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    Bad Neustadt

    Sternenpark Rhön: Was tun gegen Lichtverschmutzung?

    Präsentieren die neuen Planungshilfen für umweltverträgliche Beleuchtung (von links): Julia Rösch (Bayerische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), Herbert Bötsch (Kreisbaumeister Rhön-Grabfeld), Landrat Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld), Landrat Thomas Bold (Bad Kissingen), Anke Barthel (Regionalentwicklung Bad Kissingen) und Michael Geier (Bayerische Verwaltung UNESCO- Biosphärenreservat Rhön). Foto: Sophia Mohr

    Planungshilfen für Privatleute, Kommunen und Unternehmen: Das UNESCO- Biosphärenreservat Rhön veröffentlicht Broschüren zu umweltverträglicher Außenbeleuchtung. Der natürlich dunkle Nachthimmel ist zunehmend zu einem schützenswerten Kulturgut geworden. Auch im Sternenpark Rhön wird eine umweltverträgliche Beleuchtung angestrebt, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Mit vier neuen Broschüren geben die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Kooperation mit den Rhöner Landkreisen nun Privatleuten, Kommunen und Unternehmen wissenschaftlich fundierte Planungshilfen für umweltverträgliche Außenbeleuchtung an die Hand.

    Zahlreiche Kommunen haben entsprechend den Anforderungen des Sternenparks Rhön mit der Umrüstung auf umweltverträgliche Beleuchtung an Straßen, Wegen und Parkplätzen begonnen oder diese bereits umgesetzt. Auch viele Privathaushalte und Unternehmen sind bei ihrer Außenbeleuchtung auf LED umgestiegen – mit dem Fokus auf Energieeffizienz. Dabei werden aber für die Umweltverträglichkeit wichtige Parameter wie zielgerichtete Lichtlenkung, angepasste Lichtmengen, bedarfsorientierte Beleuchtung und warme Lichtfarben oft nicht berücksichtigt. So kann nächtliches Kunstlicht gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu einer schädlichen Umwelteinwirkung werden. Die Folgen: Insekten verlassen ihre eigentlichen Lebensräume und können nicht mehr der Nahrungs- und Partnersuche nachgehen. Andere Tiere wie Igel, Vögel und Amphibien verlieren mit dem zunehmenden Insektensterben ihre Nahrungsgrundlage, Zugvögel werden durch künstliche Lichtquellen vom Weg abgebracht.

    Einschlägige Normen einbeziehen

    Vier neue Broschüren der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zum Thema umweltfreundliche Außenbeleuchtung enthalten anwendungsspezifische Planungshilfen, die die Parameter Lichtlenkung, -menge und -farbe umfassen und dabei einschlägige Normen wie zum Beispiel die technischen Regeln für Arbeitsstätten einbeziehen. Die Vorgaben basieren auf den Hinweisen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI), den Empfehlungen der Hessischen Landesregierung sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen in Kommunen der internationalen Sternenparks.

    Im Landratsamt in Bad Neustadt sind die neuen Broschüren nun von den Landräten Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld) und Thomas Bold (Bad Kissingen), Anke Barthel (Regionalentwicklung Bad Kissingen), Herbert Bötsch (Kreisbaumeister Rhön-Grabfeld) sowie Julia Rösch und Michael Geier von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön vorgestellt worden. "Die natürlichen Nachtlandschaften in unserem Sternenpark Rhön müssen geschützt werden", betont Thomas Habermann.

    Es gelte, das Bewusstsein für Lichtverschmutzung zu stärken und die Bedeutung für das Ökosystem in den Mittelpunkt zu stellen. "Durch einfache Maßnahmen kann die Lichtverschmutzung reduziert werden – und jeder Einzelne kann sich daran beteiligen." Die Planungshilfen unterstützen Privatleute, Kommunen und Unternehmen bei der Einrichtung umweltverträglicher Außenbeleuchtung. "Zudem steht das Landratsamt Bauplanern jederzeit in beratender Funktion zur Verfügung." Habermanns Amtskollege Thomas Bold ergänzt: "Hier in der Rhön sind noch Blicke in die Tiefen des Weltalls möglich, wie in nur wenigen Regionen Deutschlands. Eines der Ziele des Sternenparks ist es, langfristig die schädlichen Aspekte der Lichtverschmutzung zu reduzieren und umweltverträglichere Beleuchtungslösungen zu kultivieren."

    Die neuen Planungshilfen geben praxisnahe und fundierte Unterstützung und viele Anregungen, so Bold. "Denn für die Erhaltung unserer natürlichen Nachtlandschaft brauchen wir das Engagement auf allen Ebenen – hier sind Gartenbesitzer, Bauherren, Gewerbetreibende und Kommunen gleichermaßen gefragt."

    Beleuchtung nach 23 Uhr verboten

    In Sachen gesetzliche Regelungen zur Eingrenzung von Lichtimmissionen ist Bayern dem Rest der Rhön einen Schritt voraus. Gemäß einer Änderung im Bayerischen Immissionsschutzgesetz zum 1. Januar 2020 ist die Beleuchtung von Fassaden öffentlicher Gebäude – sofern nicht anders vorgeschrieben – nach 23 Uhr verboten. Auch beleuchtete oder lichtemittierende Werbeanlagen müssen nach 23 Uhr im Außenbereich abgeschaltet sein. "Zahlreiche Kommunen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön gehen noch weiter und schalten zusätzlich ihre Straßenbeleuchtung nachts aus – und das bereits seit Jahren", erklärt Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltung. Mit den neuen Planungshilfen sei ein weiterer wichtiger Schritt zur Erfüllung der Ziele im Sternenpark Rhön getan.

    Herausgegeben werden die Planungshilfen für die Bereiche Haus und Garten, öffentliche Straßen, Wege und Parkplätze, Sportstätten sowie Arbeitsstätten, Parkplätze und Wege von den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und den Rhön-Landratsämtern. In Bayern sind die Broschüren kostenfrei in den Infostellen des Biosphärenreservats sowie in den Landratsämtern Bad Kissingen und Bad Neustadt erhältlich. Zudem stehen sie auf der Webseite www.sternenpark-rhoen.de zum Download bereit.

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