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    Ostheim

    Steffen Malzer: Stadt muss Gewerbeflächen vorhalten

    Ein Hobby von Steffen Malzer ist die Imkerei. Foto: Susanne Seufert

    Steffen Malzer (CSU) tritt als einziger Bürgermeisterkandidat in Ostheim an. Diese Zeitung stellte ihm folgende Fragen:

    Einzelhandel und Gewerbe: In der Innenstadt ist ein weiterer Leerstand an Geschäften zu befürchten. Wie kann man hier gegensteuern?

    Mit unserem Einzelhandelskonzept als Bestandteil des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzeptes haben wir wichtige Erkenntnisse erlangt. Im persönlichen Gespräch mit den Einzelhändlern möchte ich ihnen das Konzept näher bringen. In meinen Augen nutzen wird das touristische Potenzial unserer Stadt viel zu wenig.

    An Ostheim mag ich besonders …
    die Menschen, die Ostheim, Oberwaldbehrungen und Urspringen mit Leben erfüllen.

    Wir müssen es schaffen, die Touristen in die Stadt zu locken, damit sie dort den Charme der Stadt Ostheim genießen können. Ich sehe großes Potenzial in Ostheim, ich fürchte mich nicht vor den Veränderungen. Es gibt in Ostheim schon gute Beispiele, wie man sich trotz des Internethandels behaupten kann, ihn sogar für sich nutzen kann.

    Auch die Erweiterung von bestehenden und die Ansiedlung von neuen Gewerbebetrieben ist eine Herausforderung. Wie sieht es mit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes aus?

    Die Ausweisung von Gewerbeflächen ist eine der wichtigsten Aufgaben für mich. Eine Stadt wie Ostheim muss Gewerbeflächen vorhalten. Wir werden sicherlich keine Großindustrie nach Ostheim holen können.

    An Ostheim missfällt mir …
    die zunehmend schlechte Bausubstanz und der Leerstand in der historischen Altstadt. Ein fehlendes Baugebiet für Gewerbe und Wohnbebauung. Eine fehlende Querungshilfe auf der Marktstraße.

    Aber handwerkliche und mittelständige Betriebe haben durchaus Interesse am Standort Ostheim. Es gibt einen Flächennutzungsplan aus den 90er Jahren, diesen möchte ich umsetzen.

    Es gibt vor allem für junge Familien kaum noch attraktives Bauland in städtischer Hand. Wie stehen Sie neben der Innenentwicklung zur Ausweisung von neuen Bauflächen?

    Es ist mindestens genauso wichtig wie Gewerbeflächen. Hier habe ich schon lange daran gearbeitet, geeignete Flächen anzukaufen. Denn es macht nur Sinn über städtische Flächen Baugebiete auszuweisen.

    Mein Lieblingsplatz hier ist ...
    der äußere Burghof der Lichtenburg, mit dem Ausblick auf Ostheim.

    Wir sind hier schon auf dem richtigen Weg, 2020 wird sich hier etwas bewegen, zusammen mit dem Stadtrat werde ich ein neues Baugebiet in Ostheim ausweisen.

    Welchen finanziellen Spielraum hat die Stadt in Anbetracht der hohen Verschuldung in den nächsten Jahren. Wie können wichtige Projekte auf den Weg gebracht und umgesetzt werden?  Inwieweit können freiwillige Leistungen (wie Stadtbücherei und Schwimmbad) weiter unterhalten werden?

    Das ist sicherlich die schwierigste Herausforderung, die vor mir liegt. Der finanzielle Spielraum der Stadt Ostheim war noch nie groß, wird aber sicherlich durch über- und außerplanmäßige Ausgaben bei der Grundschule geschmälert. Deshalb werden wir nicht alles auf einmal umsetzen können.

    Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich …
    einen Wasserspielplatz an die Streu bauen, die Markthalle sanieren, die Gaden der Kirchenburg weiter aufbauen, um diese für Märkte nutzbar zu machen, private Eigentümer mit einem Förderprogramm noch stärker fördern. 10 Millionen reichen nicht für meine Ideen

    Wenn ich es alleine zu entscheiden hätte, würde ich zuerst ein Baugebiet und danach ein Gewerbegebiet ausweisen. Die Innenstadtentwicklung muss parallel laufen. Hier gibt es hohe Fördergelder. Mit einer hohen Förderung und privaten Investoren können wir nach und nach die Innenstadt aufwerten. Ob all das in den sechs Jahren der Amtsperiode eines Bürgermeisters umgesetzt werden kann, kann ich nicht versprechen, ich werde aber alles versuchen, damit es gelingt. 

    Stadtbücherei und Schwimmbad sind für Ostheim schöne und wichtige Einrichtungen. Sie steigern die Attraktivität Ostheims als Einkaufsstadt. Viele Besucher gehen vor- oder nachher zum Einkaufen oder besuchen unsere Gastronomie. Dennoch wird es schwierig, diese teuren Einrichtungen zu unterhalten.

    Zu den Zukunftsvisionen für Ostheim zähle ich …
    eine sanierte, barrierefreie Altstadt, deren Marktstraße gefüllt ist mit Geschäften, Cafés, und Gastronomie, welche für Jung und Alt etwas zu bieten hat. In der kein Haus, keine Wohnung leer steht, ein Kleinod so zusagen, die Perle an der Streu.

    Die Bücherei hat ein jährliches Defizit von ca. 60 000 Euro, das Schwimmbad ca. 130 000 Euro. Ich werde auf jeden Fall alles versuchen, damit unsere Kinder auch in Zukunft das Schwimmen in Ostheim lernen können, auch für den Schulstandort Ostheim ist das Schwimmbad nicht verzichtbar. Beim Schwimmbad bin ich zuversichtlich, dass auch hier über kurz oder lang ein staatliches Förderprogramm helfen wird. Bei der Bücherei sehe ich Potenzial in einem Förderverein, ähnlich dem Vorbild des Orgelbaumuseums.

    Steckbrief
    Name: Steffen Malzer
    Geburtsdatum:06.12.1983
    Geburtsort: Schweinfurt
    Wohnort: Oberwaldbehrungen
    Parteizugehörigkeit: CSU
    Ausbildung/Beruflicher Werdegang: Polizeiausbildung in Würzburg, Einsatzhundertschaft ebenfalls in Würzburg, weitere Verwendung im Polizeieinzeldienst in Ingolstadt, Bad Kissingen und seitdem in Mellrichstadt
    Familienstand/Kinder: verheiratet, zwei Kinder
    Ehrenämter: 3. Bürgermeister, Stadt- und Kreisrat
    Hobbys/Interessen: Musik (Tubist), Imkerei, Skifahren
    Lieblingsverein: das sind zu viele
    Ihr Vorbild: Ein spezielles Vorbild habe ich nicht. Ich bewundere gute Eigenschaften, z. B. den größten Respekt habe ich vor dem Mut und der Entschlossenheit meines Vaters. Bei den Ostheimer Bürgermeistern Adolf Büttner, das große Geschick und Durchhaltevermögen, etwas unmöglich Geglaubtes zu verwirklichen und bei Ulrich Waldsachs die große Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Bei beiden bewundere ich den völlig selbstlosen Einsatz zum Wohle Ostheims.

    Bearbeitet von Ralf Hein

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