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    Stockheim

    Stockheimer Kulturwoche: Stehende Ovationen für "Sjaella"

    Das Vocalensemble „Sjaella“ trat in der vollbesetzten Stockheimer Kirche St. Vitus auf und wusste die Konzertbesucher nachhaltig zu beeindrucken. Foto: Eva Wienröder

    Einen besonderen Akzent zu Beginn der Kulturwoche setzte das A cappella-Frauen-Vocalensemble „Sjaella“ am Sonntag in der Pfarrkirche St. Vitus mit seinem außergewöhnlichen Konzert. Die sechs Leipzigerinnen hinterließen mit ihren hochkarätigen Darbietungen und dem breit gefächerten Repertoire einen bleibenden Eindruck bei ihrem Publikum, wovon stehende Ovationen zeugten.

    Das Konzert der seit dem Jahr 2005 existierenden und bei internationalen Wettbewerben mehrfach ausgezeichnete Formation – jüngst gewannen die Damen den CARA-Award 2019 in der Kategorie „Best Folk/ World Album“- stieß auf enorme Resonanz. Trotz der zahlreichen Veranstaltungen in der Region an diesem Sonntag, konnte Hausherr Pfarrer Andreas Hutzler bei der Begrüßung in voll besetzte Bankreihen des Gotteshauses blicken. Dieser große Zuspruch war freilich auch Motivation für die Sängerinnen; ihr Programm zu präsentieren. Darin vereinten sie polarisierende Themen, die die Menschen wohl in jedem Zeitalter bewegen: den Frieden, das zyklische Leben der Natur und die Liebe.

    Meditative Werke

    Bevor das Ensemble in den Altarraum vor das Publikum trat, hieß es zunächst hoch oben von der Orgelempore aus mit seinen hellen, glockenreinen Stimmen mit „Auf, werde Licht“ die Zuhörer feierlich willkommen. Die Damen führten abwechselnd durch das Programm, das mit viel Leidenschaft und hohem künstlerischen Anspruch vorgetragen wurde. Zu Beginn standen geistliche, meditative Werke von Eriks Esenvalds, Arvo Pärt, Gregor Meyer und Ola Gjeilo - zum Teil eigens arrangiert für die sechsstimmige Besetzung.

    Daran schloss sich ein Part mit weltlichen Stücken an. Die allegorischen Darstellungen der vier Jahreszeiten aus der Semi-Oper „The Fairy Queen“ und das Stück „Music for a while“ von Henry Purcell. Im dritten Abschnitt folgte ein Mix aus fröhlichen und melancholischen nordischen Volksliedern.

    Ein beseelter Nachmittag

    Es war ein „beseelter“ Nachmittag - ganz nach der Namensgebung des Ensembles, leitet sich doch „Sjaella“ von dem dänischen Wort „Sjæl“ bzw. dem schwedischen „Själ“ ab. Die Besucher waren ganz offensichtlich beeindruckt. Zwischen den Programmblöcken bekundeten sie mit frenetischem Beifall ihre Freude über die gelungenen Darbietungen und am Ende wurde dann den Sängerinnen mit nicht enden wollenden Beifall und gar mit stehenden Ovationen für dieses außergewöhnliche Konzertereignis gedankt. Die Damen ließen als Zugabe “Oh du stille Zeit“ nach Joseph von Eichendorff erschallen und dankten ihrerseits dem Publikum für die erwiesene Aufmerksamkeit. Dank ging explizit auch an die Stockheimer für ihre Gastfreundschaft, ganz besonders an den Ideengeber und Organisator der Kulturtage Wolfgang Klösel und seine Gattin Silvia.

    Der Eintritt zu dem Konzert war frei. Spenden waren erbeten. Da die Sängerinnen seit einigen Jahren Botschafter von „SOS-Kinderdorf“ sind, warben sie für die Unterstützung der Hilfsorganisation.  

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