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    Bad Königshofen

    TSV Bad Königshofen freut sich über Überraschungsgäste

    Düsseldorf scheint ein gutes Pflaster zu sein für die Tischtennis-Asse aus dem Grabfeld. Zwei Mal zu Gast, nahmen sie zwei Siege mit. Und es gab noch Überraschungsgäste.
    Die siegreichen Vier: Kilian Ort, Filip Zeljko, Mizuki Oikawa und Bence Majoros feierten in Düsseldorf einen überraschenden Sieg. Und das zum zweiten Male.
    Die siegreichen Vier: Kilian Ort, Filip Zeljko, Mizuki Oikawa und Bence Majoros feierten in Düsseldorf einen überraschenden Sieg. Und das zum zweiten Male. Foto: Andreas Albert

    Die Übermacht in der Tischtennishalle an der Ernst-Poensgen-Allee war erdrückend. 1100 Zuschauer wollten das Spiel des Bundesliga-Zweiten Borussia Düsseldorf gegen den Tabellenachten aus dem Grabfeld sehen. Eine - auch für Düsseldorfer Verhältnisse  - erstaunliche Kulisse. Aus dem Grabfeld waren dagegen nur 15 Fans angereist. "Und da habe ich unsere Freunde von der West-Allianz schon eingerechnet", erzählt TSV-Manager Andreas Albert. Die Heimspiel-Atmosphäre, die die Bad Königshofener in der Shakehands-Arena gewohnt sind, hatte sich an diesem Sonntag völlig umgekehrt.

    Extra-Aktion: 500 Zuschauer mehr

    "Normalerweise kommen zwischen 500 und 600 Fans zu den Heimspielen des Championsleague-Siegers", so Andy Albert.  An diesem Sonntag hatte aber eine Extra-Aktion das Doppelte an Zuschauern in die Vorzeigehalle des Deutschen Tischtennisbundes gespült. An Düsseldorfs Schulen werde jährlich der sogenannte Pausenmeister, eine Art bewegte Pause mit Tischtennis-Rundlauf, gekürt, erläuterte Andy Albert. Zum Abschluss-Spiel der Bundesliga-Hauptrunde hatte die Borussia alle teilnehmende Kinder mit ihren Eltern eingeladen. "Das brachte natürlich viele zusätzliche Zuschauer für diese imposante Kulisse. Die Halle war damit ausverkauft", berichtet der TSV-Manager. 

    Und trotz dieser Düsseldorfer Zuschauer-Übermacht waren Anfeuerungs-Transparente für Mizuki Oikawa auszumachen. "Kilian und Mizuki haben in Düsseldorf einen Stamm-Japaner. Da gehen sie zum Essen hin, wenn sie in Düsseldorf im Tischtennisleistungszentrum trainieren", erzählt der TSV-Manager.

    "Mizuki war nach dem Spiel 1,90 Meter groß"
    TSV-Manager Andreas Albert

    Eine Abordnung der Kneipen-Belegschaft hatte sich den Sonntagnachmittag frei genommen, um den Underdog aus dem Grabfeld zu unterstützen. "Mizuki - go, go, go!" stand in japanischen Schriftzeichen auf ihren Plakaten. Und sie hatten ordentlich Grund, den jungen Landsmann anzufeuern. Gelang es ihm doch wirklich, die lebende deutsche Tischtennis-Legende Timo Boll in einem Fünf-Satz-Spiel zu bezwingen.

    Karlssons Ankündigung

    Das lief gar nicht so nach Plan der Düsseldorfer Borussen. Hatte doch der Schwede Kristian Karlsson in Diensten des Tabellenzweiten am Ende der vergangenen Woche Kilian Ort beim Training angekündigt, dass die Grabfelder dieses Mal nicht gewinnen werden. Weil eben Boll aufgeboten wird. 

    Mizuki Oikawa gewinnt gegen das deutsche Tischtennis-As Timo Boll in Düsseldorf.
    Mizuki Oikawa gewinnt gegen das deutsche Tischtennis-As Timo Boll in Düsseldorf. Foto: Rudi Dümpert

    Doch das motivierte die Grabfelder offensichtlich umso mehr. Als auch noch Bence Majoros, der mit dem Erstligisten C'Chartres in Frankreich einen neuen Verein gefunden hat, sein Einzel gegen Anton Källberg gewonnen hatte, durften die Königshofener schon an der Überraschung schnuppernin der Halle, die für knapp fünf Millionen Euro hingestellt wurde. Die Sportstadt Düsseldorf hatte beim Bau Wert auf künstlerische Aspekte gelegt. So ist die Farbe der Sporthalle von außen der eines Tischtennisballs nachempfunden, die Lampen erinnern an fliegende Tischtennisbälle.

    Albert: Mizuki war 1,90 groß

    Und dass diese Bälle im spielentscheidenden Doppel in den drei letzten Sätzen dieser Saison für Königshöfer Punkte flogen, ist einer unglaublichen Aufholjagd von Kilian Ort und Mizuki Oikawa zu verdanken. Sie hatten gegen die beiden schwedischen Borussen schon zwei Sätze klar verloren. Dann aber siegte die jugendliche Angriffslust und der Mut über die älteren Schweden. "Mizuki war nach dem Spiel 1,90 groß", schwärmt Andy Albert noch einen Tag später.  

    Als die Königshöfer Abordnung am Sonntagabend ihren unverhofften Sieg in Orts und Oikawas japanischer Stammkneipe feierte, spazierte Bastian Steger, der TSV-Neuzugang für die kommende Runde, zur Tür herein. Er hatte mit Bremen in Grenzau 2:3 verloren. Stegers 140-Kilometer-Fahrt rheinaufwärts belegt, dass Bad Königshofen mittlerweile eine sehr gute Adresse in der deutschen Tischtennislandschaft ist. Und das will der gesamte TSV-Tischtennis-Tross in der dritten Bundesliga-Spielzeit ab September erneut unter Beweis stellen.

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