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    Stockheim

    Stockheim: Bald schulden- und schandfleckfrei

    Die Ruhe auf dem Foto trügt: In der Bürgerversammlung wurden wiederholte Ruhestörungen, Verunreinigungen und Sachbeschädigungen durch Jugendliche am Bahnhofsplatz beklagt. Foto: Eva Wienröder

    Nur knapp eine Stunde dauerte die Stockheimer Bürgerversammlung. Nach Bürgermeister Martin Links Tätigkeitsbericht und dem Finanzbericht von VG-Kämmerin Anette Goldbach kamen bei der wieder sehr gut besuchten Zusammenkunft im Gemeinde- und Pfarrzentrum „Alte Schule“ kaum Wortmeldungen aus den Bürgerreihen.

    Acht Sitzungen mit 135 Tagesordnungspunkten hat der Gemeinderat im Jahr 2019 absolviert. Bürgermeister Link erinnerte an den Brand im katholischen Pfarrhaus im Februar, den Pfarrer Andreas Hutzler dank des beherzten Eingreifens Stockheimer Bürger unbeschadet überstanden hatte. Im Oktober waren die Retter im Rahmen eines Festaktes in Würzburg von der Regierung von Unterfranken geehrt worden, wie Link stolz herausstellte.

    Dauerthema Pfarrhaus

    Die Frage, wie es mit dem zerstörten Gebäude weiter gehen sollte, beschäftigte die Gemeindeoberen die ganzen vergangenen Monate. Die Gemeinde hat schließlich das Gebäude erworben, um es zu sanieren. Wie Link anführte, werden nicht alle Kosten von der Versicherung getragen. Man hat für diese Finanzierungslücke aber Mittel aus der Städtebauförderung (ca. 80 Prozent) in Aussicht, was der Mitgliedschaft in der Streutalallianz zu verdanken sei. Link merkte an, dass das Anwesen nach Fertigstellung weiterhin als Pfarrhaus dienen soll, solange Stockheim noch einen Ortsgeistlichen hat.

    Industriebrache: Das ehemalige Rothauptgelände ist schon Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben. Die Gemeinde Stockheim hat Teile des Gebäudekomplexes gekauft und möchte das Areal renaturieren. Foto: Eva Wienröder

    Die Gemeinde trägt der Nachfrage nach Bauland Rechnung, in diesem Zuge wurde das Neubaugebiet am Grasberg erweitert. Aber auch die Innenentwicklung hat die Gemeinde im Blick. So wurde in der jüngsten Sitzung ein eigenes Förderprogramm gegen den Leerstand erlassen. 

    Weg mit dem Schandfleck

    Die Gemeinde hat mit der geplanten Renaturierung von Teilen des ehemaligen Rothauptgeländes in der Mellrichstädter Straße ein weiteres großes Projekt in Angriff genommen. Auch hier profitiere die Gemeinde laut Link von der Streutalallianz, indem sie Zugriff der Städtebauförderung bekommt. Ohne die staatlichen Mittel wäre das Vorhaben  nicht zu schultern, so der Bürgermeister. Der „Schandfleck am Ortseingang“, wie Link es formulierte, soll bald der Vergangenheit angehören.

    Das Projekt Rothaupt-Gelände, die Sanierung des Pfarrhauses und der weitere DSL-Ausbau werden als die aufwändigsten Maßnahmen im Jahr 2020 zu Buche schlagen. Was die Mobilfunkversorgung angeht, empfiehlt der Gemeinderat aufgrund der aktuellen Entwicklung und den Vorhaben der Regierung, das Emissionsgutachten derzeit nicht weiter zu verfolgen und die aktuellen Entwicklungen abzuwarten.

    Rückläufige Einwohnerzahl

    Der Bürgermeister griff in seinem Bericht einige interessante Daten aus derallgemeinen Statistik auf. Leicht rückläufig zeigt sich die Einwohnerzahl. Zum Stichtag 31. Oktober 2019 waren 1080 Personen mit Erstwohnsitz in Stockheim gemeldet, zwölf weniger als im Jahr zuvor. 667 Ortsbewohner sind katholischer und 217 evangelischer Konfession, unter "Sonstige" fallen 196. Mit Nebenwohnung sind 85 Personen gemeldet. 70 Zuzügen stehen 72 Abmeldungen gegenüber. Im Laufe des Jahres gab es acht Geburten, aber auch 13 Sterbefälle zu vermelden.

    Die Grundschule in Mellrichstadt wird aktuell von 31 Kindern aus Stockheim besucht, die Mittelschule von 27. Gut ausgelastet ist die Kindertagesstätte mit 49 Kindern. 

    Nur knapp 18 Euro Schulden pro Einwohner

    Link gab eine kurze Übersicht über die finanzielle Lage der Gemeinde und VG-Kämmerin Anette Goldbach erläuterte noch ausführlicher den aktuellen Haushalt. Nach den vorläufigen Abschlusszahlen liegt das Volumen des Verwaltungshaushaltes bei 2,04 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt bei 981 000 Euro. Finanziell ist die Gemeinde beneidenswert gut aufgestellt. Ende 2019 werden die Verbindlichkeiten lediglich noch bei 19 500 Euro liegen. Das entspricht einer Verschuldung von 17,82 Euro pro Einwohner, womit man weit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden (599 Euro/ Einwohner) liegt. Ende nächsten Jahres ist man sogar schuldenfrei, wie die Kämmerin erfreut anführte.

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