• aktualisiert:

    Oberelsbach

    Tabakpfeifenmuseum: Neues Konzept oder Schließung?

    Nicht jede Schenkung macht den Beschenkten richtig glücklich. Die Pfeifen im Deutschen Tabakpfeifenmuseum in Oberelsbach rutschen langsam offenbar in diese Kategorie.
    Das Deutsche Tabakpfeifenmuseum in Oberelsbach wird mit einen Zuschuss von 5000 Euro vom Landkreis Rhön-Grabfeld gefördert. Landrat Thomas Habermann regte an, eine Erneuerung und Überarbeitung der Präsentationen zu überdenken. Foto: Archiv/Hanns Friedrich

    Das Tabakpfeifenmuseum in Oberelsbach als Publikumsmagnet zu bezeichnen, wäre wirklich übertrieben. Nur wenige hundert Besucher im Jahr finden den Weg in das Museum, das in dem Geburtshaus des Komponisten Valentin Rathgeber untergebracht ist. 

    Die 2500 Pfeifen stammen aus der Sammlung des Tabakpfeifenherstellers Anton Manger aus Wollbach und sind seit 1985 im Besitz des Landkreises. Alljährlich bewilligt der Landkreis 5000 Euro für den Unterhalt des Museums. Diesmal war die Zuwendung ein heftig diskutiertes Thema im Kreisausschuss. Egon Friedel und Thorsten Raschert (beide SPD) machten darauf aufmerksam, dass die SPD seit 2016 ein neues Konzept fordere, dass dieses Konzept auch zugesagt wurde und immer noch keines vorliege. Deshalb würde ihre Fraktion gegen die Auszahlung der 5000 Euro stimmen.

    Schicksal des Museums liegt auch in Händen des Landkreises

    Das Geld reiche gerade mal für Versicherung, Strom und Heizung im laufenden Jahr, berichtete Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb. Den Rest der Kosten trage die Gemeinde. Erb wies ihre Kollegen im Ausschuss auch darauf hin, dass die Entscheidung über das Schicksal des Museums nicht alleine in den Händen des Marktgemeinderats liege. Schließlich handele es sich um eine Sammlung, die im Besitz des Landkreises ist. "Es gibt einen Leihvertrag mit dem Landkreis. Und der hat eine Kündigungsfrist", sagte sie.

    Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter fand die Idee verlockend, den Zuschuss abzulehnen, um Druck aufzubauen für die Erstellung eines neuen Ausstellungskonzeptes. Andererseits sei die Marktgemeinde Oberelsbach in Vorleistung gegangen, also könne man sie jetzt nicht auf den Kosten sitzen lassen.  

    Landrat Thomas Habermann konnte den Unmut der SPD-Fraktion nachvollziehen. Er ließ durchblicken, dass man durchaus darüber nachdenken könne, das Museum zu schließen und die Pfeifen zu verkaufen. Letztendlich beschloss der Kreisausschuss mit vier Gegenstimmen, den Zuschuss zu gewähren mit der Auflage, dass bis zu den Haushaltsberatungen 2020 ein Konzeptvorschlag vorliegt.  

    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!