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    Bischofsheim

    Stadtrat für Dauerausstellung über die Osterburg im Rentamt

    Die Osterburg ist eine Besucherattraktion. Nun sollen die Anlage und ihre bewegte Geschichte in einer Dauerausstellung im Rentamt vorgestellt werden. Foto: Marion Eckert

    Es war eine kürzere Sitzung, die der Bischofsheimer Stadtrat in etwas kleinerer Runde absolvierte, wobei ausdrücklich vermerkt wurde, dass diesmal selbst der "Römmes" als treuester aller Sitzungs-Besucher, nicht gekommen war. Dabei stand ein interessantes Thema zur Beratung an.

    In den Jahren ab 2006 ist die Ruine der Osterburg oberhalb von Bischofsheim aufwändig freigelegt und gesichert und inzwischen zu einem touristischen Anziehungspunkt in der Region geworden. Diese Arbeiten, die mit umfangreicher öffentlicher Unterstützung maßgeblich und ehrenamtlich von  den Freunden der Osterburg vorangetrieben wurden, sind im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. Ganz fertig mit dem Projekt ist man in Bischofsheim aber nicht. Deshalb beschäftigte sich der Stadtrat jetzt noch einmal mit der Burg. 

    Empfindliche Fundstücke

    Denn sowohl die Arbeiten an der Burg, dabei ausgegrabene Fundstücke und auch die Geschichte der Burg sollen als Abrundung des ganzen Vorhabens öffentlich vor- und ausgestellt werden. Wie Bürgermeister Georg Seiffert dem Stadtrat erläuterte, wurde bei den Ausgrabungen manches gefunden, was nicht ungeschützt vor Ort gezeigt werden kann. Die Stücke seien derzeit in einer nicht zugänglichen Sammlung untergebracht. Dazu gibt es Informationen über die Ausgrabungen und die Burg selbst.

    Das soll sich nun ändern. Wie Seiffert erläuterte, sollen im früheren Lesesaal des Rentamtes nicht nur die Fundstücke ausgestellt, sondern auch umfangreich über die Geschichte der Burg und die Arbeiten dort informiert werden. Dazu sollen unter anderem Bildmaterial, Karten und Pläne oder auch Videofilme präsentiert werden. Durch entsprechende Hinweistafeln soll an der Burg auf die Ausstellung hingewiesen werden, während  die Ausstellung andererseits für einen Besuch der Burg wirbt. Zudem würden Flyer und eine entsprechende Internet-Werbung erstellt.

    Keine Gegenstimme

    Als weiteren Vorteil des Vorhabens führte Seiffert an, dass mit der Ausstellung mehr Leben in das historische Rentamt gebracht werden könne, was auch ein Beitrag zur Innenentwicklung sei. Das Ganze würde etwa 32 000 Euro kosten, allerdings erwartet man über das europäische Förderprojekt Leader, von der Unterfränkischen Kulturstiftung und vom Landkreis insgesamt eine Förderung von knapp 25 000 Euro, womit für die Stadt lediglich Kosten von 7300 Euro entstehen würden. Über die Finanzierung dieser Summe werde man noch mit Osterburg-Freunden verhandeln. Im Ratsgremium gab es keinen Widerspruch, der entsprechende Grundsatzbeschluss wurde ohne Gegenstimme gefasst.

    Mehrheit gegen Garagenbau

    Wesentlich schwerer tat sich das Ratsgremium mit einem Bauantrag aus Unterweißenbrunn. Auf einem Grundstück im Steinweg sollen eine Garage und und eine Halle für zwei Wohnmobile entstehen. Zudem hat der Bauwerber angekündigt, in einem weiteren Bauabschnitt dort ein Wohnhaus zu errichten. Es wurde rege diskutiert, ob man in einem Wohngebiet einen solch umfangreichen Garagenbau zustimmen könne. Ein Hausbau mit Garage wäre wohl auf keinerlei Widerstand gestoßen. Nach längerem Hin und Her fanden sich schließlich nur drei Stadträte, die dem Vorhaben zustimmten. Nun wird das Vorhaben dem Landratsamt zur Prüfung vorgelegt, dann dürfte es wohl erneut im Stadtrat behandelt werden.

    Diskutiert wurde auch über den Bau eines etwa 20 Meter langen Heulagers auf einer landwirtschaftlichen Fläche in der Nähe der Bauersbergstraße. Nicht zuletzt, da das zeltähnliche Bauwerk nicht eingesehen werden kann, erteilte das Gremium sein Einvernehmen.

    Anregung auf Plakate schreiben

    Schließlich forderte der Bürgermeister die Ratsmitglieder auf, Standorte in ihren Ortsteilen zu benennen, an denen große Plakate aufgehängt werden können. In einem Projekt der Kreuzberg-Allianz könnten Bürger zwei Wochen lang im September darauf Anregungen und Wünsche notieren, wie man Attraktivität und die Lebensqualität vor Ort verbessern könnte. Da leichte Verwunderung im Ratsgremium aufkam, erläuterte der Bürgermeister, dass die Besucher-Resonanz bei Veranstaltungen mit ähnlicher Zielsetzung oft recht gering sei. Das ausführende Büro habe mit dieser Methode bereits recht gute Erfahrungen gemacht. Schließlich könne es durchaus motivierend für andere Ortsbewohner sein, entsprechende Anregungen auf den Plakaten zu lesen.