, die von Musiklehrer Benjamin Balling geleitet wird. Keine Frage, dass dabei mächtig für die Inklusion getrommelt wird. Der Sieger des Tages stand sowieso von Anfang an fest: die Menschlichkeit.

    Nacharbeit im Unterricht

    Mit dem Sportereignis ist das P-Projekt noch nicht beendet. Denn die Schüler müssen in einem Portfolio ihre Vorarbeiten wie auch den Verlauf des Sporttages zusammenfassen. Die rund 60 Schüler der 11. Klasse befassen sich in weiteren P-Seminaren noch mit Drohnen oder der Gestaltung einesClub-Lounge-Abends.

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