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    Bastheim

    Viel Interesse, aber viele Wünsche bleiben offen

    Deutliches Interesse herrscht im Besengau an einem Dorfladen, der in der ehemaligen VR-Bank eingerichtet werden soll. Das ging aus einer Umfrage hervor. Foto: Eckhard Heise

    So viele Teilnehmer gab es bei einer Bürgerversammlung in Bastheim noch nie. Der Grund ist allerdings ein unerfreulicher. Denn seit mehreren Monaten ist Bürgermeisterin Anja Seufert krank und ihr Stellvertreter Werner Fuchs muss in die Bresche springen. Da es für ihn nicht zumutbar war, wie üblich in allen Ortsteilen jeweils eine Versammlung zu halten, beschränkte sich Fuchs auf einen Termin. So wurde dieses Mal die Besengauscheuer gebraucht wurde, die dann aber auch gerade genug Platz bot.

    Das lag wohl auch daran, dass vor der Bürgerversammlung über den geplanten Dorfladen informiert wurde. Dabei stellte Volker Hahn das Ergebnis der Bürgerbefragung vor, die mit einem Rücklauf von knapp 40 Prozent relativ gut angenommen worden ist. Bei der Befragung ging es um das Kaufverhalten der Bevölkerung und insbesondere um die Bereitschaft, künftig im Dorfladen einzukaufen. Das Geschäft soll als Genossenschaft firmieren, während die Gemeinde das Gebäude von der VR Bank erwerben will. Da der Zuspruch und das Interesse der Bevölkerung die Projektgruppe zuversichtlich stimmte, sollen die nächsten Schritte eingeleitet werden.

    Bevölkerungszahl wächst anhaltend

    Als erfreuliches Signal wertete anschließend Werner Fuchs in seinem Vortrag, dass der Abwärtstrend in der Bevölkerungsstatistik aufgehalten scheint, da nun schon im dritten Jahr in Folge die Einwohnerzahl zugenommen hat und jetzt bei 2291 liegt. Zu den weiteren Rahmenbedingungen führte er die Probleme einer großen Flächengemeinde mit vielen Einrichtungen auf. Sie müssen von der Gemeinde unterhalten werden, die jedoch nur über wenige Einnahmequellen verfüge.

    Diese Situation spiegelt sich im Haushalt wider. Die Gemeinde kann keine wesentlichen Rücklagen ansammeln und liegt bei den Schulden etwas über dem Landesdurchschnitt. Auch beim Umfang der Investitionen offenbaren sich die geringen finanziellen Mittel, da im Grunde vor allem Unterhaltsarbeiten und die Sicherung der Daseinsvorsorge zu Buche schlagen. Aus dem Rahmen fallen lediglich die Sanierung der Friedhöfe und die Erschließung von Bauland in Reyersbach.  

    In einem bedauernswerten Zustand sind die Gassen im Altort von Bastheim, für eine Sanierung fehlt aber das Geld. Foto: Eckhard Heise

    Im nächsten Jahr fallen jedoch einige dickere Brocken an wie die Sanierung der Alten Schule in Unterwaldbehrungen, Grunderwerb und Wasserversorgung. Die im Grunde dringend notwendige und häufig geforderte Sanierung der Dorfgassen ist auch in der mittelfristigen Finanzplanung nicht aufgeführt.

    Kläranlage läuft mit Ausnahmegenehmigung 

    Nachdem Fuchs erwähnt hatte, dass an der Kläranlage in absehbarer Zeit umfängliche Arbeiten fällig sind, hakte Michael Krämer nach und erinnerte daran, dass die Anlage nun schon seit längerer Zeit mit einer Ausnahmegenehmigung weiterlaufe. Auf seine Frage, was da auf die Bürger zukommt, konnte Fuchs jedoch keine konkrete Antwort liefern, da die Planungen offensichtlich erst anlaufen, der Druck des Wasserwirtschaftsamts nehme aber zu.

    Paul Zimmer vermisste eine Rampe an der Leichenhalle. Dass es auch mehr Grün geben könnte auf den sanierten Friedhöfen, bemerkten weitere Teilnehmer. Fuchs erwiderte, dass voraussichtlich eine mobile Rampe eingesetzt wird, die dann bei Beerdigungen zum Einsatz kommt. In Puncto "Grün" stellte er lediglich fest, dass die Sanierungen eigentlich abgeschlossen seien, aber die Friedhöfe sollen nochmals unter diesem Gesichtspunkt in Augenschein genommen werden.

    Tempo 30 in der Kirchgasse?

    Ein weiterer Zuhörer monierte den Busverkehr in der Kirchgasse vor dem  Bastheimer Kindergarten. Ob Vorkehrungen für Tempo 30 getroffen werden können, ließ Fuchs offen, ein Gespräch mit dem Busunternehmen sei aber zunächst der bessere Weg. Auf einen Hinweis auf den schlechten Zustand des Sebastianbrunnen erwiderte Fuchs, dass bereits erste Anweisungen zur Reinigung gegeben worden sind, mittelfristig soll der Brunnen saniert werden.

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