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    Großeibstadt

    Trockenheit und Biber: Der Haubach ist nur noch ein Rinnsal

    Bäume, die im aufgestauten Bereich stehen, gehen ein.  Foto: Hanns Friedrich

    Hugo Neugebauer, Pächter des Fischgewässers am Haubach  in Großeibstadt, kann es immer noch nicht fassen: "So etwas gab es bisher noch nicht: Der Haubach ist fast ganz ausgetrocknet." Vor Ort zeigt sich: Ein Biber hat einen fast zwei Meter hohen Staudamm errichtet. Das führte dazu, dass der Bach von da ab in Richtung Großeibstadt und Fränkische Saale nach und nach trocken gelegt wurde und zahlreiche Fische verendet sind. Dazu gehörten seltene Fischarten wie "Nase", "Stichling" oder "Gründling", erklärt Neugebauer. Seit mehr als 30 Jahren ist er Pächter am Haubach. Früher haben hier Forellen gelaicht und sind dann in die Fränkische Saale abgewandert.

    Auf zwei Kilometern kein Wasser

    Die Veränderung ging schnell vor sich: Noch vor einigen Monaten waren Experten des Bezirks Unterfranken vor Ort. Damals hatte der Bach genug Wasser, in dem sich viele Fische tummelten. "Nun ist der Haubach auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern vollkommen trocken, oft nur noch ein Rinnsal."

    Neugebauer hat Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt informiert. Dieser sei sofort gekommen und einen Teil des Biberdamms geöffnet, sodass das Wasser abfließen konnte. Es war aber nicht genug, um das Bachbett mit Wasser zu füllen. 

    Nur noch ein Rinnsal, der Haubach in der Nähe von Großeibstadt. Fische haben hier keine Überlebenschance. Foto: Hanns Friedrich

    Denn es gibt ein weiteres Problem: Die Trockenheit der vergangenen Monate. "Wir bräuchten dringend Regen!" Mehr als 100 Fische sind verendet, andere hat sich der Fischreiher geholt. " Dem Pächter ist ein Schaden von mehreren hundert Euro entstanden. Bei dem Teich, den  der Biber angelegt hat, handelt es sich jetzt um ein stehendes Gewässer, in dem sich höchstens Karpfen aufhalten, aber keine Forellen oder andere Fischarten. "Die brauchen fließende Gewässer." Gemeinsam mit seinem Enkel ist es im zwar gelungen, noch einige Fische in andere Gewässer umzusetzen, aber einige hundert Fische waren nicht mehr zu retten.

    Auch die Bäume leiden

    Für Hugo Neugebauer, aber auch die Landwirte,  ist es unverständlich, dass es immer wieder Probleme mit dem Biber gibt und es kaum eine Möglichkeit gibt, dagegen anzukommen. So sterben in dem aufgestauten Wasser viele Bäume ab, anderen fehlt durch das trockene Bachbett das notwendige Nass. Das ökologische Gleichgewicht, sagt Neugebauer, sei vollkommen aus dem Ruder gelaufen. 

    Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rhön-Grabfeld war diese Woche erneut vor Ort und hätte auch den Biberdamm, falls er wieder geschlossen gewesen wäre, geöffnet. Doch das war nicht notwendig. Festgestellt hat er im Gegenteil, dass das Wasser im Haubach auch im "oberen Bereich" immer weniger wird. Das sei auf den trockenen Sommer zurückzuführen.

    Der Experte verweist auf andere Bereiche in Rhön-Grabfeld, wo sich, wie in Sulzfeld, der Biber bereits in die Kläranlage zurückgezogen hat. "Das geht aber nun ganz und gar nicht, da muss er raus!" Man könne mittlerweile dem Biber nicht allein die Schuld geben, wenn ein Gewässer austrocknet, sagt Michael Krämer.

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